VI

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"Scheiße! Wir müssen uns beeilen, sonst läuft die Zeit ab!"

Levis Sicht:

Ich war etwas erschrocken, weil er aus dem nichts so schnell aufsprang und in Panik verfiel, doch als ich mir gesagtes genauer durch den Kopf gehen ließ und darüber nachdachte, riss ich meine Augen auf und stand ebenfalls in Sekundenschnelle auf.

"Verdammt." zischte ich.

Somit joggten wir ohne weitere Worte die restliche Strecke, die etwa eine Viertelstunde betrug weiter.
Die lästige Spitze, die meinen Arm getroffen hat, steckte ziemlich fest, sodass wir sie erstmal in Ruhe ließen und drum rum Erens Schal banden.
Jedes mal als sich eben genannter zu mir drehte, was ziemlich häufig war, lächelte er in meine Richtung.
Oftmals sah ich zu ihm zurück.
Die schlechte Stimmung von gerade war wie verflogen, denn nun zählte es raus aus dem nächsten Raum zu kommen. Zusammen als Team, würden wir es schaffen.
Ich war zuversichtlich, doch sorgte mich mindestens genauso.
Hätten wir unsere Telefone noch, hätten wir bereits die anderen kontaktiert und sie gewarnt.
Leider war uns dies aber nicht möglich.
Eines tages bringe ich die Brillenschlange um.
Wir kamen an einer Tür an, diese öffneten wir mit einem Ruck und sahen ein unglaubwürdiges Spektakel, worauf wir nicht vorbereitet waren.

"Was zum Teufel!" zischte meine Cousine und schritt zurück, vor ihr der, ebenfalls erschrockene, Freund von Eren, Armin.

Wir drehten uns schnell weg und brummten. Hatten wir gerade ernsthaft meine Cousine und seinen besten Freund beim Sex erwischt?!

"O-Oh Gott! E..Es tut mir ja so so leid!" schämt sich Armin während wir hörten, wie sie ihre Klamotten,
die sie sich scheinbar während ihrer Liebschaft, auch wenn diese nur einseitig war, weggeschmissen hatten und nun anzogen.

"Lass stecken, Kokosnuss." winkte ich mit verschlossenen Augen ab.
Ich spürte seinen Scham bis hier hin und konnte mir ausmalen, wie rot und beschämt er gerade sein musste.
Von dem Couseng der Partnerin und vom besten Freund der ihm genau sowas ausgeredet hat, bei genau so etwas erwischt zu werden, ist nun wirklich nicht alltag und erst recht nicht angenehm.

"Aber ernsthaft jetzt? Musstet ihr es unbedingt hier treiben? Hier?
Wir müssen hier raus sonst werden wir getötet!" brüllte Eren ein wenig aufgebrachter. Mit hier ist der Raum gemeint, der sich, scheinbar wie die anderen bisherigen Räume, in die Länge zog. Wie gerade eben befinden wir uns in eine Art Gang, der weiter hinten zu enden schien.
Warum ich mir so sicher bin?
Weiter hinten sah ich schon Licht, klein, doch es war vorhanden.
Wenn wir dem Licht gleich näher kommen, werden wir hoffentlich feststellen, dass wir allesamt gerade so durchpassen.

"Wovon redest du?" mischte sich Mikasa ein, nachdem sie die ganze Zeit Flüche vor sich hin gemurmelt hat und nun fertig mit dem anziehen zu sein scheint. Dies war natürlich nur auf die Aussagen Erens bezogen, meine Aussagen würde sie mal wieder nur schlecht reden oder garnicht erst beachten. Doch im Gegensatz zu Eren, interessierte dies mich schon seit einer langen Zeit nicht mehr.

"Das ist kein Vergnügungsspiel, wir spielen um Leben und tot!"
erklärte ich schlicht.
"Und wenn du jetzt mal aufhören würdest nur auf Eren zu reagieren und andere für ihn zu verarschen, wäre es eine große Hilfe, wenn du deinen Arsch bewegen würdest!"

Armin öffnete erschrocken seine Augen, perfektes Timing.

Hinter uns hörten wir nämlich, wie eine Art Messer zu Boden fiel, doch dies schien kein kleines Messer zu sein, sondern ein großes.
Ein verdammt großes.
Es trennte uns von der Tür, aus der wir ursprünglich kamen.
Es war so groß wie die Höhe des Raumes und trennte uns entweder von der Außenwelt ab, oder unseren Kopf selber.

"Oh mein Gott." flüsterte ein viel zu blasser Armin.

"RENNT!" befehlte ich. Ich war nicht ihr Vorgesetzter, dass ich Befehle spucken durfte. Mikasa wird mir deswegen nach dem ganzen bestimmt noch an den Kragen gehen, vorausgesetzt wir kommen hier raus, doch es war wie eine Art Reflex.
Und halfen tat es schon, Armin kam aus seiner Starre und nun rannten alle. Armin schob, wie ein Gentlemen, Mikasa vor sich während diese wie eine arrogante Schnöpfe seine Hilfe garnicht zu beachten schien und hinter mir und Eren lief.

Wir liefen dem Licht entgegen,
hinter uns fielen mehr scharfe Klingen die Wand herunter und versperrten uns somit den Rückweg oder die Gewissheit, hier in Sicherheit zu sein, denn das waren wir ganz und garnicht. Dem Licht immer näher kommend war Eren der erste, der durch die kleine Lücke praktisch flog und ich direkt im Anschluss.
Netterweise bot er mir seine Hand an um nicht hart auf den Boden aufzukommen. Diese nahm ich an, denn nochmal etwas seinerseits abschlagen wollte ich nicht.
Nicht, wenn unser Leben wie hier jederzeit draufgehen könnte.
Wir drehten uns um und warteten, bis die beiden uns gefolgt waren.

"Du zuerst." sagte Armin und wollte meine Cousine wie der perfekte Gentlemen durchlassen.

Dies ließ sich meine Cousine nicht zweimal sagen und rief.

"Eren fang mich!"

Dieser tat es auch, wahrscheinlich aus freundlichkeit und um sie schnell weg zu schieben, damit Armin der Ausgang nicht versperrt wurde. Ebengenannter sprang und gelang ebenfalls durch die Art Lücke.






Oder bessergesagt seine übrig gebliebende Hälfte.

𝗘𝘀𝗰𝗮𝗽𝗲 𝘄𝗶𝘁𝗵 𝗺𝗲 | ᴇʀᴇʀɪ/ʀɪʀᴇɴWo Geschichten leben. Entdecke jetzt