Der festliche Teil der Gala ist eröffnet. Es gibt Drinks, Tanzmusik und die Stimmung ist perfekt für den lauen Frühlingsabend. Viele Leute stellen sich mir vor und versprechen, sich an meinem Projekt zu beteiligen, zumindest finanziell. Ich brauch bald einen Visitenkartenbeauftragten, da ich noch weitere Karten nicht in meiner Hand halten kann. Neal, ein guter Freud von Nathe rettet mich aus Situation und verrät mir, dass sich ein paar weitere Schulkameraden im Nebenzimmer befinden. Als ich mich wundere, dass ich noch keinen bisher gesehen habe erklärt er mir, dass sie den formellen Teil geschwänzt haben und nun zur Party da sind. Da auf der Medicin die Kinder der hier anwesenden wichtigen Vertretern des Landes aufzufinden sind, wundert es mich nicht, warum die ganzen Snops untereinander so gut befreundet und gleichzeitig in ständiger Konkurrenz stehen. Die Eltern sind Geschäftspartner und so haben die Kinder gezwungenermaßen ebenso miteinander zu tun. Und solange eine Geschäftsbeziehung hält, hält auch der Kontakt deren Kinder hat mir Feli mal erklärt. Ihre Eltern haben früher ebenfalls in dieser Liga gespielt, sind aber wegen Vorfällen über die Feli nicht reden konnte ausgestiegen. Nun, ganz schlecht kann es ihnen aber dennoch nicht gehen, wenn sie sich die Villa ein paar Straßen weiterhin leisten können.
Aufgrund der fehlenden Geschäftsbeziehung ist Feli und ihre Familie nicht hier eingeladen, also muss ich mit dem Vorlieb nehmen was ich hier angeboten bekomme.
Mit Nathe, Vanessa und ein paar anderen Gleichaltrigen aus der Schule sind wir nun ins Billardzimmer umgezogen, um ein wenig unsere Ruhe zu haben. Mit genug Alkohol und schlechten Witzen wird eine Runde nach der anderen gespielt, wobei vielen die Lust langsam vergeht, da immer der gleiche Gewinnt.
„Ja komm!", regt sich Neal über das knapp verlorene Spiel gegen Nathan auf und wirft den Billardstab auf den Tisch. „Du kannst ja auch jeden Tag trainieren."
Nathe schmunzelt arrogant: „Wie wenn ich das nötig hätte um gegen dich zu gewinnen!"
„Komm schon Cait, spiel eine Runde mit!", ruft Brent laut und wirft mir einen Queue zu. Wie zu erwarten war fange ich ihn ganz ungeschickt, und zwar gar nicht.
„Vergiss es, ich kann das nicht.", versuche ich mich raus zu reden. Außerdem spielt diese Runde Vanessa mit, da will ich nicht als untalentierter Amateur verlieren.
„Wer Reden halten kann, kann auch Billard spielen. Ist bisschen wie Mathe und Schach zusammen.", redet Paul auf mich ein, den ich nur flüchtig vom Sportplatz kenne. Laut Felis Fußballbemerkungen kann er schöne Flanken schießen, was auch immer das heißt.
„Jetzt komm, sei doch nicht so. Nathe setzt eine Runde aus, dann haben wir alle eine Chance." , versucht mich Brandt zu überreden. Mein Blick wandert zum bisherigen Gewinner des Billardabends. Seit der Präsentation der Modestar sehe ich ihn nicht mehr als den arroganten Typen der ein perfektes Leben hat und alles hinbekommt was er möchte. Seit heute Abend kann ich mich tief in mir drinnen über den Sieg in diesem Raum für ihn freuen. Entspannt schnappt sich Nathe ein Glas Wasser und als hätte er meine Gedanken gehört, schaut mich auffordernd an. Diese grünen arroganten Augen... na gut, überredet.
Ich seufze theatralisch: „ Wenn's sein muss."
„Schlechter als Neal kannst du nicht sein.", scherzt Brent und bekommt für diesen Kommentar eine Nackenschelle von Neal persönlich. Den breiten, braunhaarigen besten Freund von Nathe scheint das aber kaum zu stören, unbeirrt stellt er eine Frage in die Runde, die mich die ganze Sache schnell wieder bereuen lässt: „Wer spielt gegen Cait?"
„Ich!" vernehme ich wenige Millisekunden später eine helle Stimme. Nessa springt von ihrem Barhocker mit dem Weinglas in der Hand und lächelt mich falsch an. Ein Raunen geht durch den Raum.
Genauestens habe ich alle beobachtet bevor sie zugestoßen haben. Durch die weiße Kugel muss man eine andere treffen um diese in das nahgelegenste der 6 Löcher zu versenken. Alles klar. Kann ja nicht so schwer sein.
1.Weiße Kugel auf farbige Kugel, farbige Kugel ins Loch.
2.Gute Position suchen, etwas nach vorne beugen, linke Hand als Abstütze benutzen und mit der Rechten zielen.
Mit voller Wucht, im Hinterkopf alles richtig gemacht zu haben, haue ich daneben. Ein kleines Lachen kann ich von Vanessa hören. Shit, wie konnte das mir nur passieren!? Doch nicht so leicht wie es aussieht.
„Versuch es noch mal", lächelt mir Neal aufmunternd zu, was sehr großzügig ist, denn normalerweise darf man nicht wiederholen, soviel habe ich heute Abend mitbekommen. Das nennt man wohl Welpenschutz.
Also noch mal. Ziel suchen, positionieren, anpeilen, Kraft...
„Warte!"
Überrascht schaue ich auf. Nathe stellt seinen Drink ab und kommt auf mich zu. Will er für mich schießen? Seh ich so erbärmlich aus?
Ich richte mich auf und bin bereit, von Nathe zur Seite gedrängt zu werden, doch er stellt sich hinter mir und legt vorsichtig seine Hand auf meine.
Er will es mir zeigen? Hier vor allem Leuten?
Im Vertrauen darauf, dass ich verstehe was er von mir will, wende ich mich den Spieltisch zu, fixiere die Kugel mit der grünen 12 erneut und beuge mich etwas hinunter.
Nathes Oberkörper folgt mir, sodass ich seinen Bauch auf meinem Rücken spüre. Sein Körper drückt meinen näher zum Tisch, sodass ich besser Sicht auf mein Ziel habe.
Mein Gott, der liegt ja fast auf mir.
Er umfasst beide Hände von mir und stößt mit Kraft und Sicherheit die weiße Kugel an. Diese donnert gegen die 12, die im schwarzen Loch verschwindet.
Eine Sekunde genieße ich noch sein schlagendes Herz an meinem Ohr, bis die Jungs anfangen zu grölen. Schnell löst sich Nathe von mir und streift einmal über sein Oberteil, um es wieder zu glätten.
Unter den jubelnden Jungs, die sich über „meinen" Treffer freuen, kann ich eine augenverdrehende Vanessa erkennen, die sich einen Shot vom teuren Schnaps aus dem Silverkeller einschenkt und ihn zügig hinunter kippt als wäre es Wasser.
„So etwas wie Billard gibt es wohl in den Slums nicht, oder?", fragt sie zynisch und zieht ihr Jäckchen aus. Ihre knochigen Schultern kommen zum Vorschein, da das weiße Kleid aus dünnen Spagettiträgern besteht und nur knapp bis zur Mitte des Oberschenkels geht. Etwas torkelnd kommt sich auf mich zu, geht aber an mir vorbei, nicht ohne mich davor an der Schulter zu rammen. Sie will das Spiel gegen mich gewinnen, um jeden Preis.
Elegant beugt sie sich nach vorne, wobei die Jungs sich Blicke zu werfen, da das Kleid sicher nicht mehr viel bedeckt.
„Nathe, ich könnte auch etwas Hilfe gebrauchen.", jammert sie schauspielerisch um mich nachzustellen.
Zu meinem Glück geht ihr bester Freund nicht darauf ein, holt ihr Jäckchen und bindet es um ihre Hüften, mit einem strengen Blick auf seine Freunde.
„Werd mal erwachsen Nessi."
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Between two worlds
Romance„Du schuldest mir was, Swany!" Wie ich diesen dämlichen Spitznamen hasse! Verständnislos lache ich auf: „Man kann sich also nicht mal mehr untereinander helfen, ohne einen Hintergedanken zu haben?!" Nathan Silver kommt schmunzelnd auf mich zu und r...
