XI

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Bis wir sie gerecht haben.

Levis Sicht:

Unsere Gruppe wurde immer kleiner.
Aus acht Personen wurden vier.
Und es tat verdammt weh.

Ich konnte es nicht nachvollziehen.
Wie konnten unschuldige, gute Menschen einen so schlimmen tot durchleben?
Wie konnten sie vor meinen Augen nach und nach sterben?
Wie halte ich es auf?
Kann ich es überhaupt aufhalten?
Wohl kaum. Furlan und Isabel konnte ich schließlich auch nicht helfen. Auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt ein Kind war und man mir immer eingeredet hat, dass es nicht meine Schuld war,
so redete ich mir bis heute das Gegenteil ein. Und die momentane Situation machte es nicht besser, sondern tausendmal schlimmer.

Ich spürte wie meine Kräfte mich nach und nach verließen. Warum ging ich weiter, wenn es so einfach war sich fallen zu lassen und an Ort und Stelle zu krepieren. Sich weiterhin unnötige Hoffnungen zu machen, obwohl wir wussten, dass wir sterben würden, es hatte keinen Sinn. Auch wenn keiner es aussprechen wollte, wir wussten, wir kommen hier nicht unverletzt raus.
Mein Arm war ein guter Beweis.
Der tot meiner und die besten Freunde der anderen aber ebenfalls.
Sie waren viel zu jung.
Sie hatten noch ihr ganzes Leben vor sich, dass der beiden Gastgeber hätte den nächsten Schritt eingehen können.

Wie sag ich Hanjis Eltern eigentlich den tot ihrer jungen Tochter?
Und wie kann ich sie überzeugen mir zu glauben. Auch wenn sie Erwin und mich mochten und uns wie ihre eigenen Kinder behandelten, so würde wohl kaum jemand jemanden glauben, dass das Kind wegen einem Escape Room gestorben ist.
Ist sie überhaupt wegen dem Escape Room gestorben? Offiziell schon.
Doch ein Raum ist doch kein Mörder.
Waren es die Marley-Leute?
Sie mussten es sein, sie waren doch die, die uns hier her eingewiesen haben.

So viele Fragen doch trotzdem keine Antworten. Würde ich überhaupt Antworten kriegen?

"Woran denkst du?" fragte Eren.

"An den kranken scheiß, der hier abgeht." Ich drehte mich zu ihm.

Erens Blick war voller Vertsändnis.

"Ich auch."

Wir blieben stehen, die nächste Tür.
Vielleicht auch unsere letzte.

Erwin führte seinen Arm zur Klinke.
Kaum hatte er die Tür geöffnet, zuckte er stark zusammen und sank zu Boden. Liegend zuckte er mehrmals zusammen, während ich mich auf ihn stürzte um zu sehen was er hatte.
Einen elektro Schock.

"Levi-" hauchte er mit gebrochener Stimme. "Komm hier....raus."

Seine Pupillen wurden größer, jedoch schlossen sich seine Augen leicht.
Da geschah es, die nächste Person verließ mich. Die Person die mir ebenfalls am nächsten stand verließ mich nun auch. Es ist vorbei.
Nun hatte ich niemanden mehr.

Das dachte ich zumindest.

Eine Hand legte sich auf meine rechte Schulter und neben mir hockte sich Eren hin. Auch er saß dort, mit weit aufgerissenen Augen und starrte auf den leblosen Körper der meinem besten Freund gehörte. "W-Wie?"

Hinter uns hörten wir Mikasa schreien. In Windeseile drehten wir uns zu ihr und sahen, wie sie panisch in die Richtung zeigte, aus der wir kamen. Und da sah ich meine damalige, größte Angst.

Clowns. Diese ekelhaften, verfluchten Clowns. Der erste war zu sehen.
Blau, rot, schwarz und weiß waren die Farben, die seinen Anzug schmückten.
Rot wegen dem offensichtlichen Blut, welches in Maßen auf den 'Anzug' verweilt und schwarz, weil man ihn scheinbar nie gewaschen hat, so schmutzig wie er aussah.
Seine Maske hatte die ekelhaft,
typische Grimmase eines Killer-Clowns.
Grün waren die Haare.
Wie ein Zirkus in dem eigentlich solche Geschöpfe hingehörten.
Doch nun sind sie hier und jagen meiner Cousine beinahe einen Herzinfarkt ein.

Hinter ihm kamen nach und nach mehr Clowns. Jeder von ihnen hatte was in der Hand. Der weiter vorne hatte einen Baseballschläger. Der hinter ihm hatte eine Kettensäge. Der rechte hat ein Messer und links war einer mit einem Schraubenzieher zu sehen.

Um es kurz und knapp zusammen zu fassen. Wir hatten mal wieder keine Zeit. Keine Zeit zum trauern und zum nachdenken. Da die Tür dank Erwin offen war, gingen wir direkt hindurch und schlossen sie mit dem Fuß ganz schnell. Kaum nachdem wir das taten, hörten wir viele Schreie und hörten, wie die ekelhaften Viecher gegen die Tür rannten und diese aufbrechen wollten. Noch hielt die Tür ihnen stand, jedoch ist nicht bekannt wie lange und so schauten wir und im Raum um.

Dieser war voll mit Domino Steinen. An der Wand hing ein monitor, auf diesem war eine digitale Uhr eingeblendet. Diese zeigte uns 46:52 an.
Sekunde für Sekunde wurde die Zahl kleiner und als sie die 45 erreichte, fiel der erste Domino Stein.
Wie üblich fielen die anderen, bis sie bei einem roten Stein gelangten.
Ich spürte wie warm es plötzlich in dem Raum wurde und wie die Clowns uns näher kamen.

Das war das Zeichen, nach einem Ausgang zu suchen, denn bei normalem Anblick konnte man nichts erkennen.

𝗘𝘀𝗰𝗮𝗽𝗲 𝘄𝗶𝘁𝗵 𝗺𝗲 | ᴇʀᴇʀɪ/ʀɪʀᴇɴWo Geschichten leben. Entdecke jetzt