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Diese Überlegungen sind rein subjektiv, wissenschaftlich nicht untermauert - und wahrscheinlich teilt die eine oder andere davon niemand mit mir.

Ich liebe die deutsche Sprache - aber wahrscheinlich nur, weil es meine Mutter- und Vatersprache ist. Müsste ich sie lernen, würde ich wohl daran scheitern, so wie ich kläglich an Französisch gescheitert bin.

Doch manchmal bringt mich diese Sprache auch auf die Palme. Vor allem, wenn es aus irgendwelchen, für mich nicht nachvollziehbaren Gründen, urplötzlich Änderungen gibt. 

Zum ersten Mal frustrierte mich die Änderung bei Datumsangaben. 

Man schrieb nicht mehr: Am Donnerstag, dem 7. Mai  sondern: Am Donnerstag, den 7. Mai.

Warum? Ich weiß es nicht. 
Ein Schreibfehler, der zur Regel wurde?
Kein Mensch sagt: Ich wohne am Berg, den ziemlich steilen. Oder: Ich kaufe in dem Laden, den kleinen an meinem Ort, ein. Es gilt: Dativ vor und nach dem Komma.
Warum wechselt man dann beim Datum vom Dativ in den Akkusativ?

Ich weigere mich strikt, das anzunehmen und schreibe diesen Text am Sonntag, dem 1. März. 

Ein anderes Wort nervt mich zur Zeit etwas, aber laut Duden ist das korrekt. Und vielleicht habe ich da nur eben etwas nicht mitbekommen in meinem Bayernland.

Es geht darum, sich zu erinnern. Für mich war das Verb "erinnern" immer reflexiv, also rückbezüglich. 

Ich erinnere mich.

Du erinnerst dich.

Er, sie, es erinnert sich.

Wenn jemand erinnerte, folgte danach irgendjemand im Akkusativ. 

Ich erinnere dich an den morgigen Termin.

Doch heute erinnern Menschen an eine Wahl, die lange zurückliegt, und zwar sich selbst. "Ich erinnere an den Wahltag 2004" - und mein Gehirn schreit: "Ja, wen denn?"

Manchmal ist es auch ein Problem mit der Aussprache, das mich unruhig macht. Gut, ich habe mich daran gewohnt, dass jenseits des Weißwurst-Äquators Menschen Schemie in Schina studieren, aber zum Glück haben sie bisher noch kein Schamäleon dort getroffen - was möglicherweise an den hellen oder dunklen Selbstlauten liegt. 

Wir studieren, wenn überhaupt, Kemie in Kina.

Während der Corona-Krise waren manche von uns zu Beginn hin und wieder in Quarantäne, bis wir dann in Karantäne mussten. Dort haben wir dann Kalen gelitten und Kallen gesehen. Wir haben Kizsendungen gesehen und uns mit Kantenphysik  befasst.

Nein, zum Glück hat man uns da das "Qu" noch gelassen - bisher zumindest. 

Seit einigen Wochen gibt es einen neuen Aufreger für mich. Die Tschurnalisten und natürlich auch die Tschurnalistinnen sind tagtäglich im Einsatz. 

Warum? 
Wo sind die Journalisten (Schurnalisten) hin verschwunden? Ich hoffe, die Franzosen verzeihen uns, dass wir aus ihrem so wohlklingenden Wort Jour (Schur) ein Tschur gemacht haben.  Noch mehr Krisen braucht Europa wirklich nicht.

Jetzt bin ich im Moment etwas verunsichert, denn ich wollte heute eine Quiche machen. Also eine Kisch, keine Kwisch. Hängt die Aussprache doch mit den hellen und dunklen Selbstlauten zusammen? Aber, wir sagen ja quietschen (kwietschen, und nicht kietschen).

Sicher liegt es daran, dass es ja ein französischstämmiges Wort ist. 

Ich hoffe, ihr verzeiht mir diesen Text, er ist eine Art von Prokrastination, weil ich den Faden zu der Geschichte, die ich eigentlich schreiben sollte, im Augenblick nicht finde.

Sias SchmunzeleckeGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt