05. kapitel

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Bedrückt legte ich den Stift weg. Da lag es vor mir: kalt und glatt. Sorgfältig geschrieben, in jedem Wort ein bisschen Liebe. Ich strich abwesend über das Blatt. ..ich werde immer auf euch aufpassen.... , las ich und mir traten die Tränen in die Augen. Ich hatte es geschafft, nun gab es nichts mehr für mich zu tun. Ich faltete das Papier und legte es in einen Umschlag. Alles erschien mir so unwirklich. Plötzlich spürte ich jemanden neben mir. "Hab keine Angst mein Schatz. Ich passe auf die Kinder auf" ,hörte ich ein sanftes Flüstern. Erschrocken fuhr ich herum und blickte direkt in das Gesicht von meiner wunderschönen Maria. Ungläubig schaute ich ihr in ihre liebevollen braunen Augen. "Mar..maria?" , fragte ich und meine Beine knickten schwächelnd unter mir weg. Sie lächelte so liebevoll und fürsorglich wie sie es immer tat, als sie mein Gesicht in ihre lieblichen Hände nahm und mir einen Kuss auf die Nase gab. "Hallo Johnny...lange nicht gesehen" ,flüsterte sie und ihre Stimme klang wie die eines Engels. "Maria, bist du es wirklich? " , ich starrte sie ununterbrochen an und mein Herz fühlte sich an als würden die Splitter, die aus meinem Herz gebrochen waren als sie starb, wiederkommen und sich in mir vereinen. "Ja ... ich bin es..." In dem Moment brach ich zusammen. Ein leichtes Lächeln auf den Lippen legte Maria meinen Kopf in ihren Schoß und fing mit ihrer sanften Stimme an unser Lied zu singen...
Heart beats fast...
Ich erinnerte mich an den Tag an dem wir und kennengelernt hatten. Sie lag träumend auf einer Blumenwiese und ich fragte sie an was so ein schönes Mädchen denken würde.
Colours and Promises...
Ihr Kleid war bunt und mit Blumen und Stickereien verziert.
How to be brave...
Aber wie kann ich stark sein...
How to be brave when I'm afraid to fall?
Immer wieder spielte sich diese Scene vor meinen Augen ab. Dann wurde mir eines klar: ich kann meine Kinder nicht alleine lassen. Sie brauchen mich. Ich wäre ein Feigling wenn ich nicht wenigstens versuchen würde mich zu widersetzen. Auch wenn es vielleicht nichts bringen würde, ich würde nicht einfach so untergehen. Wenn ich schon sterbe, dann wenigstens mit Ehre und stolz.

Lebendig BegrabenWo Geschichten leben. Entdecke jetzt