~𝟏𝟖~

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Luna

Das Klingeln der Haustür ertönte und mein Körper erhob sich vom weichen Sofa.
Ich ging in Richtung Haustür und zog sie zu mir.
Die Sonne von draußen erhellte den Eingangsbereich und vor mir stand James.

Meine Augen weiteten sich ein wenig.
Elin kam zu mir und stellte sich neben mich.

„Luna, du musst wieder nach Hause kommen..."
„Ich-..." meine Worte wurden sofort von Elin unterbrochen.
„Sie braucht Ruhe...von dir. So wie es scheint bist  du nämlich derjenige, der ihr im Moment nicht gut tut..." Antwortete Elin für mich.
„Darüber können wir später reden...Es geht um Timmy..."

Als ich hörte, dass etwas mit Timmy nicht stimmte, wurde mein Mutterinstinkt sofort in mir erweckt.
„Was ist mit Timmy?..." Fragte ich besorgt.
„Er...liegt im Krankenhaus...ich hatte einen Anruf bekommen, er war mit seinen Freunden draußen..."
„Wieso passt du denn auch nicht auf?!..."

Ohne irgendein weiteres Wort zu sagen zog ich mir meine Schuhe an und warf mir meinen Mantel drüber.
Ich lief an James vorbei und setzte mich ins Auto.
James kam direkt hinterher und fuhr los.

Ich hatte ein schlechtes Gewissen, dass ich Elin einfach so stehen gelassen hatte, aber sie würde es verstehen.

Während der Autofahrt waren James und ich totenstill.
Keiner von uns sagte ein Wort; die Stimmung war angespannt.
Mein Blick galt der Landschaft, die langsam an uns vorbeizog.
In meinem Kopf machte ich mir immer mehr Sorgen um Timmy.
Wahrscheinlich vermutete ich es wäre schlimmer, als es eigentlich ist.

Sobald wir im Krankenhaus angekommen waren, gingen wir den großen, langen Flur entlang.
Der Geruch von Desinfektionsmittel hing in der Luft, scharf und kalt, und ließ mein Herz noch schwerer machen.
Obwohl James und ich gerade eine schwere Zeit hatten, griff ich nach seiner Hand.
Seine Hand drückte leicht zu und in diesem Moment verschwand meine Nervosität ein bisschen.

Eine Krankenschwester kam uns entgegen und führte uns zu unserem Sohn.
Als wir vor der Zimmertür standen atmete ich tief durch, drückte die Tür auf- und da lag er.

Er wirkte so klein in dem viel zu großem Krankenbett, fast verloren zwischen dem weißen Laken.
Ein Monitor piepte in gleichmäßigen Abständen, beruhigend und zugleich machte es mir Angst.

„Mama, Papa?" Seine Stimme war schwach, aber als ich sie hörte, fiel eine Welle der Erleichterung über mich.

Wir traten näher, ich setzte mich an den Rand des Bettes und strich ihm eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
„Es ist alles gut, Schatz" Sagte ich mit Tränen in den Augen und lächelte leicht.

„Timmy, was ist passiert?" Fragte James und legte dabei seine Hand auf seinen Rücken.

„Ich war mit meinen Freunden draußen, das weißt du ja.
Wir haben Fußball gespielt, ich war Stürmer. Ich wollte schießen, doch ich habe über den Zaun geschossen.
Dann wollte ich den Ball holen, doch dafür musste ich über den Zaun klettern.
Meine Freunde wollten dass ich warte, doch ich dachte, ich schaffe das, doch dann bin ich irgendwie hängen geblieben und vom Zaun runtergefallen."

„Oh Schatz, zum Glück ist nichts schlimmeres passiert-...Sagte ich besorgt „Aber bitte mach das nie wieder"

Er nickte leicht und sah uns zögerlich an. „Seid ihr jetzt sauer?..."
Wir beide schüttelten den Kopf.
„Nein. Hauptsache es geht dir gut..." Sagte James und gab ihm einen Kuss auf den Kopf.
Timmy lächelte leicht.

Ich stand auf und ging zu der Ärztin.
Ich unterhielt mich kurz mit ihr und ging dann zurück zu meinem Mann und meinem Sohn.
„Die Ärztin hat gesagt, dass du wieder nach Hause kannst."

Wieder Zuhause angekommen, rannte Timmy sofort nach oben in sein Zimmer.
„Sei vorsichtig Timmy, dein Arm ist verstaucht..."
„Jaja, ich pass schon auf" Rief er und wenig später hörte ich seine Zimmertür zugehen.

James kam zu mir und wir beide sahen uns einfach nur an.
Wir beide gingen auf einander zu und nahmen uns in den Arm.
Alles was ich gerade einfach nur wollte waren seine Berührungen und seine Liebe.
Auch wenn ich immer noch daran denken musste, was er verheimlichte und dass ich es herausfinden wollte, doch in dem Moment war es mir egal.

„Ich hatte so Angst, es hätte ihm was schlimmeres passieren können"
„Ist es aber nicht...ihm geht es gut" Versuchte er mich zu beruhigen.
Seine Hände umfassten meine Wangen und unsere Lippen trafen aufeinander.
Ich vergaß alles um mich herum und wollte heute einfach nur noch an meine Familie denken und an nichts anderes...

𝐅𝐫𝐨𝐦 𝐄𝐧𝐞𝐦𝐢𝐞𝐬 𝐭𝐨 𝐋𝐨𝐯𝐞𝐫𝐬/𝐌𝐚𝐱𝐭𝐨𝐧 𝐇𝐚𝐥𝐥Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt