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Warnung: Der folgende Teil besteht ebenfalls alkoholverherrlichten Aussagen.
Please drink responsibly. Reader discretion is advised.

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Erschrocken drehte ich mich ruckartig um. Ich weiß nicht, was genau mich so erschreckte. Die Tatsache, dass ich durch die laute Musik gar nicht mitbekommen hatte, dass sich die Person fast schon lautlos mich so genähert hatte, oder dass es sich bei dieser Person um Kaden handelte?

Wahrscheinlich lag es an dem Letzteren. Denn er war die letzte Person, mit der ich hier gerechnet hatte. Was eigentlich schwachsinnig war, wenn man bedachte, wie viele Leute aus der Uni sich hier auf der Gartenparty tummelten. Und rein optisch passte Kaden perfekt hier rein. Fehlten eigentlich nur noch zwei Möchtegern-Influencer, die links und rechts an seiner Seite kleben würden.

„Hat dir mein Anblick etwa so die Sprache verschlagen?", seine Lippen verzogen sich zu einem leicht spöttischen Grinsen.

Sein selbstgefälliger Spruch bestätigte nur meine Annahme.

„Nein, ich habe nur gerade wichtigeres zu erledigen. Nämlich betrunken werden, um dein Anblick überhaupt ertragen zu können.", antwortete ich knapp und war stolz auf meinen ruhigen Unterton.

Kaden schien von meinem Spruch mehr als unberührt zu sein. Wenn ich mich nicht irrte, so versuchte er sich ein Grinsen sogar zu verkneifen.

„Korrigier mich, wenn ich hier falsch liege. Aber müsstest du nicht, um betrunken zu werden, den Becher austrinken und diesen nicht wegkippen?", fragend hob er eine Augenbraue.

„Oh wenn ich das tun würde, würfe ich vermutlich mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus laden. Meine Freunde haben es also heute Abend mehr als gut gemeint."

„Dann kann mein Anblick für dich ja wohl doch nicht so unerträglich sein, wenn du diese einem Aufenthalt im Krankenhaus vorziehst. Zudem schon ein wenig unhöflich, den Alkohol wegzukippen. Was für eine Verschwendung."

Ich war gerade dabei einen großen Schluck aus dem Becher auf den Rasen zu kippen, als ich Mitte in der Bewegung innehielt und Kaden stattdessen den randgefällten Plastikbecher hinhielt.

„Na wenn du das als eine zu große Verschwendung hältst dann bitte, trink doch gerne etwas davon ab.", forderte ich ihn auf.

„Gerne würde ich zwar, aber.."

„Oh lass ich raten. Der mysteriöse Bad Boy hat eine dunkle Vergangenheit, weshalb er seitdem nicht mehr einen Tropfen Alkohol angerührt hat?", unterbrach ich ihn. Für einen kurzen Moment war ich ein klein wenig Stolz darauf. Das Gefühl verschwand jedoch schlagartig, als er in schallendes Gelächter ausbrach.

„Oh ich bin für dich also wie ein Bad Boy, wie er in diesen ganzen unrealistisch Erotikromanen steht, ja?", noch immer amüsiert schüttelte er leicht den Kopf. „Nein, ich kann nicht trinken, da ich für meine Freunde den Fahrer spiele. Aber dann werden wir heute wohl ein Taxi nehmen müssen. Meine Freunde werden dir dafür natürlich sehr dankbar sein." Bevor ich noch irgendetwas erwidern oder mich erklären konnte, hatte er schon den Plastikbecher in der Hand und nahm davon mehrere große Schlucke. Ohne auch nur die Miene zu verziehen.

Empört nahm ich ihm den Becher ab. „Oh, schieb du jetzt nicht die Schuld auf mich, wenn du deine Freunde nun enttäuschen musst. Denn das kannst du auch ziemlich gut alleine." Damit ich auch nur eine Sekunde mit ihm aushalten konnte, brauchte ich definitiv Nachschub an Alkohol. Denn dank ihn fühlte ich, wie ich von Sekunde zu Sekunde nüchterne wurde.

Ich drehte mich um, stellte den Becher auf den Tisch, schraubte die Orangenfalsche auf und schüttete ordentlich an Orangensaft nach. Dank Kaden, der so einiges innerhalb von wenigen Sekunden weggetrunken hatte, war das so einiges. Sobald der Plastikbecher erneut randvoll war, stelle ich die Orangensaftflasche ab, hob den Becher vorsichtig an und nahm einen zögerlichen Schluck. Genau so sollte ein Voda-O schmecken! Ich nahm nun noch einen größeren Schluck, um den bitteren Vodkaschluck von vorhin endgültig zu vertreiben.

„Wann habe ich dich denn enttäuscht?", aus dem Nichts war Kaden nun dicht hinter mir.

Vielleicht lag es an dem Alkohol, den ich doch schlagartig zu spüren schien oder an seiner unerwarteten Nähe, sodass sich mein letzter Funken an Würde und Stolz verabschiedete.

„Nun für Männer mag es vielleicht unvorstellbar sein. Aber einer Frau erst ein Date aufzuzwingen, tatsächlich aufzutauchen nur um dann ohne Erklärung dieses abzubrechen und zu verschwinden... Bei der nächsten Frau erscheine am besten gar nicht. Das ist tatsächlich weniger enttäuschend." Kaum hatte ich es ausgesprochen, bereute ich es auch schon.

Vielleicht wäre es doch besser, nicht zu viel zu trinken, damit ich nicht noch weiter Dinge von mir preisgeben würde, die ich spätestens am nächsten Morgen bereue könnte.

„Und dafür hatte ich mich schon entschuldigt. Und mein Angebot steht noch, mich dafür zu revanchieren..." Kaden legte seine linke Hand auf meine Hüfte und zog mich sanft aber bestimmend näher zu sich, sodass ich seine muskulöse Brust deutlich an meinem Rücken spüren konnte. Mit seiner freien Hand schob er seine Haarsträhne hinter mein Ohr. „Du musst nur sagen wann, wie und wo.", raunte er in mein Ohr.

Vielleicht lag es an dem Alkohol, oder das ich seit längere Zeit nicht mehr von einem Mann angefasst wurde - doch für einen Bruchteil der Sekunde fielen mir unzähligen Dinge ein, in denen er sich revanchieren könnte. Keins davon war nur ansatzweise jugendfrei...

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Hoffen wir mal, dass Kaden endlich dazu kommen wird, sich zu revanchieren ;)

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