Am nächsten Tag stand die Truppe versammelt auf dem Parkplatz vor dem Revier, wo Elias vor der Gruppe stand. Der junge Polizist hatte seinen verletzten Arm in einer Schlinge, wirkte aber nach gründlicher, ärztlicher Behandlung weitaus fiter wie noch vor ein paar Stunden.
„Ihr habt mir wirklich den Arsch gerettet", murmelte er und sah hinter sich, wo die Dortmunder Kollegen, die ihn abholen kamen, den Wagen bereit machten, „ich weiss gar nicht, wie ich euch danken soll!"
Michael winkte ab und klopfte dem Jungen auf die Schulter. „Hauptsache, du wirst wieder gesund und die Beiden stecken nun im Kittchen. Mehr zählt nun nicht. Ich habe ein gutes Wort bei deinem Boss für dich eingelegt. Du hast Talent! Lass' dich von dem nicht kleinkriegen."
Verlegen, lächelte Elias und kratzte sich mit der gesunden Hand am Hinterkopf. „Kaum zu glauben, dass du von Joschi so hochgepuscht wurdest.", stichelte Robert und Joschi zog eine Augenbraue hoch. „Was soll dass denn bitte heissen?", fügte sie ihrer Geste pikiert an und ein Lachen ging durch die Runde.
„Speziell dir, Philipp. Der Arzt war beeindruckt. Du hast mich gut zusammengeflickt!", lobte Elias und Philipp zuckte mit den Achseln. „Hey, unter Kollegen hilft man sich doch immer aus!", tat er die Sache ab und alle blickten auf Michael, als dieser sich in die Hände klatschte. „Okay, die Arbeit bleibt nicht liegen. Wir müssen die Beweise zusammenstellen und bereit sein, wenn die beiden Mistkerle vor Gericht kommen. Die sollen für ein paar Jahre hinter schwedischen Gardinen!" Das Team verstand und verabschiedete sich von Elias. Bis auf Joschi, die ihren Chef nur kurz ansehen musste. „Bis gleich", verstand er und ging zusammen mit Robert, Philipp, Charlie und Dani zurück ins Gebäude. Elias und Joschi warteten, bis sie weg waren und dann sahen sich die Beiden an.
„Du hast wirklich ein gutes Team gefunden", begann Elias und lächelte, „hätte aber niemals gedacht, dass du ausgerechnet mit dem Sonnyboy der Truppe, das beste Verhältnis hast!" Johanna verschränkte die Arme und blickte dann mit einem Grinsen auf Elias.
„Okay, aber das ist Anders. Du warst meine Ausbildnerin!", lachte er und Johanna schüttelte lächelnd den Kopf.
„Philipp und ich...wir haben uns gegenseitig das Leben gerettet...ich denke, dass verbindet!", sagte Joschi leise, „...und doch hat er viel mehr für mich getan, als ich für ihn. Ich habe das Gefühl, dass ich ewig in seiner Schuld stehen werde!"
„Robert hat mir alles erzählt, als er mich zurück zum Projekt gebracht hatte. Ja, er hat dir das Leben gerettet und du hast dasselbe getan. Ich weiss, dass Philipp dann alles für dich in die Traumaverarbeitung in die Wege geleitet hat, obwohl er selbst mit so viel zu kämpfen hatte...und ich kenne deine Angst Joschi..."
Die Angesprochene drückte die verschränkten Arme fester an sich und atmete tief durch.
„...Joschi, Philipp ist nicht wie das Arschloch, dass sich früher unser Chef genannt hat. Ich denke er mag dich wirklich als gute Freundin und hat dich auch als Kollegin wirklich schätzen und lieben gelernt. Und ich denke, auch deine anderen Kollegen und Michael, werden dir so weh tun wie es Heger damals mit dir getan hat."
„Kann's halt manchmal nicht abstellen.", flüsterte Joschi und es war hörbar, dass sie mit den Tränen zu kämpfen hatte.
„Ich weiss. Aber Heger hat dir zwar einmal auch den Arsch gerettet bei einem Fall, aber er hätte niemals das gemacht was Philipp gemacht hat. Unter Heger wärst du gestorben. Der hätte dich nicht so lange wiederbelebt, bis ihm die Arme beinahe abgefallen wären. Vor allem, dass er seinen „mutigen Einsatz" damals benutzt hatte, um dir so ein schlechtes Gewissen einzureden, dass du das Angebot der GSG9 ausgeschlagen hast...war wirklich das Allerletzte..."
„Ich war halt sehr naiv...", seufzte Johanna, „...aber es hat sein sollen. Ich fühle mich in der K11 wohl. Mir gefällt es als Kommissarin in einer Sonderkommission zu arbeiten. Etwas, das ich niemals erwartet hätte."
„Trotzdem. Du bist eine affenstarke Schützin Johanna. Du hättest es dort auch weit gebracht. Klar, sehe ich auch, dass du nun deine wahre Bestimmung gefunden hast...aber ich sehe auch deine unterdrückte Angst...aber ich kann dir vergewissern, dass das hier nicht passieren wird!", versicherte Elias und dieser lächelte, als er aufsah und sah, wie Philipp wieder aus dem Gebäude kam.
„Hey, alles klar bei euch? Der Schreibtisch neben mir ist so leer, mir wird langsam langweilig! Es schnattert nicht im Büro"
„Weisst du jetzt, was ich meine?", lächelte Elias, als er Johanna wieder ansah und diese konnte das Grinsen nur erwidern. „Ich denke schon", sagte sie mit einem Augenzwinkern und umarmte Elias dann sanft, so dass sie seinen verletzten Arm nicht traf.
„Und du siehst zu, dass du weiterhin so fleissig bleibst. Denk daran, ich habe einen Ruf verteidigen", eckte dann Johanna an und puffte Elias in die gesunde Schulter. „Schon verstanden!", grinste dieser und winkte dann zum Abschied nochmals Johanna zu, bevor er in den Wagen stieg und losfuhr.
„Hey, alles gut?", hörte Johanna hinter sich und sah, wie Philipp nun neben ihr stand und sie besorgt ansah. „Ja. Alles klar. Ich hasse nur Abschiede", lächelte sie und legte einen Arm um Philipp. „Hätte nicht gedacht, dass du so auf der sensiblen Schiene fährst", eckte Philipp an und Johanna rollte mit den Augen.
„So, wollen wir den Arbeitstag beginnen? Schliesslich..."
„...macht das Böse keine Ferien! Ich weiss, Grosser!", vollendete Joschi den Satz und Philipp sah sie erstaunt an. „Hey, ich bin wieder „Grosser"? Bin ich nicht der nervige, kleine Bruder?", grinste er und begann mit Joschi in Richtung des Präsidiums zu laufen. „Geniess es einfach und halt die Klappe", stöhnte Joschi und ging mit Philipp ins Gebäude.
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Hallo ZusammenAuch hier danke ich euch wieder für eure Treue. Es macht mir schon alleine Spass die Geschichten zu schreiben, doch natürlich macht es noch umso mehr Spass, wenn ihr auch Gefallen daran habt, sie zu lesen. Ich freue mich jedes Mal über eure Feedbacks. ^^Es wird auch bald wieder einen neuen Fall geben. Ich verrate nur so viel: Es wird extrem spannend ;-)LGJen <3
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Aus der Asche - K11 die neuen Fälle
FanfictionSie nennen sich "Red Smoke" und sehen sich als neue Rächer Münchens. Sie wollen die Schere zwischen Arm und reich wieder vermindern und München in neues Licht rücken. Was zunächst nach einer naiven und trughaften Idee einer Jugendclique klingt, wird...