"Dein Vater hat mich verlassen.", sprudelte es dann nach einer Weile nur so heraus.
Sie fühlte sich nun sicher, mir alles zu erzählen.
Ich schluckte und brauchte einen Moment um das Gesagte zu verarbeiten. Ich wollte ihr keinen zusätzlichen Druck machen, also sammelte ich mich zunächst einmal.
"Und wieso?", wollte ich ruhig von ihr wissen, auch wenn ich innerlich am Exlodieren war.
Auch sie schien sich zu sammeln.
"Er hat mich für eine andere verlassen.", sagte sie so kurz wie es nur ging.
Innerlich kämpfte ich mit meinen Emotionen. ~Wie konnte mein Vater das meiner Mutter und mir nur antun? Was hatte ich bitte verpasst?
"Ich weiß, dass das sehr einschlagend für dich jetzt sein muss, aber bitte hass deinen Vater nicht. Er liebt dich.", versuchte sie diesen Arsch auch noch in Schutz zu nehmen.
"Wie kannst du das von mir verlangen? Er hat unsere Familie zerstört. Wie lange geht das schon so ohne mein Wissen?", broddelte es trotz starker Selbstbeherrschung aus mir heraus.
"Seit über zwei Jahren.", merkte ich wie sie es mir eigentlich nicht offenbaren wollte.
"Heißt das, das ich deswegen ins Internat musste?", zählte ich nun eins und eins zusammen. Ihrem Blick nach zu urteilen, hatte ich genau ins Schwarze getroffen.
"Schatz, bitte... wir wollten dich schützen. Dein Vater und ich haben versucht die Ehe zu retten, für dich. Doch es klappte nicht so wie wir das wollten und letztendlich hat er eine Neue kennen und lieben gelernt.", erklärte sie mir. Sie wollte mich in eine Umarmung schließen, doch ich drückte sie von mir weg. Ich wollte das jetzt nicht.
"Ach und weil ich bei euren so-super-funktionierenden Plan der Versöhnung gestört hätte, habt ihr entschieden mich von meinen Freunden zu trennen und habt mich in so ein hochnäsiges Internat nach New York verbannt. Bravo!", klatschte ich provozierend und voller negativer Gefühle dabei in die Hände.
"So war das auch nicht Cecilia. Du verstehst das falsch!", versuchte sie weiter auf eine mütterliche Art, gegen meine Wut gegen sie, anzukämpfen.
"Boahr ne. Ich kann das gerade nicht. Ich muss hier raus.", war es fast so, als wenn ich innerlich in Flammen stehen würde. Bevor hier Dinge weiter gesagt werden, die nicht so gemeint waren, entschied ich mich dazu das Haus verlassen zu wollen.
"Es tut mir leid Schatz.", rief mir meine Mum noch hinterher, aber ich blieb diesbezüglich stumm.
Hinter mir ließ ich die Tür laut ins Schloss fallen.
~Wo sollte ich denn jetzt nur hin?
Fiel mir nichts ein. Ich stand hier, voller Wut in mir, vor der Haustür rum und schweifte unbewusst meine Augen suchend hin und her.
Sie blieben an dem Haus der Parker's hängen.
~Da konnte ich doch nicht einfach rüber...
Sollte ich wirklich klingeln und Jere damit belasten? Ne oder?
Meine Füße steuerten wie von selbst den Weg zu ihrer Haustür an. Vor deren Tür blieb ich stehen. Es war keine laute Musik von vorhin zu hören.
Es waren nur zwei unerkennliche Stimmen beim genaueren Hinhören wahrzunehmen.
Mein Zeigefinger drückte den Klingelkopf und schon schellte ein typischer einfachgehaltener Ton laut im Inneren des Hauses.
Durch das quadratische Mosaik-Fenster, der Haustür, nahm ich jemanden auf die Tür zusteuernd war.
Schnell ging ich einen Schritt zurück, bevor die Tür aufging.
"Ja?", fragte mich ein hübscher, dunkelhaariger Junge mit leichtem Bartwuchs. Seine braunen, mit einem Tick ins Grüne gehende, wenn man ganz genau hinsah, trafen auf meine komplett braunen Augen.
~Aijaijai! Das muss Nate sein. Wird ganz schön warm plötzlich oder bilde ich mir das nur ein?
Kurz räusperte er sich, da ich ihn wohl unbeabsichtigt für meine Gedanken ignoriert hatte.
"Oh sorry. Ich...ähm... bin Cecilia. Von nebenan und wollte zu Jere.", fing ich wie aus dem Nichts das Stammeln an. ~Der Zweite heute, der mich nervös machte! Reißen Sie sich zusammen Ms. Miles!
"Näh? Oder? Cici?", strahlte der gutaussehende Nate, er erkannte mich wohl und schien sich zu freuen.
"Ähm.. ja. Genau. NATE!", nannte ich ihn beim Namen um ihm zu zeigen, das auch ich mich an ihn erinnerte.
"Wie nice ist das denn!? Komm her!", winkte er mich mit seinen Händen förmlich in die Arme. Sofort nahm ich diese Geste entgegen und er drückte mich herzlich. Es war wirklich angenehm ihn im Arm zu haben.
Schließlich hatten wir viel miteinander zu tun, vor meinem Umzug aufs Mädchen Internat.
Als wir abließen voneinander schüttelte er unglaubwürdig den Kopf. Er schien das noch einen Momentlang verarbeiten zu müssen, damit es nicht zu lange Dauern würde, streichelte ich ihm über die Wange.
~Verrückt.. früher waren seine Wangen so weich. Heute haben sie einen erwachsenen Touch!
Verwirrt, aber mit einem Lächeln akzeptierte er diesen Move von mir.
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Meine Nachbarn, die Parker Brüder
RomanceCecilia Miles ist ein gewöhnliches Mädchen, aus Boston/Massachusetts, das mit den drei Brüdern Hunter, Jere und Nate aufwuchs. Seit sie denken können sind sie schon Nachbarn und ihre Eltern gut miteinander befreundet. Cici, wie ihr Spitzname lautet...