Kapitel 7

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Es war als wären da... Phantomemotionen; sie waren vage flackernd, außerhalb ihrer eigenen Empfindungen. Stärkere Gefühle konnte sie besser wahrnehmen. Da war wieder eine! Das Aufblitzen von Ärger... die Sorge war ihr inzwischen gut vertraut... bei anderen waren schwer genau zu erkennen, um was es sich genau handelte.

Wo kamen sie her? Hatte jemand einen Zauber auf sie gelegt?

Sie führte einen Diagnosezauber aus und studierte ihn. Alle Werte schienen relativ normal zu sein. Ihr Magieniveau war zwar unnatürlich erhöht, aber das war wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass sie sich so lange in ihrem Büro verbarrikadiert und dort keine Magie angewendet hatte.

Mit einem weiteren Zauber ließ sie sich alle Magiereste anzeigen, die ihr vom letzten Tag noch anhafteten. Da war ein Kühlzauber, den sie am Nachmittag verwendet hatte. Und der Trocknungszauber nach der Dusche. Und da war diese spitze rote Signatur, die der Aufpäpplungstrank hinterließ. Der wabbelnde grüne Teil kam vom Flohnetzwerk. Sonst gab es nichts.

Sie überlegte von was es sonst sein könnte. Es schien wie eine Art Bewusstseinsteilungszauber zu funktionieren, der nur auf Emotionen abzielte. Aber wie funktionierte er genau? Sie kannte keine Arten von Zaubern, die eine solche Bindung aufrechterhalten konnten ohne dabei hochkomplexe kooperative Magie zu verwenden.

Eine zwischenmagische Verbindung.

Sie erstarrte und verschloss ihren Mund mit den Händen. Sie hatte sich mit einem magischen Wesen verbunden? Aber wie?
Theo!

Sie hatten sich geküsst. Ein gegenseitiger Austausch von Speichel konnte ausreichen um eine temporäre Verbindung einzugehen.

Sie fühlte sich, als müsse sie jeden Moment in Ohnmacht fallen. Theodore Nott war ein magisches Wesen. Das hätte sie nie vermutet. Aber, warum hatte er sie geküsst? Sie waren doch nicht füreinander bestimmt, oder? Das konnten es nicht sein. Theo war ein guter Küsser, aber sie war sich sicher, dass Bindungsmagie mehr... WUMMS beinhaltete.

Dem Kuss hatte dieses besondere Etwas gefehlt. Es war nicht wirklich so unglaublich gewesen, wie es hätte sein sollen.

Sie hatte sich immer mehr darunter vorgestellt.

Nein. Das konnte es nicht sein. Sie war sich sicher, dass sie die Phantomemotionen bereits gespürt hatte, bevor Theo sie geküsst hatte. Also war es etwas anderes.

Sie seufzte und fühlte sich ratlos. Es fühlte sich an, als wäre sie von Puzzleteilen umgeben, aber wüsste nicht, wie das Bild aussehen sollte.

Ihre Kanne begann zu singen und sie füllte gedankenverloren Wasser hinein.

„Hermione, bist du zuhause?" Ginnys Stimme riss sie aus ihren Gedanken.

„Ich komme", rief sie und eilte in das Wohnzimmer um Ginnys Kopf im Kamin schweben zu sehen. „Ist alles ok?"

„Natürlich", meinte Ginny und warf ihr einen seltsamen Blick zu, „ich rufe nur an, weil ich wissen wollte, ob bei dir alles ok ist."

„Bei mir?", fragte Hermione verwirrt, „wieso sollte es das nicht sein?"

Ginny sah sie mit ungläubigem Blick an.

„Wieso es das nicht sein sollte? Ich habe gehört, dass Draco Malfoy und Theodore Nott sich heute in deinem Büro geprügelt haben."

„Ach...das..." Hermione fühlte, wie sie errötete.

„Was ist passiert?", wollte Ginny wissen.

„Wie hast du das überhaupt schon wieder mitbekommen?", wollte Hermione das Thema wechseln.

„Also, Padma ist meine Nachbarin. Sie fragte mich, was ich darüber wisse, das Parvati ihr erzählt hat, dass Malfoy dir in letzter Zeit wie ein zu groß geratener Welpe durchs Ministerium folgen würde. Und dann hat sie mir außerdem erzählt, dass er, als Nott versucht hatte dich allein zu sprechen, einfach ins Büro gestürmt ist und ihn so heftig gepackt und durch den Raum geschleudert hätte, dass der später ins St. Mungos eingeliefert wurde. Sie behauptete auch, er habe dafür nicht einmal Magie verwendet! Er hat es einfach auf die Muggelart gemacht."

Liebe und andere UnglückeWo Geschichten leben. Entdecke jetzt