Hanma musste noch ein Tag zur Kontrolle bleiben, dann konnte er endlich wieder nach Hause. die Stimmung war etwas seltsam. Auf der einen Seite gestanden wir uns ein das gemeinsam zu schaffen und das wir froh waren einander zu haben und auf der anderen wirkte Hanma schnell gereizt und genervt von mir. Er schien es mir nicht wirklich verzeihen zu können das ich Ran verdächtigte. Hinzu kam das er wohl doch mehr Angst zu haben schien als er es zugeben wollte. Denn ich bemerkte das er seine Gläser plötzlich meist in einem Zug austrank oder sich nur so viel einschüttete, wie er auch gleich aufnehmen konnte. Ich hoffte nur das sich dieses Verhalten schnell wieder legen würde, denn der Gedanke das Hanma traumatisiert und somit für immer auf eine Weise eingeschränkt zu sein gefiel mir nicht. Und auch ich bemerkte wie sich meine Gedanken wieder vermehrt um das Ableben Hanmas drehten. Ich spürte das meine Konzentration wieder vermehrt nachließ und mir Vorwürfe machte, weil ich nicht da war um ihn zu beschützen. So verbrachten wir den ersten Tag Zuhause, ein wenig desorientiert und überfordert. Wir beide schienen weder etwas mit uns selbst, geschweige denn mit dem Anderen anfangen zu können und so fielen wir Abends ins Bett wo wir wohl gemeinsam eine schlaflose Nacht hatten.
Am nächsten Tag entschied sich Hanma dazu sein Leben wieder wie gewohnt aufnehmen zu wollen und ging zur Arbeit. Ich nahm mir ein Beispiel an dieser Einstellung und tat es ihm gleich, auch wenn ich vermutlich wieder nur unsinn bauen würde. Und ich sollte Recht behalten. Meine Gedanken kreisten noch immer um diesen Abend. Wer hatte es getan? Und was war mit Takemichi los? Er war doch schon Zuhause gewesen, wieso war er wieder zurück gefahren? Ich erinnerte mich das ich am Abend mehrere Anrufe in Abwesenheit hatte, doch ich hatte bisher nicht nachgesehen wer mir versuchte zu erreichen, das holte ich nun nach. Und tatsache, Takemichi hatte mich mehrfach versucht anzurufen, vermutlich während er zum Restaurant fuhr. Und warum benahm er sich auf einmal so seltsam. Zuerst schien er genau zu wissen was geschehen war, doch ganz plötzlich wusste er nicht einmal mehr wie er wieder zurück gekommen war. Das war komisch, ich musste mit ihm reden!
Entsprechend kontaktierte ich ihn und bat ihn darum sich mit mir in der Mittagspause zu treffen, gesagt, getan. Schon gleich saßen wir uns gegenüber und ich begann damit ihn auszufragen. "Ich weiß es nicht. Ich habe eine große Lücke. Ich weiß das ich mit Hina dort war aber früher gehen mussten. Ich weiß das ich mich so um zwölf ins Bett gelegt hatte, und dann war ich plötzlich wieder auf der Feier und hielt Hanma im Arm. So etwas habe ich noch nie erlebt." "Kann es sein, das es sich so anfühlt, wenn der zukünftige Takemichi in die Vergangenheit reist?" Ein Verdacht der sich mir gleich auftat, als ich heute Morgen darüber nachdachte. "Ich weiß es nicht. Bisher war ich immer in die Gegenwart gereist, allerdings bin ich in der Zukunft auch ich, nur halt älter und ich... Ach verdammt, das Zeitreiseding ist mega Kompliziert." "So kompliziert ist es nicht. Du bist für den Takemichi von Morgen die Vergangenheit. Du kannst jeder Zeit zurück reisen und dein Leben und das der anderen verändern. Du bist es gewohnt das dein jetztiges Ich die Zeit verändert und kannst natürlich nicht die Zukunft sehen." "Ja, das stimmt wohl. Es muss wohl etwas Schlimmes gewesen sein, was ich verhindern wollte, denn eigentlich hasse ich es in die Vergangenheit zu reisen." "Und doch tust du es wenn es nötig ist. Ich danke dir." Er lächelte. Ich wusste das es schlimm sein musste ständig durch die Zeit zu springen, er hatte so viele Tote gesehen und zurück geholt. Ich hatte ihn bereits mehrfach gefragt was er alles verändert hatte, doch er schwieg und vermutlich war das auch besser so. "Ich denke Hanma wäre gestorben. Er hatte eine Herzrhythmusstörung. Der Arzt meinte wir kamen noch rechtzeitig ins Krankenhaus, es hätte hässlich enden können. Ich hätte ihn wieder verloren." "Aber das ist nicht passiert." "Meinem Ich in der alten Gegenwart aber schon. Wer weiß wen ich wieder dafür umgelegt habe. Ich kann das nicht mehr. Ich muss dich um etwas bitten." "Was ist?" "Sollte Hanma sterben, dann musst du mich sofort einweisen. Du musst mich dann aus dem Verkehr ziehen, ich darf nicht mehr draußen frei herum laufen." "Ich könnte aber auch wieder in die Vergangenheit reisen und seinen Tot verhindern!" "Ja, das könntest du. Und ja, ich würde dich anbetteln und anflehen es zu tun. Aber du bist mein Freund. Und ich kann nicht immer von dir erwarten das du deine eigene geistige Gesundheit riskierst. Ich liebe Hanma, mehr als alles andere auf der Welt. Aber du bist mir ein sehr wichtiger Mensch geworden. Du bist Vater und Ehemann. Du musst gesund sein, leben und glücklich sein. Du kannst deiner Familie nicht schaden, nur weil ich ein Psychopath bin." Geschockt als auch verwirrt schaute Takemichi mich an. Ich hingegen griff in meine Tasche und holte ein Dokument heraus. "Das ist eine Vollmacht. Hanma ist bereits bevollmächtigt. Ich möchte das du, sollte ich nicht mehr Herr meiner Sinne sein, und Hanma nicht mehr an meiner Seite sein, das du über mein Leben bestimmen kannst. Somit möchte ich sicher gehen das ich keine Bedrohnung mehr für andere werde." Ich konnte sehen wie unsicher er wurde, er schaute immer wieder zwischen mit dem der Vollmacht hin und her. "Kisaki, ich weiß nicht ob das nötig sein wird." "Keine Ahnung ob es das sein wird. Aber das ich durchdrehe haben wir in der ursprünglichen Gegenwart gesehen. Ich habe Hina umgebracht und anschließend mich selbst. Ich will das verhindern. Und wenn es nicht nötig wird, dann ist es das nicht. Aber wenn doch, dann bist du befugt zu handeln und zu schützen was du liebst."
Ich war erstarrt. Tetta Kisaki. In so vielen Universen war er mein Feind. Er hatte so viele Menschen getötet, sie manipuliert und benutzt. So viele Leben ruiniert. Und in diesem Universum war er mein Freund. Ein Mensch der auch mir immer wichtiger wurde, ein Mensch der es wert war all die schrecklichen Taten zu verzeihen. Ich musste gestehen, ich hatte oft an dieser Freundschaft gezweifelt. Ich fühlte mich schlecht, denn wie könnte ich nur mit diesen Mann befreundet sein? So oft hatte ich mir immer wieder gesagt das ich daran glaube das er einen guten Kern hat und nun hatte er es mir bewiesen. Gerührt griff ich den Stift und unterschrieb. Diese Vollmacht war der Beweis dafür das Kisaki sich Gedanken um mich, Hina und auch um Kanata machte. Er wusste von der Dunkelheit tief in ihm und war bereit andere vor dieser zu schützen. "Kisaki, das bedeutet mir sehr viel. Du kannst dich auf mich verlassen. Sollte dieses Papier jemals notwendig sein, dann werde ich alles zu deinen Wünschen erledigen. Ich werde mich darum kümmern das es dir gut geht." "Das weiß ich. Vielen Dank dafür."
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Repaired
Hayran KurguNach all dem Schrecken versucht Kisaki einfach nur seine Beziehung zu Hanma zu genießen. Allerdings holen ihn immer wieder die Erinnerungen aus der alternativen Gegenwart ein, was es ihm nicht immer leicht macht. Fortsetzung zu meiner Geschichte "B...
