Kapitel 7 - Offenbarungen
Das Leben bei Urokodaki war nicht unbedingt einfach. Das Training war anstrengend, der Mangel an Fortschritt bezüglich der anderen Atem-technicken war frustrierend und allein die Tatsache dass jegliche Technik im Grunde gar nicht vorhanden war, trieb dich manchmal in den Wahnsinn. Du vermisstest das Internet, ordentliche Heizungen und vor allem moderne Toiletten so sehr, das du manchmal sogar davon träumtest.
Es waren merkwürdige Träume.
Trotz alledem erschien dir das alles erstaunlich... simpel. Es war angenehm. Schon fast erleichternd. Dein Leben war derzeit kompliziert. Du warst in einer Zeit voller Tod, Mord und Monster. Du kanntest die Zukunft, wusstest Details die du eigentlich nicht wissen dürftest und dennoch... gefiel es dir.
Natürlich hättest du noch immer Zweifel und fühltest dich schlecht wegen dem Tod von Tanjiros Familie, doch einmal davon abgesehen wurde dir immer mehr bewusst, wie sehr du dieses Leben deinem vorherigen doch vorzogst.
Es war merkwürdig. Du warst merkwürig. Du wusstest das es purer Wahnsinn war ein Leben in dieser Welt zu genießen, doch in gewisser weise hattest du ja eh keine Wahl. Es war einfacher mit diesem Leben klar zu kommen, als es immerzu zu fürchten und zu verachten.
Du musstest es genießen solange du noch konntest, denn wer wusste schon wie lange das ganze so bleiben würde. Immerhin hattest du noch die Finale Prüfung vor dir und natürlich die ganzen Dämonen. Ob du dieses Leben dann immer noch so sehr schätzen würdest wie jetzt, war durchaus fraglich. Wenn du wieder dem Tod ins Auge blicken musstest, ganz so wie damals bei deinem ersten Dämon, dann konnte das alles eine rapide Wendung nehmen.
Ja, am besten wäre es wenn du die Ruhe genießt so lange du noch konntest.
Außerdem musstest du ehrlich gestehen das du nicht sonderlich erpicht darauf warst Urokodaki und gegebenenfalls auch Tanjiro zu verlassen. Die beiden waren dir mittlerweile ziemlich ans Herz gewachsen. Du würdest zwar nicht soweit gehen und behaupten das Urokodaki wie ein Vater für dich war, doch es war auf jedenfall etwas ähnliches. Er war mehr als nur ein Lehrer, aber kam nicht ganz an die Elterlichen Einflüsse ran die du dir immerzu von deiner Mutter gewünscht hattest - die sie jedoch nie erfüllte. Das eheste was dir im Bezug zu Urokodaki einfiel, wäre wohl eine art Onkel. Ein merkwürdiger und ziemlich strenger Onkel, aber trotzdem eine art Onkel.
Auch wenn du ihm nicht alles erzählen konntest, was dir so im Kopf herumschwirrte, so warst du dir sicher das er für dich immer die erste Bezugsperson in dieser Welt bleiben würde.
Tanjiro zuzu ordnen war hingegen schon etwas schwieriger. Persönlich kennen tatest du ihn erst seit wenigen Wochen und auch wenn er mittlerweile dein Schüler-Kamerad war und ein Zimmer mit dir teilte, so waren eure Konversationen nur rar gesäht. Jeder von euch hatte seine Aufgaben, du trainiertest alles was du bisher gelernt hattest, immer und immer wieder von neu - mit gelegentlich neuen Übungen, während Tanjiro den Horror von ganz vorne erleben musste. Man musste erst gar nicht erwähnen wie kaputt und zerschrammt er an jedem Tag war.
Er tat dir leid.
Aber es war nun mal wie es war, genau so wie auch du, musste er dadurch und du wusstest aus bester Quelle das er das schaffen würde.
Es war nicht so das du und Tanjiro nicht miteinander klar kamt, viel eher fehlte euch - und momentan vor allem Tanjiro - schlichtweg die Kraft nach dem Training noch groß Freundschaften zu knüpfen. Dich störte das nicht weiter, natürlich würdest du dich gerne mit dem Rothaarigen anfreunden, doch das hätte Zeit. Vorerst würde es dir reichen das du ihn mittlerweile immerzu im Blickfeld hattest und endlich wusstest in was für einer Zeit du dich genau befandest. Und das war ebenfalls etwas was dich ungemein beruhigte. Du hattest noch genug Zeit. Um genau zu sein noch im cirka zwei Jahre bevor die Geschichte wirklich anfing loszugehen. Gleichzeitig rief das jedoch wieder alte Fragen in dir auf.
Wann würdest du auf Sabito treffen? Wann würdest du zur Finalen Prüfung aufbrechen und vorallem... was würdest du wegen diesen verdammten Dämon unternehmen, der all deine Vorgänger auf dem Gewissen hatte?
Natürlich könntest du versuchen gegen ihn zu kämpfen, doch wenn du ehrlich sein musstest... dann wusstest du nur zu gut wie das enden würde. Du warst nicht Tanjiro. Du warst kein Naturtalent. Du beherrschtest ledig zwei Atem Techniken.
Du würdest einfach nur bitterlich sterben.
Und das war etwas, was du eigentlich gerne vermeiden würdest.
Also... Wie zum Teufel solltest du vorgehen?
Überrascht blicktest du auf, als sich jemand ruckartig neben dir am Tisch niederließ. Mit Wucht viel Tanjiros Kopf plötzlich nach vorne, knallte auf die gerade Holzplatte, während ihm ein Stöhnen entkam.
Du zogst kurz eine Augenbraue nach oben. „Uh... Kamado-kun... Alles fit bei dir?"
Ein kurzes grummeln entkam deinem gegenüber. „Ja.", entkam es ihm gezogen. "Mir tut nur alles weh."
„Oh~? Willst du etwa schon aufgeben?"
Mit einem ruck saß Tanjiro plötzlich wieder gerade und ballte eine seiner Hände zur Faust, um diese vor seiner Brust zu halten . "Natürlich nicht! Immerhin muss ich einen weg finden um Nezuko zurück zu verwandeln!"
Du konntest darauf nur grinsen. „Ich weiß. Ich ärger dich doch nur. Mir ging's nach den ersten Wochen auch nicht besser als dir."
Das war der Punkt an dem sich auch auf Tanjiros Lippen ein breites lächeln schlich. „Sag, Y/N... Warum willst du ein Dämon-Slayer werden?"
Kurz blinzeltest du ehe dir ein nachdenklicher Laut entkam. „Warum ich ein Dämon-Slayer werden will?... Um ehrlich zu sein hab ich mehrere Gründe. Zum einen weil ich einfach Dämonen töten will, ich will nicht mehr einfach nur dumm in der gegen rumstehen und nutzlos sein, ich will helfen... Und zum anderen wegen den Leuten die ähnliches erlebt haben wie ich. Wie du zum Beispiel Kamado-kun."
Tanjiros blickte leicht überrascht. „Ich?"
„Ja.", du nicktest kurz. „Wir haben beide Menschen verloren die uns wichtig waren, war? Und neben uns... gibt es noch hunderte, wenn nicht sogar tausend andere, denen das gleiche Schicksal widerfahren ist. Ich will nicht das noch mehr Leute etwas verlieren müssen, was ihnen wichtig ist."
„Y/N..."
„Uh, ja ich weiß, klingt sicher total schnulzig."
Wieder mit einem leichten Lächeln auf den Lippen schüttelte Tanjiro seinen Kopf. „Nein, das denke ich nicht. Ich kann deine Gründe gut nachvollziehen. Mal abgesehen davon das ich noch Nezuko retten will, sehe ich das genauso. Es sind schon genug Leute gestorben."
„Mh..."
„Y/N... darf ich fragen wenn du verloren hast?"
Du schwiegst kurz. Eigentlich wolltest du über dieses Thema nicht wirklich reden, aber Tanjiro hatte ein recht das zu erfahren. Immerhin wusstest du ja auch schon alles über ihn und würdest ihm auch in Zukunft noch genug Lügen auftischen müssen.
„... Meine Schwester."
„Oh... das tut mir-", wollte er schon anfangen, wurde aber von dir unterbrochen. "Nein, nein, keine Sorge. Es ist in Ordnung. Irgendwie jedenfalls.", ein seufzen entkam dir. Was wolltest du ihm eigentlich versuchen mit zu teilen? „Ich- pass gut auf Nezuko auf, okay Tanjiro? Du kannst wirklich froh sein das du sie noch hast."
Tanjiros rücken streckte sich in eine grade position. "Ah! Natürlich das werde ich! Ich werde alles in meiner Macht stehende tun um sie wieder zu einem Menschen zu machen und ihr eine ordentliche Zukunft zu bieten!"
„Gut... dann... werde ich dir bei deinem Ziel helfen.", entkam es dir mit leiser aber standhafter Stimme.
Tanjiros Schultern sanken wieder in eine gemütlichere Position, während seine Blick nun wirklich komplett in Überraschung abtriftete.
„Aber- Y/N das..."
„Versuch erst gar nicht mich umzustimmen."
Tanjiro nahm sich einige Sekunden um kurz nachzudenken, ehe er nickte. „Okay. Aber warum? Ich will dich nicht in unsere Angelegenheiten mit hinein ziehen. Nezuko ist zwar sehr freundlich, aber sie ist immer noch ein Dämon. Das könnte Probleme für dich verursachen..."
„Ach, Probleme werden wir so oder so haben. Wir kämpfen immerhin gegen Dämonen. Außerdem, ich mag euch. Ganz einfach. Deswegen werde ich euch helfen."
„Oh... ich kann wirklich froh sein so eine gute Freundin zu haben.", entkam es dem rothaarigen während sich ein leichtes lächeln auf seine Lippen legte.
Darauf war es nun an deiner Stelle überrascht reinzublicken. „Freunde? Wir sind Freunde?"
„Natürlich!", entkam es Tanjiro während er energisch seinen Kopf hin und her nickte.
„Huh. Ja. Das find ich gut."
Das war die erste Konversation mit Tanjiro die anfing euer Verhältniss zueinander zu verändern. Zwar überraschte es dich ein wenig wie schnell er doch Freundschaften schloss, aber eigentlich hätte es dir klar sein müssen. Immerhin war er ja der typische immer zu fröhliche Protagonist. Es war auch ab diesem Zeitpunkt das ihr öfter anfingt zu reden. Manchmal nur kurzer Smalltalk, manchmal tiefgründige lange Gespräche.
Das lag aber nicht nur daran dass ihr Freundschaft geschlossen hattet, sondern auch daran das Tanjiro Fortschritte machte. Enorme fortschritte. Er war gut, das konnte man nicht bestreiten. In gewisser weise machte es dich sogar eifersüchtig. Nicht das du es ihm nicht gönnen würdest, ganz im Gegenteil, doch es ärgerte dich schon einwenig das er so viel schneller besser würde als du. Auch wenn dir von anfang an klar war das Tanjiro auf einem komplett anderen Level war als du.
So sehr dich das auch runterzog, du ließt dir nichts weiter anmerken. Dann hätte er eben mehr Talent als du, das war nun mal so. Dann musstest du eben mehr trainieren, um zu verhindern dass du irgendwann gnadenloss hinter ihn fallen würdest.
Während du selbst was deine Fähigkeiten anging, noch etwas unsicher warst, sah Urokodaki das wohl anders. Es fing damit an das er dir immer weniger Aufgaben zum Trainieren gab und immer mehr wiederholungen kamen, er dich irgendwann dazu verdonnerte mit Tanjiro zu kämpfen - um euch beiden 'richtige' kampferfahrung zu bieten, auch wenn du bislang immer noch ohne Probleme gegen Tanjiro gewinnen konntest, ehe er dir schlussendlich nach einigen Monaten die Worte sagte, die du gleichzeitig herbei sehntest und gleichzeitig fürchtetest.
„Ich kann dir nichts mehr beibringen."
Zu diesem Zeitpunkt war ein schlichtes „Oh.", das einzige mehr oder weniger Sinnvolle was dir über die Lippen kam.
Es war also nun soweit.
„Komm.", wies Urokodaki dich an, ehe er auch schon schnurstracks gerade heraus den Wald betrat. Du folgtest ihm schweigend, viel zu nervös um etwas zu sagen.
Als ihr die Lichtung betratet auf der dich ein riesiger Stein erwartete, konntest du nicht anders als innerlich zu fluchen.
Das scheiß Teil war riesig. Wie zum Teufel solltest du so ein Ding zerhacken? Du warst dir sogar sicher das dieser Scheiß-Stein größer war als der von Tanjiro. Wollte Urokodaki dich etwa ärgern? Verhindern das du zur Auswahl Prüfung kamst?
Das durfte doch verdammt nochmal nicht wahr sein.
„Das ist deine letzte Prüfung. Zerschneide diesen Stein mit deinem Schwert und ich werde dich zur Finalen Selektion lassen."
„Urgh... Von mir aus.", entkam es dir grummelnd. Urokodaki bedachte dich noch einmal mit einem dir unzuordbaren Blick, ehe er sich schlicht umdrehte und dich ohne ein weiteres Wort stehen ließ.
Natürlich war dir von Anfang an klar, das du dich früher oder später dem Stein stellen musstest, doch jetzt wo du ihm wirklich gegenüber standest, befingen dich die ersten Zweifel.
Was war wenn du es nicht schaffen würdest? Wenn der Stein, Stein blieb und dein Schwert an ihm scheiterte? Oder dein Schwert sogar zerbrach? Das wäre problematisch.
Mit einem leisen seufzen auf den Lippen, Schrittes du langsam nach vorne, hobst deine Hand nach oben und liest diese auf den Stein fallen. Die raue Oberfläche drückte sich an deine Finger, während du sie nachdenklich nach unten gleiten ließt.
Welchen Schritt würdest du nun gehen? Dumm wie du warst einfach auf den Stein einhacken und das beste erwarten?
Nein, das würde dir nichts weiter als ein Stumpf es Schwert einbringen.
Ein kurzer Windstoß wehte dir durch die Haare, ließ sie aufwirbeln und hinterließ eine Schwäche Gänsehaut in deinem Nacken.
Mit einmal war es dir bewusst was du zu tun hattest. Du müsstest weiter Trainieren, aber nicht mehr mit Urokodaki oder Tanjiro.
„Ich weiß das ihr hier seid.", entkam es deinen Lippen, während dich erneut ein Windstoß umfing. Die Frage ob Sabito und Makomo bei dir überhaupt auftaucht würden, ignorierend, ließt du noch einige Sekunden ins Land ziehen, ehe du dich langsam umdrehtest und wie erwartet nicht enttäuscht wurdest.
Vor dir standen zwei Gestalten, ein Junge mit lachsfarbendem Haar und einer Maske die sein Gesicht verdeckte und ein Mädchen mit dunklem Haar das dir mit einem sanften Lächeln entgegen blickte.
Sabito und Makomo.
Deine Vorgänger. Menschen die den Tod bereits ins Auge gesehen hatten und nun noch immer an diese Welt gebunden waren. Es war ein komisches Gefühl das sich in deinem Magen ausbreitete, als du die beiden erblicktest. Die Stille die sich über die Lichtung legte war erdrückend, Sabitos Hand war fest um ein Holz Katana umschlungen, während du dir sicher warst dass er dich mit einem stechenden Blick durchlöcherte.
„Wer bist du?", entkam es ihm nach sich endlos anfühlenden Minuten endlich, während er einen Schritt nach vorne ging, nur um sofort wieder stehen zu bleiben.
„Solltet ihr das nicht bereits schon wissen? Ich bin Y/N."
„Nein.", entkam es ihm schlicht, mit einem Unterton den du nicht ganz zu ordnen konntest. „Wer oder was bist du wirklich?"
Leicht weiteten sich deine Augen. Dieser Kerl war um einiges gerissener als du angenommen hattest.
„Wer oder was ich wirklich bin, huh? Das ist eine gute Frage. Ich bin ganz offensichtlich ein Mensch und mein Name ist auch wirklich Y/N, aber... diese Frage könnte ich euch genauso stellen."
„Dir ist es also aufgefallen.", stellte er Stumpf fest.
„Das ihr Tod seid? Ja offensichtlich- oh warte, shit, sorry, das war wahrscheinlich total unhöflich von mir zu sagen.", entkam es dir, als dir dir deine eigenen Worte bewusst wurden entschuldigend. Du wolltest dich mit Sabito und Makomo anfreunden und sie dir nicht zum Feind machen, verdammt.
Makomo schüttelte nur leicht ihren Kopf. „Nein, es ist schon okay. Du hast recht, wir sind Tod. Es gibt keinen Grund sich darüber aufzuregen."
„Dennoch-", fing Sabito wieder an. „Ist das etwas was du eigentlich nicht wissen solltest."
„Du willst also antworten?", stelltest Du das offensichtliche noch einmal unnötiger weiße fets.
„Offensichtlich."
„Warum willst du so sehr wissen woher ich weiß wer ihr seid?"
„Warum hast du uns angesprochen?"
Darauf könntest du nur kurz deine Augenbrauen zusammen ziehen. „Gute... Gegenfrage.", ein seufzen entkam deinen Lippen. „Von mir aus. Ich erzähls euch. Ich hab sowie so nichts zu verlieren, außerdem... ist es vielleicht sogar etwas gutes endlich mal mit jemandem darüber reden zu können."
Deine Gedanken überschlugen sich in deinem Kopf. Das war so riskant. So gefährlich. Wäre es wirklich eine gute Idee den beiden alles zu erzählen? Solltest du vielleicht lügen oder sogar ein paar Details auslassen? Würden die beiden das ganze später Tanjiro erzählen und-
„Also?", entkam es Makomo neugierig, während Sabito nur seine Arme verschrenkte.
„Uh, ist ja schon gut, ich war am überlegen. Das ganze ist allerdings ein bisschen verrückt. Ihr werdet mir wahrscheinlich eh nicht glauben.", murmeltest du die letzte Sache leise vor dich hin während du noch einmal kurz in deine wirren Gedanken abtauchtest, ehe du alle deine Zweifel nach hinten schobst und einmal tief Luft holtest. Das würde schon irgendwie gut gehen. Wenn du es schon jemandem erzählen musstest, dann Sabito und Makomo. Sie waren die geringste Gefahr für dich. Aus den ganz einfach Grund das sie Tod waren. So bitter das auch klang.
„Also... wie euch ja schon aufgefallen ist, weiß ich etwas was ich eigentlich nicht wissen dürfte. Mehrere Sachen um genau zu sein. Ich weiß vieles. Ich weiß alles über euch, aber auch alles über andere Menschen. Ich kenne Menschen denen ich noch nie zuvor begegnet bin, kenne ihre Vergangenheit, ihre Eigenschaften und...auch wie sie sterben. Also joa... im Grunde könnte man sagen ich kenn' die Zukunft."
Du musstest Sabitos Geschicht erst gar nicht sehen können um zu wissen das er eine Augenbraue nach oben zog. „Du hast Recht. Ich glaube dir nicht.", rieb er dir das offensichtliche noch einmal unter die Nase. Du hattest zwar schon damit gerechnet, doch du warst trotzdem nicht sonderlich erpicht darauf härter maßnahmen ergreifen zu müssen.
Erneut konntest du nicht anders als einfach nur zu seufzen. „Tja dann wird's wohl Zeit für die Beweise, huh?"
Sabito blickte dich daraufhin nur schweigend durch die dunkeln Augen seiner Maske an. Er glaubte dir nicht, kein bisschen. Er rang sogar schon mit der vermutung das du schlichtweg durchgeknallt war, trotzdem musste er gestehen das er darauf gespannt war was du sonnst noch so zu sagen hattest. Verrückt oder nicht, deine komplette Existenz erschien ihm trotzdem zu... merkwürdig.
„Ihr kennt Tomioka Giyuu, nicht war? Damals noch ein kleiner ängstlicher Junge und heute ein Hashira. Ihr wart Freunde. Ich bin ihm auch schon einmal begegnet. Er ist der Grund weswegen ich noch lebe. Aber ihr wisst genauso gut wie ich das er nicht sonderlich gesprächig ist – auch wenn das früher wohl anders war. Genau so Urokodaki-san, er redet nicht über die Vergangenheit. Weder über Giyu, noch über euch. Um genau zu sein gibt es niemanden der mir je hätte von eurer Existenz erzählen können und dennoch kenne ich euch. Weiß eure Namen, Sabito und Makomo und weiß auch genau wie euer Schiksal aussah. Ich kenne jedes Detail. Ich weiß vom Hand-Dämon und auch wie genau es passiert ist. Willst du wirklich das ich was das angeht auch noch ins Detail gehe? Ich bezweifel-"
„Nein. Ist schon gut. Ich glaube dir... mehr oder weniger.", unterbrach Sabito deine Erläuterung schlussendlich und verkrampfte seine Hand nur noch mehr um sein Schwert. Die unangenehmen Erinnerungen die du in den beiden wahrscheinlich wieder aufgerufen hattest hinterließen einen bitteren Beigeschmack. Das ganze muss schrecklich gewesen sein.
„Woher weißt du das alles?", war es Makomo, die sich nachdem sie die ganze Zeit geschwiegen hatte auch wieder in das Gespräch mit einband.
„Nun... das ist noch komplizierter als der ganze Rest."
„Wir haben Zeit."
„Huh, okay... Das Problem an der ganzen Sache ist, das ich mir selbst nicht ganz so sicher bin, wie das alles passiert ist. Aber das einfachste wäre wohl zu sagen das ich aus einer anderen Zeit oder einer anderen Welt stamme."
„Das..."
„Klingt verrückt? Ja ich weiß. Aber da wo ich herkomme, ist alles anders. Fortgeschrittener, mit mehr Technologie und mehr Wissen. Außerdem war die Jahreszahl eine komplett andere. Um genau zu sein das Jahr 2020. Alles war wie immer, ein bisschen beschissen, ja, aber sonst genau so wie immer. Bis plötzlich ein Dämon vor mir stand. Etwas, was es bei uns eigentlich nicht geben sollte. Ich hab es irgendwie geschafft lange genug zu überleben, doch aus irgendeinem Grund hat sich plötzlich das gesamte umfeld verändert. Ich war plötzlich in nem Wald. In nem' verdammten Wald. Ich war vorher ganz normal in einem Haus! Tja und dann hat der Dämon versucht mich weg zu snacken, Tomioka hat mich gerettet und joa. So bin hier gelandet."
„Und wie kamst du jetzt zu deinem wissen?", fragte Makomo gespannt.
„Tja, das ist ding an der Sache. In meiner Welt, uh- Zeit- ach keine Ahnung, gibt es eine Geschichte. Eine Geschichte die von allem hier handelt. Von den Dämonen, von Tanjiro und Tomioka, aber auch von euch beiden und vielen anderen Leuten."
Sabito und Makomo schwiegen und starrten dich einfach nur noch an. Jedenfalls gingst du bei Sabito davon aus das er dich anstarrte.
Es verging eine halbe ewigkeit, ehe sich Sabito dazu erbarmte seine Stimme zu erheben.
„Ich verstehe."
Du blinzeltest. Ernsthaft?
War das wirklich das einzigste was er dazu zu sagen hatte?
„Es klingt verrückt, aber es ergibt auch ein wenig Sinn. Wenn du tatsächlich aus der Zukunft stammst, ist es kein Wunder das die Ereignisse der Vergangenheit nieder geschrieben wurden."
Erneut blinzeltest du kurz, ehe du dich schweigend das zu entschlossest den beiden nicht zu erzählen das die Geschichte um Kimetsu no Yaiba, nicht gerade aus einem Geschichtsbuch stammte. Es wäre einfacher es einfach so zu belassen.
Eine Geschichte aus der Vergangenheit in die du irgendwie hineingeraten warst.
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Kurzes Nachwort:
So ich muss zugeben, ich hatte ein paar Probleme damit dieses Kapitel zu schreiben. Ich wollte diese ganze Offenbarung eigentlich ein wenig anders rüber bringen, mit mehr zweifeln von beiden Seiten aus. Von Y/N da sie unsicher ist ob es wirklich so eine gute Idee ist ihr Geheimnis heraus zu posaunen, aber auf von Sabito und Makumo weil es nun mal eben eine verrückte Geschichte ist. Aber es ist nun mal jetzt so geendet und alle versuche das ganze ein wenig anders rüber zu bringen haben mir noch weniger gefallen daher... bleiben wir wohl erstmal bei dieser Version. Ich hoffe es ist einigermaßen verständlich warum sie ausgerechnet den beiden davon erzählt was wirklich mit ihr passiert ist. Weil 'Geister' nun mal die sicherste wahl sind. Vielleicht schaffe ich es ja irgendwie in den nächsten Kapiteln noch mal ein wenig besser drauf einzugehen. Aber nun ja, mehr wollte ich eigentlich nicht mehr dazu sagen.
Oh außerdem habe ich eine Liste der derzeitigen Love-Interesst am ende des ersten Kapitels hinzugefügt! Diese liste ist allerdings noch nicht Final und es kann durchaus passieren das eventuell noch Charaktere dazu kommen oder Charaktere in der Liste sind bei denen ich mir noch nicht ganz sicher bin. Ich nehme jegliches Feedback dazu gerne an und kann sicherlich noch jemanden ergänzen wenn ihr möchtet! :)
Ich hoffe ihr hattet spaß mit dem Kapitel und liebe Grüße,
Raiuchii~
DU LIEST GERADE
𝒞𝑜𝓁𝑜𝓊𝓇𝓈 | 𝒦𝒾𝓂𝑒𝓉𝓈𝓊 𝓃𝑜 𝒴𝒶𝒾𝒷𝒶
RomanceBunte Schwerter sind das eine, Dämonen die dich ausfressen wollen das andere. Du hast schon so einige skurrile Erlebnisse hinter dich gebracht, doch plötzlich ein sich dauerhaft verfärbendes Schwert in den Händen zu halten und damit irgendwie Dämone...
