‚Scheiße!' Das ist der erste Gedanke, der wie ein Tornado durch meinen Kopf wirbelt, als ich meine Augen öffne. Dicht gefolgt von: ‚Was zum Teufel ist mit mir passiert?' Obwohl ich in einen Schleier der Ahnungslosigkeit gehüllt werde, spüre ich sofort, dass etwas anders ist. Nicht positiv anders, sondern negativ anders.
Ächzend setze ich mich auf und reibe mir über die Schläfen. Mein dröhnender Schädel lässt eine wilde Partynacht vermuten, aber ehrlich gesagt kann ich mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal so richtig feiern war.
Vielleicht mit 18, als Lucy, David und ich jedes Wochenende einen anderen Club unsicher gemacht haben? Oder vor zwei Jahren, als wir mit dem Eishockeyteam die Meisterschaft gewonnen haben?
Ich weiß es nicht. Fakt ist jedoch, dass es nicht gestern war. Warum also fühlt sich mein Kopf so an, als würde er jeden Moment explodieren?
In der Hoffnung, Antworten auf meine Fragen zu finden, lasse ich meinen Blick auf Wanderschaft gehen. Nur um einen Wimpernschlag später ein entsetztes Keuchen von mir zu geben.
Das soll wohl ein Scherz sein, oder?
Ich blinzele zweimal, aber blöderweise verändert sich das Bild vor meinen Augen nicht.
Niemand Geringeres als Mile Harrison sitzt neben mir auf dem Boden. Er trägt einen grauen Kapuzenpullover, eine verwaschene Jeans und dunkelblaue Socken, auf denen irgendein Pokémon abgebildet ist. Seine honigblonden Locken sind verwuschelt und in seinen blauen Iriden, die manchmal genauso unergründlich und tief wie der Ozean sind, spiegelt sich ein Ausdruck der Verwirrung wider.
Na toll ...
Ich habe keinen blassen Schimmer, wo ich bin, geschweige denn was passiert ist. Dass mich der größte Idiot aller Zeiten mit seiner Anwesenheit beehrt, macht die ganze Sache nicht besser. Im Gegenteil!
Wie eigentlich immer, wenn Mile und ich in demselben Raum sind, starte ich einen verbalen Angriff. Einfach aus Gewohnheit. „Du siehst ja richtig verzweifelt aus, Mile", lenke ich seine Aufmerksamkeit mit einem spöttischen Schnauben auf mich. „Brauchst du vielleicht eine Landkarte oder ein Navi für deine Gedanken?"
„Haha." Er rollt mit den Augen. „Du solltest Comedian werden, Eiskönigin. Oder Clown!"
Jetzt liegt es an mir, die Augen zu verdrehen.
Warum habe ich diese Nervensäge überhaupt angesprochen? Ich hätte froh sein sollen, dass er endlich mal die Klappe hält.
Da Mile ausnahmsweise mal nicht mein größtes Problem ist, beschließe ich, ihn zu ignorieren, und hieve mich vom Boden auf. Mein Körper fühlt sich schwer und taub an. Als würde er nicht mir gehören, sondern einer anderen Person.
Oh man. Ob ich vielleicht doch eine wilde Partynacht hinter mir habe?
Ich möchte gerade in meinen Erinnerungen kramen, um diese blöde Ungewissheit loszuwerden, da säuselt Mile plötzlich amüsiert: „Nettes Bild, Eiskönigin."
„Hä?" Ich drehe mich zu ihm und runzele die Stirn. Keine Ahnung, wo wir uns hier befinden, aber von Fotos ist weit und breit keine Spur. Wahrscheinlich hat Mile noch ebenso wie ich Restalkohol im Blut und faselt deshalb so wirres Zeug.
Aber Alkohol hin oder her: Warum sind wir zusammen an diesem Ort? Selbst meine ehemalige Mathelehrerin, die ich bis aufs Blut nicht ausstehen konnte, wäre gerade eine bessere Gesellschaft als Mister Obercool.
„Komm her, Eiskönigin!", fordert mich Mile nun energisch auf. Er steht etwa fünf Meter entfernt von mir und streckt seine Hand nach mir aus.
Denkt der ernsthaft, dass ich seine Flosse anfassen werde? Igitt! Wer weiß, was für Keime ich mir dabei einfangen würde ...
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Swipe & Escape
FantasiaObwohl Mile und Elsie seit ihrer Kindheit zusammen auf dem Eis stehen, können sie einander nicht leiden. Fast schon gleicht es einem Wunder, dass sie sich noch nicht mit ihren Eishockeyschlägern die Köpfe eingehauen haben. Als die beiden gezwungen s...
