Kapitel 8.

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>Verzeihst du mir?< fragte mich Aaron. Ich nahm meine Hand aus seiner.
>Nein, das kann ich nicht. Aber es hat keinen Sinn wütend auf dich zu sein, wenn ich hier, weiß Gott, wie lange fest sitze.< antworte ich ihm.
Ich konnte nicht so tun als wäre nichts passiert, aber ihn jetzt zu meiden oder zu ignorieren machte in meiner Situation nicht viel Sinn. Ich konnte ihn nicht ignorieren und gleichzeitig mit ihm eine Lösung finden die Verbindung zu trennen.
Also musste ich ihn für ein paar Wochen, hoffentlich nicht ein paar Monate, tolerieren und danach kann ich den Rest meines Lebens wütend auf ihn sein.

Ich wollte Abstand zwischen uns bringen und ging deswegen zu der Schüssel die er erst umgerührt hat.
Es sah aus wie eine Art Soße.
>Also wie kann ich helfen?< fragte ich Aaron und nahm mir das Kochbuch, aber bevor ich etwas lesen konnte nahm er es mir wieder weg.
>Du hielfst mir ganz sicher nicht.< sagte er und ich schaute ihn entsetzt an.
>Hey, was soll das denn heißen?<
>Du wolltest das ich dir immer die Wahrheit sage und naja du bist eine schreckliche Köchin.<
Okay, ich musste zugeben, er hatte Recht.
>Vielleicht habe ich mich verbessert?< behauptete ich.
>Ich denke nicht das so etwas möglich ist. Du konntest noch nicht einmal Nudeln kochen ohne dein halbes Apartment zu zerstören.<

Ich lachte, ich konnte mich noch genau an diesen Tag erinnern.
Ich hatte Aaron eingeladen, zum Abendessen. Was eine ziemlich schlechte Idee gewesen war, weil ich eine furchtbare Köchin bin. Ich hatte mich für Nudeln entschieden, weil ja alle sagen es wäre so leicht. Aber das war es ganz und gar nicht. Aaron hatte geklingelt, ich wollte nur schnell die Tür öffnen, aber als ich mit Aaron zurück in die Küche gang, war mein ganzer Herd voller Wasser und die Nudeln ein einziger Klumpen.
Nach diesem Abend hat entweder nur noch Aaron gekocht oder wir sind Essen gegangen.

>Okay ich gebe zu das es vielleicht besser ist wenn ich mich von der Küche fernhalte.< sagte ich und lachte.
>Am besten gehe ich in mein Zimmer und mache mich fertig.< fügte ich noch hinzu und lief aus der Küche.

Ich ging, die große Holztreppe, hoch und lief den Flur entlang. Irgendwo musste hier ja ein Badezimmer sein. Die erste Tür war ein Büro, wahrscheinlich Aaron's. Die zweite Tür war zum Glück schon das Badezimmer. Ich ging hinein und schloss die Tür.
Ich zog meine Kleidung aus und ging in die Dusche. Ich duschte mich ab und wusch mir die Haare. Zum Glück stand hier mein Shampoo und Duschgel, was ich von zu Hause mit genommen habe. Sonst hätte ich mich jetzt mit Männer Duschzeug waschen können.

Als ich fertig war, stieg ich aus der Dusche und nahm mir ein Handtuch. Ich wickelte es mir um und lief zum Waschbecken. Unter ihm waren Schubladen und ich zog sie auf, in der Hoffnung einen Föhn zu finde. Und ich hatte Glück, ich fand einen.
Ich föhnte mir die Haare und versuchte irgendwie ein paar Wellen hinein zu bekommen, weil Aaron natürlich kein Lockenstab hatte.
Als ich fertig war ging ich in mein Zimmer und schaute in den Kleiderschrank. Ein paar schöne Kleider hingen im Schrank. Ich zog ein wunderschönes hell Blaues Kleid heraus. Es war Schulter frei und mit Rosa goldenen Blumen darauf gestickt. Ich zog es an und es passte perfekt.
Ich schaute mich im Spiegel an und ich hoffte Maddison und Sebastian mögen mich. Ich wusste nicht viel über die beiden. Maddison hatte ich nur einmal gesehen und da keine Gelegenheit gehabt mit ihr zu sprechen. Sebastian dagegen hatte ich noch nie gesehen, außer als ich halb bewusstlos im Wald herum geirrt bin. Aber an diese Nacht habe ich kaum Erinnerungen.
Plötzlich hörte ich ein Auto in die Einfahrt fahren und ging hinunter. Ich hörte wie es klingelte.
Aaron lief gerade an die Tür und wollte sie öffnen, aber als er mich sah blieb er stehen. Ich drehte mich und lächelte.
>Und wie sehe ich aus?< fragte ich und postierte zum Spaß.
>Wunderschön.< sagte er, ohne seinen Blick von mir zu nehmen. Aber bevor er oder ich noch etwas sagen konnten, klingelte es erneut an der Tür und jetzt öffnete sie Aaron.
>Hallo.< hörte ich die hohe Stimme von Maddison quietschen, bevor ich sie die Tür hinein laufen sah. Als erstes umarmte sie Aaron, danach kam sie zu mir und schlang ihre Arme um meinen Hals. Ich drückte sie unbeholfen zurück.
>Maddi bitte erdrücke sie nicht, sie ist nur ein Mensch.< kam es von Aaron mit einem Lachen.
Sie ließ mich los und hinter ihr sah ich Sebastian der gerade die Tür hinein kam. Er war mindestens genauso groß wie Aaron, hatte aber dunkel blonde Haare. Er ging als erstes zu Aaron und umarmte ihn auch. Dann kam er zu mir und blieb vor mir stehen.
>Hey.< sagte er, etwas unbeholfen.
Ich lächelte ihn an.
>Hey.< sagte ich zurück.
Bevor eine peinliche Stille entstehen konnte, drängte sich Maddison wieder dazwischen und stand wieder vor mir.
>Können wir jetzt endlich essen? Ich sterbe gleich an hunger.< sagte sie lachend und zog mich mit.

Wir gingen durch das Wohnzimmer in den Wintergarten wo ein großer Esstisch stand, auf ihm waren alle möglichen Sachen. Viel Fleischhaltige Sachen, Gemüse wie Erbsen und noch so viel mehr.
Maddison, Sebastian und ich setzten uns schon hin, bevor Aaron auch zu uns kam mit einer Weinflasche. Er öffnete die Flasche und goß jedem von uns etwas in ein Glas. Danach fingen wir an zu essen und es war himmlisch. Ich fand das Frühstück schon unfassbar gut, aber das war göttlich.
Während des ganzen Essen's wurde es keine Minute langweilig, wir redeten und lachten.
Es war wirklich schön.
Ich lernte jetzt schon viel über die Beiden. Zum Beispiel das sie Geschwister waren oder wie überdreht Maddison ist und Sebastian eher der ruhigere von den beiden ist. Sebastian erzählte auch von seiner kleinen Werkstatt, in der er selber Möbel herstellte und gestand den Esstisch gemacht zu haben. Was ich ziemlich beeindruckend fand.
Nachdem wir fertig gegessen hatten, setzten wir uns alle ins Wohnzimmer. Aaron setzte sich neben mich und starrte mich an, was er über den ganzen Abend schon getan hatte.
>Woher sind eigentlich die ganzen Klamotten aus meinem Zimmer?< fragte ich, weil ich mich ziemlich befangen fühlte.
>Ein paar sind von Maddison und ein paar sind neu gekauft.< antwortete er und ich lächelte ihn an.
>Danke.<

Bevor eine peinliche Stille eintreten konnte, setzte sich Maddison uns gegenüber und strahlte uns an.
>Wie habt ihr euch eigentlich kennengelernt< fragte sie und ich schaute zu Aaron, der mich im gleichen Moment auch seinen Kopf zu mir drehte. Bei der Erinnerung an diesen Tag fingen wir beide an zu Lachen und Maddison starrte uns verwundert an.
>Was ist so witzig? Kommt sagt es mir!< bettelte sie und ich drehte mich wieder zu ihr. Ich hörte auf zu lachen und fing an die Kurzversion zu erzählen.
>Also das erste Mal sahen wir uns in einem Cafe. Aaron rempelte mich an und verschüttet seinen Kaffee auf mich. Aaron entschuldigte sich und das wars. Aber am gleichen Tag sahen wir uns Abends wieder in einem Club. Aaron erkannte mich und fragte ob ich ihn verfolge, ich behauptete das Gegenteil, das er mir folgte. Aber er hat mir versichert das er kein Stalker ist, denn restlichen Abend haben wir diskutiert wer wenn verfolgt und Motive gesammelt.< Als ich fertig war mit erzählen, schaute ich zu Aaron und er lächelte mich an. Plötzlich sprang Aaron aber auf und lief zum Radio und erhöhte die Lautstärke. Ich starrte ihn verwundert an, bis ich hinhörte und verstand.
>Weißt du noch? Der Song?< kam er wieder zurück und stellte sich vor mich.
>Jaa natürlich.< antwortete ich ihm und lachte.
>Darf ich um diesen Tanz bitten?< fragte mich Aaron und ich schüttelte Lächelnd den Kopf.
>Komm schon. Bitte, das ist unser Song.< flehte er mich an und ich gab nach. Ich legte meine Hand in seine und er zog mich hoch. Ich legte beide Arme um seinen Nacken und er legte seine an meine Taille.
Wir tanzten so wie früher und es fühlte sich auch ein wenig so an wie früher.
Wie schauten uns beide tief in die Augen.
Als um uns herum verschwand.
Und ich fühlte etwas. Ich spürte diese Gefühle, dieses Kribbeln im Bauch als er mich ansah oder mir näher kam.
Wie könnte ich es verhindern, das ich mich wieder in ihn verliebe? Würde ich es denn niemals lernen? Bei einem weiteren Blick von ihm oder einer weiteren Berührung, würde ich die Kontrolle verlieren.
Aber ich konnte nichts tun seine Augen hielten mich gefangen und an den Stellen wo seine Hände lagen, brannte meine Haut.
Als sein Blick zu meinen Lippen ging, wusste ich was passieren würde und ich war mir nicht sicher ob ich ihm widerstehen konnte.
Aber bevor irgendwas passieren konnte klingelte es an der Tür.
Einmal, Zweimal, immer mehr.
Aaron seufzte frustriert und nahm seine Hände von meiner Taille. Er brachte Abstand zwischen uns und lief zur Tür. Zu meinem Glück. Ohne seinen ständigen auf mir liegenden Blick konnte ich wieder denken und war dankbar für die Unterbrechung.
Aber als ich die Stimme hörte blieb mein Herz stehen und ich erstarrte für kurze Zeit. Bevor ich schnell zur Tür lief.
>Sam?!< fragte ich entsetzt, als ich ihn vor der Tür stehen sah.

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