Kapitel 9

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Tut mir leid, dass es so lange gedauert hat.
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Die Stimmung in meinem Zimmer war friedlich. Die Vögel zwitscherten und die Sonne kitzelte mich mit ihren sanften Strahlen, die durch den Spalt meines Vorhanges dringen. Bis ein Schrei mich und Aoi weckte und mich vom Bett warf. Ich rieb mir den Kopf, während Aoi und ich wütend die Treppe runterstapften und uns das Schaubild im Wohnzimmer ansahen. Vier Personen saßen auf dem cremfarbenden Sofa und drückten heftig die Tasten ihrer Kontroller. Ein Blick auf den Bildschirm verriet mir, dass sie Mario Kart spielten. Anwesend waren: Mein Bruder, die Zwillinge und Suna. Alle hatten ihren Blick auf den Bildschirm gerichtet, während Aoi verschlafen auf die Uhr neben uns auf dem Abstelltisch deutete. Neun Uhr Morgens! Die haben doch nen Knall. Ich ging hinter den Jungs her zur Steckdosenleiste und zog den Stecker der Spielekonsole. Nun hatte ich die ganze Aufmerksamkeit.
„WER WAR?!-“ Atsumu verstummte als er meinen müden und genervten Gesichtausdruck bemerkte. Osamu schluckte, genau wie mein Bruder, während Suna mich unschuldig ansah.
„Ihr habt doch wohl nen NERV MICH UND AOI ZU WECKEN UM F*CKING NEUN UHR MORGENS!!“ schrie ich und ihre Ohren legten sich an. Dann verzogen die Jungs, außer mein Bruder, die Gesichter und  schauten zu Aoi. Sie starrte sie ebenfalls genervt an und ich sah, wie sich bei bei den Zwillingen Schweißperlen bildeten.
Ich seufzte.
„Wo ist Mama, Shinzuke?“ fragte ich nun ruhig, während ich aus der Küche eine Tasse für mich und Aoi holte. Ich brauche Tee. Und Aoi sieht auch so aus.
„Musste spontan nochmal los.“ sagte Shinzuke monoton und folgte mir. Währenddessen spielte Suna auf seinem Handy, Osamu guckte auf seins und Atsumu unterhielt sich mit Aoi. Seiner Mimik nachzuurteilen flirtete er mit ihr und sie schien dies sehr zu schmeicheln. Ich und Shinzuke lächelten uns wissend an, ehe ich seufzte und sagte:
„Wie immer also.“ Shinzuke nickte nur und holte sich ein Glas, wo er Wasser reinfüllte.
„Du weißt doch wie es ist, warum bist du dann noch enttäuscht?“ fragte er und streichelte mir leicht über die Wange.
„Weil es doof ist, dass wir unsere Mutter nicht bei uns haben können. Nicht mal für ein Wochenende.“ sagte ich traurig und ließ meine Schultern sinken. Shinzuke nickte und tätschelte mir den Kopf. Dann gingen wir zurück zu den anderen und Aoi und ich machten uns fertig. Wieder unten angekommen waren die Jungs wieder mit spielen beschäftigt. Erst als wir uns unsere Jacken überziehen wurden sie auf uns aufmerksam.
„Wo wollt ihr denn hin?“ fragte Shinzuke skeptisch, als er das Spiel pausiert hatte.
„Wir wollen nur in die Stadt Helikopterbrüderchen.“ sagte ich und schloss die Tür hinter Aoi und mir. Doch nicht ohne, dass ich zu Suna rüberschielte und sah, dass er lächelte. Durch die geschlossene Tür hörte ich noch ein ,Viel Spaß und passt auf euch auf‘, ehe ich mit Aoi den Vorgarten verlasse.

Der Bahnhof war voll. Zu voll meiner Meinung nach. Aoi und ich stiegen in einen Zug nach Tokio. Unser Ziel: Ein großes Kaufhaus namens „Mitsukoshi“. Die Fahrt war lang. 4 Stunden um genau zu sagen. Aber was soll man sagen? Wir wohnen in Hyōgo und müssen in die Hauptstadt. Nach einer sehr erholsamen Fahrt, weil Aoi und ich geschlafen hatten, kamen wir in Tokio an. Auch hier war der Bahnhof sehr voll. Doch besonders fiel uns eine Gruppe von Leuten auf, die alle eine rote Jacke trugen. Beim genaueren Hinsehen sah ich den Aufdruck: Nekoma. Das war doch die Schule, gegen die wir ein Trainingsspiel haben würden. Sie gingen auf uns zu und ich hörte einen Jungen mit schwarzen, die ihm halb ins Gesicht hängen, sagen:
„Okay aufgepasst. Hat irgendjemand eine Ahnung, wie wir nach Hyōgo kommen?“ keiner von den anderen schien irgendetwas zu sagen. Ich beschloss zu Helfen. Mit angelegten Ohren und angezogener Rute ging ich auf den Jungen zu.
„I-Ihr wollt nach Hyōgo?“ Mist! Gestottert. Der Junge drehte sich überrascht zu uns um und grinste.
„Weißt du wo wir hin müssen?“ fragte er und sein Grinsen wurde langsam gruselig.
„J-“ ich räusperte mich „Ja. Ihr müsst in den Zug, der um 13:30 fährt nehmen und dann 4 Stunden fahren, bis ihr in Hyōgo Zentrum angekommen seit. Oder wo müsst ihr hin?“
„Nein, nein Zentrum ist genau da, wo wir aussteigen müssen. Wieso weißt du so genau bescheid?“
„Meine Cousine und ich sind gerade von Hyōgo hier her gekommen.“ Aoi umklammerte nun meinen Arm.
„Genau und wir müssen auch weiter. Sonst verpassen wir den Bus y/n.“ sagte sie und ich winkte dem Team.
„Man sieht sich bestimmt.“ sagte ich und lief Aoi hinterher. Das Team sah uns verdutzt hinterher.

„Wer waren die?“ fragte Aoi mich ehe wir unsere Sitzplätze im Bus ergattert haben.
„Ein Team, gegen das wir am Dienstag ein Trainingspiel haben.“ antwortete ich knapp und ging nun und sah aus dem Fenster um ihr zu signalisieren, dass ich nicht weiter ins Detail gehen wollte. Aoi beließ es auch glücklicherweise dabei und lehnte sich an meine Schulter. Ein paar Minuten dösten wir vor uns hin, ehe wir in der Innenstadt angelangt waren. Dort stiegen wir aus und packten uns gleich an den Händen, damit wir uns in dem Getümmel nicht verlieren würden. Es waren wirklich viele Leute. Sofort legten sich meine Ohren an und meine Rute schmiegte sich an mein Bein. Aoi blickte über ihre Schulter zu mir, da sie mich mit sich zog.
„Alles gut…du kennst hier niemanden…außerdem bin ich bei dir.“ sagte sie und zog mich weiter bis zu einer Stelle, an der das Gedränge nicht so stark war. Es war in dem Moment wie ein sicherer Hafen für mich. In Hyōgo waren zwar auch viele Menschen, doch hier war ja die reinste Hölle los! Aoi packte mich an den Schultern.
„Wenn du weiter so abgelenkt bist, dann verlier ich dich nachher wirklich! Also, wir suchen jetzt nach diesem Kaufhaus und dann suchen wir uns was schickes aus, okay?“eröffnete sie mir und sah mich eindringlich und fragend an. Ich nickte und sie schnappte wieder nach meiner Hand.

Wir mussten mindestens dreimal nachfragen, bis wir das Kaufhaus erreichten. Aoi und ich hatten einfach keinen guten Orientierungssinn…. Aoi war aber deutlich besser als ich. Nach drei Runden um einen Häuserblock bemerkte sie, dass wir im Kreis liefen, während ich uns beide verfluchte. In Sachen Orientierung bin ich ein betrunkenes Frettchen. Aoi musste auch das Ansprechen der Passanten übernehmen. Obwohl Tokyo die Hauptstadt ist und ich schon viele Menschen mit grimmigen Gesichtern gesichtet hatte, waren die, die wir angesprochen hatten nett zu uns.

Als wir dann endlich in das große Gebäude traten hielten wir den Atem an. Es waren mehrere Stockwerke voll von Läden und Imbissen. Der Duft von Ramen stieg mir in die Nase und neben mir seufzte Aoi wohlig auf.
„Denkst du das was ich denke?“ fragte ich sie und sie lächelte mich wissend an. Wir beide schnellte zu dem Laden neben uns, wo der himmlische Duft herkam. das Essen war herrlich und leider schnell aufgegessen. Dann begann das große Suchen nach einem geeigneten Kleiddungsstück. Naja, für Aoi begann die große Suche und ich schlenderte hinterher, trug die Taschen und sagte, ob ja oder nein. Zwischendurch bekam ich auch noch die Chance das ein oder andere Kleidungsstück zu begutachten. Dann machten wir uns auf den Weg wieder zurück nach Hause.

Vor der Haustür hörte ich Stimmen hinter der Tür. Die Tür war leicht offen und ich bekam Panik. Ich sah zu Aoi und auch sie schien etwas Panik bekommen zu haben…
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Hoffe es hat euch gefallen. Also an alle einen guten Morgen, Mittag und Abend und an alle Nachteulen eine gute Nacht:3

Eure Neko

Suna x fem. Reader (Omegaverse)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt