Das Gespräch im Krankenflügel hatte sie wieder näher zusammengebracht, auch wenn Augusta fand, dass sie langsam in ein Territorium drifteten, in dem sie in ihrer Beziehung noch nie gewesen waren. Ein Territorium, das man nicht mehr Freundschaft nennen konnte. Aber was, wenn es ihre Freundschaft zerstören wird und außerdem. . . sie sah zu Regulus, der neben ihr am Frühstückstisch saß und wie jeden Tag seinen schwarzen Kaffee trank, sein Arm immer noch in der Schlaufe. . . er war ein Black. Würde er sich gegen das antike und noble Haus Black stellen für sie, nachdem er für Jahre den perfekten Sohn und Erbe gespielt hatte?
Sie wusste nicht, seit wann ihr Bauch zu kribbeln begann, wenn sie sah, wie seine Locken ihm in die Stirn fielen, wie er die Lippen zusammen presste, wenn er überlegte, wie seine Finger mit dem Zauberstab spielten und dann waren da noch seine grauen Augen, die von kalt und gefühllos zu einem unglaublichen strahlen wechseln konnte, wenn ihn etwas amüsierte.
Gerade sah er am Slytherin-Tisch entlang irgendwo hin. Er drehte sich wieder zu ihr und ertappt sah Augusta auf ihr halb gegessenen Honig-Toast. "Ich muss morgen mein letztes Nachsitzen bei McGonagall verrichten, Professor Teiras ist für die Woche nicht da", sagte sie, um den Moment zu überbrücken und das Kribbeln im Bauch zu unterdrücken. "Das wird toll, wir beide sind nie wirklich auf einen grünen Zweig gekommen." Sie sah in die Runde.
"Oh, diese alte Schachtel nervt mich schon seit Jahren", kam es von Jane, die vor ihr saß, Regulus hingegen runzelte nur die Stirn.
"Hast du mir gerade zugehört, Lia?", fragte er.
Nein, das hatte sie nicht. "Verzeihung, ich war in Gedanken", sie räusperte sich, also hatte er sie gar nicht beim Starren erwischt. Er nickte zu einem Ort, etwas den Tisch hinunter, wo Austen und seine Freunde saßen und ihre Köpfe zusammengesteckt hatten.
"Sie haben mehrere Male zu uns geschaut, das kann nichts Gutes bedeuten."
Augusta stimmte ihm zu. Wer nicht lernen will, muss fühlen, aber bei Austen schien alles verloren zu sein.
Dalia kam an den Tisch gestürmt, wenn sie noch etwas essen wollte, vor ihrer ersten Lektion heute, musste sie sich beeilen.
"Leonora hat meinen Pullover gestohlen, den ich für das Date am Wochenende tragen wollte", beschwerte sie sich über ihre kleine Schwester. "Ich musste mich bereits für diesen Pullover entscheiden, weil eine andere Person meine erste Wahl mit Butterbier bekleckert hat!" Sie sah wütend zu ihrer Zwillingsschwester, die schuldbewusst den Kopf einzog. Augusta schob ihr einen Kelch Milch hin. "In diesem Haushalt kann man nichts haben, wo nicht schon jemand anderes seine Hände darauf hat."
"Hm", stimmte Augusta zu, die wusste, wie es war, mit Eltern, vier Geschwistern und den Großeltern unter einem Dach zu leben. Das Zimmer, das sie sich in ihrer Kindheit mit ihren beiden Schwestern teilen musste, war manchmal ein einziges Schlachtfeld gewesen.
"Beeilung, sonst kommen wir zu spät in Verteidigung gegen die dunklen Künste", rief Artus den anderen zu.
Professor Zinta startete den Unterricht, in dem sie die Schüler ein paar Dinge abfragte und sie erinnerte, dass die UTZs im Mai stattfanden und es schon Ende Februar war. Augusta war damals den ganzen April in der Bibliothek gesessen und hat die Nase in die Bücher gesteckt. Dalia war dabei immer neben ihr gewesen. Beide wollten eine Karriere im Ministerium und für ein Praktikum, da musste man zu den besten Anwärtern gehören. Aber das war nun nicht mehr Augustas Plan, sie wollte etwas mit Pflanzen machen. Sie war regelmäßig Klassenbeste in Kräuterkunde, da sollten die UTZs kein Problem werden.
Professor Zinta holte etwas aus einem Schrank und stellte es auf ihren Schreibtisch, es war mit einem blauen Samttuch verdeckt.
"Was denken Sie, ist unter diesem Tuch?", fragte sie die Klasse. "Sie können gerne nach vorne kommen und verschiedene Zauber anwenden - solange das Tuch darauf bleibt - um herauszufinden, was darunter liegt." Einige der Schüler erhoben sich zögerlich. Auch Augusta gesellte sich langsam zu der größer werdenden Schülertraube um das Pult, aber sie musste keinen Zauber anwenden. Das Panikgefühl, das in ihrem Brustkorb aufstieg und einen bitteren Geschmack auf ihrer Zunge ließ, verriet ihr schon genug.
DU LIEST GERADE
Who wants to live Forever? | Regulus Black
Fanfiction14 Jahre sind es her, seit dem Voldemorts Terrorherrschaft ein Ende vor der Krippe von Harry Potter fand. 14 Jahre des Friedens und nun ist er zurück. Augusta ist gezeichnet vom ersten Zauberer-Krieg. Um den zweiten zu verhindern spielt sie mit eine...
