Wie ich das hasse. Mein Bauch kribbelte, meine Hände zitternden, ich war total nervös. Warum macht mich das alles nur so verrückt. Wie kann man vor etwas so kleinen nur so große Angst haben. „Können wir das nicht wann anders machen" versuchte ich mich zum gefühlt hundertstens mal heraus zu reden. „Nein, wir machen das jetzt und dann hast du es hinter dir" sagte Jake. Schon seit 10 Minuten versuchen meine Brüder mich zu überreden das ich mir Blut abnehmen lasse, aber ich habe einfach unfassbar Angst davor. Selbst das ich auf Coles Schoß saß und er mir beruhigend über den Rücken strich machte es nicht wirklich besser. „Komm princess, es geht auch ganz schnell" versuchte Jake mich zu überzeugen. Ich spürte wie mir eine Träne die Wange runter floss. Das ist total lächerlich, das weiß ich selber, aber ich kann einfach nichts dagegen machen. Die ganze Zeit sah ich die große, fette Nadel vor meinen Augen, ich konnte an nichts anderes mehr denken. „Ich weiß das du Angst hast, aber wir müssen das machen. Ich verspreche dir das es gleich wieder vorbei ist und nur ganz kurz weh tut" versuchte es Jake erneut. Ich wusste das es nicht schlimm ist, trotzdem hatte ich einfach extreme Angst davor. Erneut flossen mir Tränen aus den Augen. Ich wusste genau das ich es am besten jetzt machten sollte, je länger ich warte desto schlimmer wird es. Zögerlich strecke ich Jake meinen Arm hin. Ich spürte wie er mir etwas über meine Armbeuge band. Kurz darauf wurde es kalt und der Geruch von Desinfektionsmittel drang in meine Nase. Das machte mich alles nur noch nervöser als ich ohne hin schon war. „Ich kann das nicht" sagte ich heulend. „Doch, du hast es gleich geschafft" meinte Cole während er weiterhin über meinen Rücken strich. Ich hatte echt Mühe nicht laut los zu heulen. „Denk an deinen Geburtstag in ein paar Wochen oder an die ganzen Sommertage die du wieder mit Kathy am Strand verbringen wirst" versuchte Cole mich abzulenken. Es brachte nichts, ich konnte an nichts anders als die dicke Nadel, die gleich durch meine Haut gestochen wird, denken.
„Little pinch" sagte Jake plötzlich und noch während er das sagte spürte ich die spitze Nadel auf meiner Haut. Es tat kurz weh und begann dann zu brennen. Es war einfach ein ekliges Gefühl. Meine Hände zitternden gefühlt immer mehr. „Das schlimmste hast du schon hinter dir" versuchte Jake mich zu beruhigen. Fuck, warum macht mich das nur so nervös. Ich konnte mir das selber nicht erklären. „So, und schon ist es vorbei" sagte Jake nach ein paar Sekunden und ich spürte wie er die Nadel wieder raus zog. Er drückte noch eine Weile mit einem cotton pad auf die Einstichstelle bevor er schließlich ein Pflaster drüber klebte und meinen Arm wieder los lief. Ich spürte wie die Nervosität weniger wurde, mir das alles dafür aber langsam echt peinlich wurde. Warum hab ich denn nur so ein großes Problem damit? Warum kann ich nicht eine von den Personen sein denen das gar nichts ausmacht, die dabei zu schauen und Witze drüber machen. „Ich bin stolz auf dich" sagte Cole und gab mir einen Kuss aus den Scheitel. Ich antwortete nicht. Zu peinlich war mir das ganze. Schnell wischte ich mir die Tränen weg und vergrub mein Gesicht wieder in Cole's Brust. Ich war meinen Brüdern echt dankbar das sie so viel Geduld mit mir hatten...
Jake POV
Nachdenklich setzte ich mich wieder an meinen Schreibtisch. Eigentlich ist Mila's Angst vor Nadeln schon deutlich besser geworden, aber heute war es wieder richtig schlimm. Hoffentlich war das heute eine Ausnahme und es wird in Zukunft wieder besser. Es ist nicht leicht sie so voller Angst leiden zu sehen, ohne das man ihr wirklich helfen kann.
Mich hat gestern das Gefühl nicht los gelassen das Mila uns etwas verschweigt. Die Haar Probe war allerdings unauffällig, vielleicht bringt uns ja die Blut Untersuchung weiter. Es war ohnehin mal wieder Zeit ihr Blut abzunehmen. In ein paar Stunden hab ich zum Glück schon das Ergebnis, dann werden wir ja sehen ob mein Gefühl mich getäuscht hat oder ob meine kleine princess uns wirklich etwas verbirgt. Ohne weiter darüber nach zu grübeln widmete ich mich wieder meinem Stapel Arbeit, der einfach nicht weniger werden will. Allerdings wurde ich schon nach wenigen Minuten unterbrochen und in die emergency room gerufen. Etwas genervt zog ich mir meinen weißen Arzt Kittel an und machte mich auf den Weg in den ER.
„Was gibts" fragte ich den Diensthabenden Oberarzt. „Schwerer Verkehrsunfall, mindestens 8 verletzte, darunter 3 Kinder" berichtete er mir kurz. Kaum hatte er ausgesprochen kam auch schon der erste Krankenwagen an. „Schwere Fälle in den Traumaraum, piepen sie die pediatrics und die neurology an" sagte ich zu einer Krankenschwester während ich mich dem ersten Patienten widmete. „14 Jahre alter junger, abdominal contusions, right-upper-leg deformity. Paramedics couldn't get a line. He's hypotensive and need a fluid asap" teilte mir der Rettungssanitäter mit. Das war eins der schlimmstes Dinge an meinem Beruf, verletzte Kinder. Vorallem wenn sie in dem Alter meiner kleinen Geschwister waren, da wird einem jedes Mal bewusst wie froh man sein kann das es es nicht sie sind.
Durch den Verkehrsunfall habe ich die letzten 5 Stunden im OP verbracht und bin mit meiner eigentlich Arbeit kein Stück voran gekommen. Zum Glück haben alle überlegt. Ich beschloss einfach alles zusammen zu packen und den Rest von zuhause aus zu erledigen. Gerade als ich alles ausmachen wollte sah ich das Milas Blut Ergebnisse schon da waren...
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Big Brothers 2
AdventureAchtung: das Buch habe ich geschrieben, als ich noch sehr jung war. Es ist dementsprechend nicht sehr gut geworden. Am besten ihr überspringt die ersten beiden oder drei Bücher und beginnt erst dort zu lesen, da werden die deutlich besser! Dieses B...
