Link schloss Zeldas Tür hinter sich und lief mit schnellen Schritten den Gang entlang. Was hatte er da nur getan? Er hatte sich seinen Trieben hingegeben, ungeachtet der Konsequenzen. Er hatte noch ihren Geschmack im Mund und seine Wangen glühten. Er musste raus hier. Obwohl Zeldas Kratzbürstigkeit ihn abgeschreckt hat, so hat ihr Wissensdrang, ihre Stärke und ihre Ausdauer ihn immer beeindruckt. Ihre Haut war so unglaublich weich gewesen und hatte beinahe süß geschmeckt. Ihre Schönheit hatte ungeahnte Gelüste geweckt. Bei dem Gedanken an ihr weichen Schenkel und ihre zarte Haut schoss ihm das Blut wieder in die Lenden. Er spürte wie er wieder hart wurde und legte noch einen Schritt zu, um keinem zu begegnen. An ihm nagten Zweifel. Rhoam hatte ihn beauftragt Zelda nicht aus den Augen zu lassen. Doch wie sollte er ihr jetzt jemals wieder unter die Augen treten? Link war wütend auf sich selbst. Er verließ das Schloss. Egal was Rhoam sagte, er musste jetzt erstmal weg von hier. Und vor allem weg von Zelda.
Zelda sattelte ihre weiße Stute und ritt los nach Kakariko. Wenn sie sich jetzt beeilte, kam sie noch dort an bevor die Dunkelheit einbrach. Zum ersten Mal seit langen Wochen war sie endlich mal ganz allein. Kein Link, keine Recken. Niemand. Nur sie, ihr Pferd und die wunderschöne Landschaft Hyrules. Würde all das noch genau so aussehen nachdem die Verheerung Ganons gewütet hatte? Es bereitete ihr unglaubliche Angst, nicht zu wissen was kommt. Sie würde Hyrule dem Untergang weihen. Ihr schossen Tränen in die Augen. Warum hatte Link sie geküsst? Wollte er sie nur schikanieren? Was hatte er sich erhofft? Dachte er, weil sie so jung und unerfahren war, dass sie leichte Beute sei und nur eine Gelegenheit zu seiner Befriedigung wäre? Nur eine seiner vielen Eroberungen? Sie wusste nicht wie viele Frauen Link schon hatte, aber nachdem wie er sie berührt hatte, mussten es viele gewesen sein. In ihr breitete sich wieder das warme Gefühl aus, was sie auch in Links Gegenwart gespürt hatte. Wütend trieb sie ihr Pferd an und wischte sich mit ihrem Ärmel die Tränen aus dem Gesicht. Nein, sie würde nicht zulassen das er so eine Macht über sie hatte. Sie würde nicht erlauben dass er so mit ihr spielt. Sie näherte sich den Zwillingsbergen. Ihr langes Haar flatterte im Wind und sie fühlte sich für einen kurzen Moment unglaublich frei.
Kurz darauf ritt sie den schmalen Pfad nach Kakariko hinauf. Auch hier stand einer der seltsamen Schreine die überall in Hyrule verstreut waren. Nicht einmal die Shiekah konnten ihr weiterhelfen. Sie waren so alt, dass nicht einmal Impas Urgroßmutter etwas darüber wusste. Auch sämtliche Versuche, hinein zu gelangen, waren gescheitert. Das einzige, was Zelda eine Antwort hätte geben können, war unerreichbar. Kakariko war ein wunderschönes kleines Dorf, ganz anders als der Hof des Schlosses. Impas Haus war das größte in ganz Kakariko, wunderschön und alt. Zelda stieg ab und Band ihr Pferd am Zaun fest. "Impa?" rief sie die Stufen hinauf. Die alte Treppe knarrte unter ihren Füßen. "Zelda!" Mit einem Lächeln öffnete Impa ihr die Tür. Sie runzelte sogleich die Stirn. "Alles in Ordnung?" Zelda schüttelte nur den Kopf und kämpfte gegen die Tränen. "Komm schnell rein." Impa legte den Arm um sie und führte sie die Treppe nach oben in ihr Zimmer. Dort setzten sie sich auf ihr Bett. "Was ist denn passiert?" "Link.." presste Zelda nur gequält hervor. "Was hat er denn jetzt schon wieder angestellt?" "Er.. Er hat... Mich geküsst und angefasst und naja du weißt schon." Impas Augen würden kugelrund. "WAS?" Zelda stratte pikiert zu Boden. "Einfach so?" sie konnte nur mit den Schultern zucken. "Ich.. Keine Ahnung. Ich hab ihm gesagt dass er mich in Ruhe lassen soll und dann plötzlich hat er mich geküsst und wir sind in mein Zimmer gegangen und dann.. Ich weiß auch nicht Impa. Wir waren kurz davor und plötzlich hört er auf, zieht sich wieder an und geht ohne ein Wort. Sowas kann er nicht mit mir machen. " Zelda schlug die Hände vor ihr Gesicht um ihre Tränen zu verbergen." Oh Zelda, es tut mir so leid. Ich dachte er kann dich nicht ausstehen? Warum macht er sowas denn? " Zelda wischte sich die Tränen mit ihrem blauen Ärmelsaum weg. "Einfach so. Aus dem Nichts. Ich fühl mich so benutzt von ihm. Er man doch nicht wochenlang so eklig zu mir sein und dann plötzlich sowas? Als wäre es nicht schon schlimm genug dass ich die Versagerin Hyrules bin." "Ach Zelda hör doch auf. Du bist keine Versagerin. Keine Ahnung was da los war mit Link. Du solltest ihn aber am besten fragen und klarstellen dass er dich so nicht behandeln kann. Hörst du?" Sie nickte nur. Impa begann zu kichern. Zelda blickte sie nur skeptisch an."Der große Link ist wohl dann doch deinem Charme verfallen." "Das glaubst du doch selbst nicht Impa. Link ist ein gefühlsloses Wesen. Hast du ihn mal angesehen? Immer der gleiche Gesichtsausdruck. Und er kann ja nicht mal mit mir reden. Wenn ich ihn was frage bekomme ich fast nie eine Antwort. Als würde ich mit einer Wand sprechen. Da kann ich auch gleich mit einem Bokblin reden... " Impa kicherte."Und morgen müssen wir auch noch nach Goronia, wie soll ich ihn jemals wieder ansehen? Das ist peinlich und komisch. Warum muss es ausgerechnet Link sein, mit dem ich die Verheerung Ganon besiegen muss?" "Das schaffst du schon. Denk nicht darüber nach. Tu so als wäre es dir vollkommen gleichgültig. Sprich nicht mit ihm." "Ich versuchs.." Impa blickte sie aufmunternd an. "Du kannst hier schlafen wenn du magst, es wird grade dunkel, du solltest nicht allein durch die Dunkelheit reisen. Dann reitest du morgen früh zeitig los." Zelda nickte und Impa nahm sie in den Arm.
Die Morgendämmerung brach an und Zelda machte sich auf den Weg. Die Luft war noch kühl, doch in den Sonnenaufgang zu reiten war für Zelda unheimlich beruhigend. Ihr graute es vor Link und ihrem Vater. Sicher hatte er sich Sorgen gemacht, weil sie gestern Abend nicht auf ihrem Zimmer war. Sie wollte fast schon Mitleid empfinden, da fielen ihr all die gemeinen Dinge wieder ein, die er in der letzten Zeit zu ihr gesagt hatte. Die Liebe und Geborgenheit die sie in ihrer Kindheit empfunden hatte, war nicht mehr spürbar. Die Schlossmauern kamen näher. Was hatte wohl Link in der Zeit gemacht als sie weg war? Doch sie verdrängte den Gedanken sofort. Sie musste sich in Gedanken rufen, was Impa zu ihr gesagt hatte. Sie brachte ihren Schimmel in den Stall und rannte schnell die Treppe hinauf. Sie hatte fast ihr Zimmer erreicht, da hörte sie Rhoam. "Zelda! Wo bist du gewesen?" brüllte er. Zitternd drehte sie sich um und erstarrte. Link stand hinter Rhoam und musterte sie mit kaltem Blick. So wie immer. Zelda kämpfte gegen die Gefühle die in ihr aufkamen. Doch Impas Stimme in ihrem Kopf half ihr klar zu bleiben. "Ich war in Kakariko bei Impa. Ich musste ihr etwas wichtiges erzählen." Ihr Blick schweifte zu Link als sie das sagte. Er zuckte nicht mal mit der Wimper. "Und das war so wichtig dass du dorthin musstest ohne jemandem Bescheid zu sagen? Und vor allem ALLEIN?" Zelda wich Rhoams Blick aus. "ZELDA!" sie zuckte zusammen. "Ich wollte gern mal allein sein. Ohne Link." Rhoams Lider flackerten vor Wut. "Du weißt was ist gesagt habe. Das war das letzte Mal dass du dich meinen Anweisungen widersetzt hast." zischte er. "Ja, Vater." Zelda blickte betreten nach unten. Er drehte sich um und ging mit zügigen Schritten davon. Link blieb wo er war. Sein Blick traf den von Zelda. Einen Moment lang glaubte sie etwas zärtliches darin erkennen zu können, doch dann verhärtet sich seine Miene wieder. Er kam auf sie zu. Zelda stand wie angewurzelt da. Was wollte er tun? Diesmal würde sie sich ihm nicht hingeben. Er hielt ihr den Gerudo-Dolch hin. Beim Anblick des Messers spielten sich die ganzen Ereignisse von gestern noch mal in ihren Gedanken ab. Ihre Hände berührten sich kurz als Link ihr das Messer gab. Und da war es wieder. Dieses warme Gefühl in Zelda. Als sie wieder aufschaute war Link schön verschwunden.
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Hinter Hyrules Mauern
Fanfiction(18+!!!) Zelda:Breath of the Wild Fanfiction rund um die Schlacht von Hyrule, Zelda, Link und die anderen.
