Das Schluchzen und Wimmern aus dem kleinen Gästezimmer ist nicht zu überhören. Vorsichtig klopft Laurin an die Tür: "Tristan, ist alles okay bei dir?"
"Nichts ist okay, Laurin. Gar nichts. Lass mich einfach in Ruhe", antwortet Tristan unter Tränen zurück.
Trotzdem drückt Laurin vorsichtig die Klinke. Als er durch den Türspalt den weinenden Jungen sieht, geht er rein. Tristan wehrt sich nicht, als Laurin ihn in den Arm nimmt. "Weißt du, wie weh das tut, jemanden zu verlieren, den man so sehr liebt. Nur weil man einen dummen Fehler gemacht hat", schluchzt Tristan.
Laurin muss schlucken. Ja, das weiß er. Er hat nur einmal geliebt in seinen 17 Jahren und den Fehler begangen, nicht dazu zu stehen. Und derjenige liegt jetzt hilflos in seinem Arm. Die Nähe von Tristan fühlt sich unheimlich gut an. Der blasse Laurin bekommt vor Aufregung eine rötliche Gesichtsfarbe. Wie gerne würde er Tristan jetzt küssen und noch einmal von vorne anfangen.
Während Tristan einfach nur weint, denkt Laurin daran, wie es auf der Klassenfahrt war. Sie hatten ein Zweierzimmer. Tristan schlief im unteren Etagenbett, Laurin oben. Laurin hatte es immer verstanden, den Unschuldsengel zu spielen und jeder hat dem unscheinbaren Jungen abgenommen, dass er kein Wässerchen trüben könne. Tristan war schon immer schüchtern und introvertiert gewesen.
Als sie am ersten Abend der Klassenfahrt in ihren Betten lagen, fragte Laurin nach unten: "Heyy Tristan. Hast du schön gehört, dass Ben und Sophie sich geküsst haben?"
Tristan antwortete: "Weiß nicht." Ihn interessierte das nicht.
"Also ich würde das auch gerne mal ausprobieren. Du etwa nicht?", fragte Laurin.
"Mann, du nervst", antwortete Tristan. "Lass mich pennen! Wir sollen ja morgen früh direkt zum Laufen raus!"
Laurin gab nicht auf: "Jeder steht auf Sophie. Du etwa nicht?"
"Das geht dich nichts an!"
"Ha ha, du stehst doch nicht etwa auf Jungs?"
"Laurin, nerv nicht!"
"Du tust es, oder? Heyy, wir sind doch befreundet. Ich erzähle es auch nicht weiter."
"Ich ... ach lass mich."
"Also Volltreffer?"
Tristan antwortete nicht. Leise tapste Laurin die kleine Leiter runter und kniete sich vor Tristan's Bett: "Heyy ist doch egal. Komm sag schon."
Tristan rührte sich nicht, fühlte aber sein Herz klopfen. Da spürte er Laurin's Hand auf seinen Schultern: "Heyy, ich will dir nur helfen." Tristan's Atem wurde schneller. Er fühlte die Aufregung in seinem ganzen Körper. Er drehte sein Gesicht zu Laurin und sagte zitternd: "Wehe du verarscht mich, Laurin!" Laurin lächelte ihn unschuldig an: "Ich würde es gerne wissen, wie das mit den Küssen so ist. Zum Üben! Falls Sophie...."
Die Beiden konnten sich in der Dunkelheit kaum sehen. Nur deshalb ließ Tristan sich darauf ein. Im Hellen wäre er vor Scham und Schüchternheit gestorben. Es wirkte umgelenk und unsicher, als ihre Münder sich trafen. Am Anfang war es nicht so toll, aber sie übten noch viel auf Klassenfahrt.
Laurin bekommt bei dem Gedanken daran voll die Latte. Und jetzt liegt Tristan wieder in seinen Armen. Er streicht dem immer noch weinenden Jungen über die Wangen. "Es ist nur ein kleiner Schritt, dann bekomme ich ihn zurück", schießt es durch Laurin's Kopf.
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Crash oder Crush?
RandomDer 18-jährige Colin hat alles, was er sich nur wünschen kann: Ein eigenes Auto, eine eigene Wohnung und ein Aussehen, dsas ihn zum Mädchenschwarm macht. Doch dann macht er einen Fehler, der sein Leben völlig verändert.
