Nach Magnus kurzer Rede hatten sie geschwiegen, wie schon so viel seit ihrem Wiedersehen.
"Ich sollte gehen" meinte er schließlich und stand auf.
Alec hatte ihm nicht vergeben. Vermutlich würde er das nie ganz, aber er wollte ihm eine Chance geben.
"Warte" sagte er also und überrascht drehte Magnus sich um.
"Willst du noch mit Abendessen?"
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Da Alec kein allzuguter Koch war und Magnus ebenfalls nicht viel Erfahrung hatte, beschlossen sie Nudeln mit Tomatensauce zu machen, denn das bekam eigentlich jeder hin, außer vielleicht Izzy.
Er hatte Magnus damit beauftragt die Tomaten zu schneiden und spürte seine Blicke auf sich.
"Solltest du nicht lieber aufs Messer gucken?" fragte er grinsend und ohne aufzusehen.
Er wusste das Magnus gerade schmunzelte und konnte es förmlich hören.
"Du siehst halt gut aus beim Kochen" sagte dieser nur und sofort trat eine bedrückt Stille ein. Sie wussten beide wie unpassend es war, schließlich waren sie keine Freunde, eigentlich sogar eher das genaue Gegenteil und die Vergangenheit lastete immernoch schwer zwischen ihnen.
Trotzdem spürte Alec die leichte Hitze in seinen Wangen, denn er bekam nicht häufig Komplimente und wenn eher zu seiner Arbeit, seinem Haus oder seinem Auto.
"Tut mir leid, das war unpassend" sagte Magnus heiser.
"Ja war es, aber ist egal" meinte Alec zurück und sprach nach einer kurzen Pause weiter.
"Ich möchte nicht über das vergangene Reden, Magnus" sagte er und fuhr dabei wie aus gewohnheit mit seinen Fingern über die kleine Narbe an seinem Kinn, welche er sich damals in der Gasse zugezogen hatte.
Vielleicht wäre es besser alles einmal rauszulassen, aber Alec hatte es schon sein ganzen Leben lang heruntergeschluckt und wollte es jetzt nicht wieder hervorwürgen.
"Natürlich" flüsterte Magnus. Seine Stimme klang dabei schwach und fast ein bisschen schuldig.
Doch dann räusperte er sich und fing ein anderes Thema an, worüber Alec sehr froh war. Er wollte zwar nicht über die Vergangenheit reden, aber sich die ganze Zeit anschweigen ebensowenig.
"Also, was machst du heutzutage eigentlich, dass du dir so einen Schuppen leisten kannst?"
Nun klang Magnus Stimme fröhlich, wenn auch nicht ganz ehrlich. Trotzdem stieg er darauf ein. Er fand es besser so und vielleicht würde es sich ja auflockern zwischen ihnen.
"Ich arbeite als Anwalt" erzählte er. "Man verdient gut, aber es ging mir in erster Linie darum anderen Menschen helfen zu können" erklärte er weiter und Magnus nickte.
"Ja, das passt zu dir"
Alec hätte fragen können, wie Magnus darauf kam zu denken, dass er wissen was zu ihm passt oder wie er denken konnte ihn gut genug zu kennen um das beurteilen zu können, aber er tat es nicht. Eigentlich hätte er nämlich zu fast allem was Magnus sagte etwas derartiges erwiedern können, aber er beschloss es ruhen zu lassen. Vielleicht unterdrückte und verdrängte er es auch nur, aber im Moment wollte er keinen Streit.
Er vergab ihm nicht, denn was Magnus getan hatte vergab man nicht schnell, und er war sich sicher, das er auch nicht für immer schweigen würde.
Für diesen Abend schwieg er jedoch schon und das schien die richtige Entscheidung gewesen zu sein. Nach diesen anfängliches Worten war das Eis gebrochen, welche die konstante Anspannung in ihm ausgelöst hatte. Erst jetzt, wo es von ihm abfiel, erkannte er erst wie sehr es ihn doch angestrengt hatte. Die Erschöpfung spürte er in seinen Knochen und er war sich sicher das es nicht nur Folgen eines harten Arbeitstages waren.
Während des Essen machens redeten sie immer offener, über alles außer die Vergangenheit und Gegenwart. Nun gut, jedenfalls sprachen sie nicht über Magnus momentanes Leben. Alec hingegen erzählte von seinen Geschwistern, Freunden und seinem Job.
Eigentlich hatte Magnus früher immer mehr geredet, aber nun schien es beinahe ausgeglichen. Was Magnus von sich nicht erzählte kompensiert er in ihren Diskussionen über alles mögliche, welche sie auch während des Essens vortsetzten.
Als es schließlich schon relativ spät war und sie fertig gegessen hatte schien Magnus nervös zu werden.
"Ich glaube..." setzte er an und räusperte sich einmal. "Ich glaube ich sollte langsam gehen"
Alec schluckte. Er wollte ihn nicht wieder nach draußen in die Kälte schicken in dem wissen, dass er vermutlich unter einer Brücke schlafen würde müssen, aber anders gesehen hatte er auch beschlossen ihn nur für eine Nacht bei sich unter zu bringen.
Als er nichts erwiederte, nickte Magnus verstehend und stand auf.
"Vielen Dank das ich hier bleiben durfte" sagte er und versuchte das brechen seiner Stimme zu verstecken.
Ein paar Sekunden Stille, dann sprach Alec.
"Warte" es war nur ein Wort und während er selbst noch überlegte was er sagen würde, tat Magnus worum er bat und wartete.
"Wollen wir vielleicht noch einen Film schauen oder so? Ich kann uns Snacks machen" meinte er schließlich und kam sich dabei ziemlich dämlich vor.
Magnus vor ihm, strahlten ihn jedoch an und nickte euphorisch.
"Das fänd ich schön" lachte er und auch Alec musste schmunzeln.
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Then and Now
FanfictionAlec und Magnus waren sich nie ähnlich und hatten, nett ausgedrückt, auch nie eine gute Beziehung zueinander. Als Alec ihn nach Jahren wiedersieht ist er alles andere als begeistert. Aber Dinge ändern sich, wie sie beide zu spüren bekommen haben. Un...
