ᴊᴜɴɢᴋᴏᴏᴋ ᴘᴏᴠ
Seit dem Tag, an dem Jimin und ich noch einmal über das alles zwischen uns geredet hatten, war alles wieder wie vorher. Jimin und ich trafen uns regelmäßig entweder bei ihm zu Hause, bei mir, oder in einem Hotel. Changkyun schien nicht mehr zu existieren und auch sonst störte uns keiner. Es war alles wieder perfekt. Ich hatte Jimin endlich wieder.
Auch an diesem Tag hatten sich Jimin und ich in einem Hotel inmitten der Stadt getroffen und lagen zusammen auf dem Bett in einem der Hotelzimmer im letzten Stock.
Sanft küsste ich an Jimins Bauch hinunter, streifte dabei mit meinen Fingern seine nackte Haut entlang. Jimin fuhr mir währenddessen durch meine Haare, legte den Kopf nach hinten und gab schwere, unregelmäßige Atemzüge von sich.
Ich umgriff seine Beine, drückte diese nach hinten und leckte über die Innenseite seiner Oberschenkel. Sofort wollte ich anfangen mich dort festzusaugen, um Knutschflecken auf seiner Haut zu hinterlassen, doch dann setzte sich Jimin plötzlich auf und rückte unbehaglich von mir weg.
,,Was ist?" fragte ich ihn verwundert und sah zu ihm auf. ,,Willst du doch nicht mehr?" Als Antwort schüttelte Jimin nur den Kopf. ,,Was ist denn los?" fragte ich noch einmal. Er zuckte mit den Schultern und blieb weiterhin still. Wieso sagt er denn nichts? ,,Hab ich was falsch gemacht, oder warum bestrafst du mich mit Schweigen?" Wieder nur ein Kopfschütteln. ,,Du hast nichts falsch gemacht." ,,Warum sagst du dann nichts?"
Mein Gegenüber verstummte wieder. Langsam verlor ich die Geduld. ,,Jimin, rück endlich raus mit der Sprache."
,,Ich kann gerade nicht klar denken." platze es aus Jimin heraus. Unwohl zog er die Bettdecke noch höher und schaute überall hin, nur nicht in meine Augen. Verwirrt runzelte ich die Stirn. ,,Du kannst nicht klar denken? Wieso?" ,,Ich bin in letzter Zeit ein wenig durcheinander. Wegen Changkyun."
Bei der Erwähnung von Jimins Freund wurde meine Miene finsterer. ,,Und wieso wegen dem?" fragte ich deutlich genervt. Jimin zuckte mit den Schultern. ,,Keine Ahnung. Er benimmt sich zurzeit nur etwas anders als sonst."
Die Richtung, in die dieses Gespräch ging, gefiel mir ganz und gar nicht. Ich wollte nicht über diesen Kerl reden, vor allem nicht mit Jimin.
,,Und wieso interessiert dich das so?!" Meine Frage klang sehr gereizt, was auch Jimin bemerkte. Angespannt schaute er nach unten auf seine Finger. ,,Ich weiß nicht. Er ist halt nicht mehr so nervig und bestimmend wie sonst. Früher ist er bei allem, was ich getan habe ausgeflippt, aber jetzt interessiert ihn gar nichts mehr. Er regt sich nicht mal mehr über all die Gerüchte über uns auf, die im Internet kursieren. Außerdem fragt er nicht mehr so oft nach, wenn ich rausgehen will."
,,Gut so. Endlich lässt er dich in Ruhe und nervt dich nicht mehr." antwortete ich auf Jimins Erzählung hin nur grimmig. ,,Wenn er dir nicht mehr so im Nacken sitzt, haben wir nicht mehr so einen Stress." ,,Aber irgendwie ist da noch was anderes." erzählte Jimin missmutig weiter. ,,Er ist irgendwie...netter? Er ist nicht mehr so handgreiflich und schlägt mich nicht mehr bei jeder Kleinigkeit. Er fragt mich oft, ob wir ausgehen wollen. Natürlich lass ich ihn immer abblitzen und sage, dass ich keine Zeit habe."
Stumm hörte ich Jimin zu, wie er über Changkyun redete. Bei jedem Satz, den er sagte, wurden meine Aggressionen um eine Stufe stärker. Um mich selbst zu beruhigen, ballte ich meine rechte Hand zu einer Faust, jedoch stellte ich schnell fest, dass dies nicht besonders viel half.
,,Und er fragt mich auch ständig, was ich will und was er für mich tun kann. Das ist total komisch. Vorher hat es ihn nie interessiert, was ich-" ,,Okay verstanden." unterbrach ich Jimin, worauf dieser erschrocken zu mir hochsah. Anscheinend hatte ich nicht besonders nett geklungen. ,,Changkyun ist auf einmal super toll. Gut zu wissen." sagte ich sarkastisch, verdrehte die Augen und drehte mich von Jimin weg, um so gut wie es ging Blickkontakt zu vermeiden.
,,Ich sage nicht, dass er toll ist." schüttelte Jimin den Kopf. ,,Ich sage nur, dass er sich auf eine gute Weise verändert hat." ,,Ach? Und davon bist du jetzt auf einmal so angetan, dass du nicht mehr mit mir schlafen kannst? Seit wann interessiert dich Changkyun denn?! So wie du von ihm redest, scheint er dir ja ziemlich im Kopf herumzuschwirren!"
Meine Stimme wurde von Wort zu Wort lauter. Ich spürte wie die Wut mich immer mehr übernahm und mich anfing zu kontrollieren. Ich bekam es einfach nicht in meinen Kopf, wieso Jimin so viel von Changkyun erzählte und wieso dieser Typ ihn überhaupt noch interessierte.
Plötzlich ging mir ein Licht auf.
,,Liebst du ihn wieder?" fragte ich Jimin durchdringend. Er zog die Augenbrauen zusammen und schüttelte verständnislos den Kopf. ,,Was...?" ,,Liebst du diesen Wichser Changkyun wieder?!"
Nun wurde Jimins Gesicht genauso finster wie meins. ,,Was zum- Bist du vollkommen übergeschnappt?! Ich liebe Changkyun nicht! Das habe ich noch nie wirklich getan!" ,,Warum fängst du dann auf einmal von ihm zu reden und davon zu schwärmen wie toll er auf einmal ist?!" ,,Ich...ich habe nicht von ihm geschwärmt! Außerdem hast du mich doch gefragt, wieso ich so von der Spur bin! Ich hab es dir einfach nur erzählt!"
Jimins Stimme wurde genauso laut wie meine, sodass wir uns irgendwann fast anschreien. ,,Ich liebe Changkyun nicht, Jungkook! Hör auf so etwas zu behaupten! Ich bin nur etwas durcheinander, weil ich nicht verstehe, wieso er so schlagartig seine gesamte Persönlichkeit geändert hat." ,,Und wieso interessiert dich das so sehr?! Das kann dir doch egal sein, ob Changkyun auf einmal anders ist!" ,,Es ist mir auch egal! Trotzdem bin ich verwundert. Und ich finde Changkyun nicht wieder toll, nur weil er sich auf einmal verändert hat. Egal wie sehr er sich ändert, ich werde ihn nie mehr lieben. Ich hasse ihn! Also hör auf dich so kindisch zu benehmen!"
,,Erzähl mir doch nichts!" schüttelte ich ungläubig den Kopf, wobei ich ironisch lächeln musste. ,,Ich merke doch, wie sehr dich dein Gewissen plagt! Du hast heute keine Lust Sex zu haben, weil du ein schlechtes Gewissen wegen Changkyun hast! Gib einfach zu, dass du jetzt auf einmal wieder Gefühle für diesen Wichser entwickelst, nur weil er dich nicht mehr wie ein Verrückter kontrolliert! Wundert mich aber auch nicht, dass du dich jetzt auf einmal wieder an Changkyun schmeißt! Du verliebst dich ja eh in jeden verfickten Typen, der dir auch nur einen Hauch von Aufmerksamkeit schenkt!!"
So sehr angebrüllt hatte ich vorher noch nie jemanden. Die Wut und Eifersucht in mir hatte so sehr die Kontrolle über mich übernommen, sodass ich gar nicht mehr bemerkt hatte, wie schrecklich mein Verhalten gewesen war.
Sofort wollte ich mich bei Jimin entschuldigen, wollte ihn um Verzeihung bitten, doch als ich sah, wie seine Augen sich mit Tränen füllten und er versuchte diese krampfhaft zurückzuhalten, um nicht loszuweinen, wusste ich, dass es bereits zu spät war, um sich zu entschuldigen.
,,Fick dich, Jungkook." Wütend stand Jimin von Bett auf, zog sich so schnell wie es ging seine Klamotten an und stürmte zur Tür. Doch bevor er das Hotelzimmer verließ, drehte er sich noch einmal zu mir um. Ich wünschte, das hätte er nicht getan. Dann hätte ich nämlich nicht ein letztes Mal in seine Augen sehen müssen, die so verletzt und enttäuscht wirkten, sodass mir mein Herz zerbrach. Und das schlimmste war, dass seine Augen meinetwegen diesen Ausdruck hatten. Ich hatte ihn verletzt.
,,Du bist so ein-" fing Jimin an, unterbrach sich jedoch selbst mit einem Schniefen. Er wischte sich ein paar Tränen aus dem Gesicht. ,,Ich will dich nicht mehr sehen!"
Danach stürmte er aus dem Hotelzimmer und knallte die Tür hinter sich zu. Er war weg.
Genau dann, als ich dachte, dass ich Jimin wieder hätte und alles wieder so wäre wie vorher, hatte ich ihn gleich wieder verloren.
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𝘾𝙃𝘼𝙄𝙉𝙎𝙈𝙊𝙆𝙄𝙉𝙂
Fanfiction𝘾𝙃𝘼𝙄𝙉𝙎𝙈𝙊𝙆𝙄𝙉𝙂 - 𝙅𝙄𝙆𝙊𝙊𝙆 〉 𝗷𝗶𝗺𝗶𝗻.𝘅 follows you now 〈 »Jedes Mal wenn ich ein Bild von ihm sah, [ ... ] ,kamen in mir die Erinnerungen hoch. Die Erinnerungen von damals. Die Erinnerungen an seine Lippen, an seine Augen und an jed...
