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Das Militär war schnell wieder weg. Kein Wunder, sie hatten ja auch weit aus wichtigere Sachen zu erledigen, als mich gefangen zu nehmen. Also begab ich mich weiter auf die Suche nach Überlebenden.
Da es nur an den Randbezirken der Stadt Ruinen gab, hielt ich mich nur da auf.
Ich fand 4 Überlebende.
Nur 4...
Es haben tausende in dieser Stadt gelebt. Tausende von Menschenleben wurden mit einem Schlag beendet. Ich habe den Lux so eine erschreckende Grausamkeit nie zugetraut. Anscheinend hatte das VM doch in einem Punkt recht, auch wenn ich es lieber abstreiten würde. Ich fragte mich ob die Arum jetzt genauso auf Menschen losgehen würden. Das wäre schrecklich. Schnell schlug ich mir diesen Gedanken aus dem Kopf. Doch dadurch kam mir etwas anderes in den Sinn, über was ich ebenso wenig nachdenken wollte. Doch es ließ sich nicht mehr abschütteln. Daemon. Wie konnte er nur mit ihnen gehen? Wieso hatte er mich verlassen? Er hatte sich nicht einmal verabschiedet. Mich nicht eines Blickes gewürdigt. So als wäre ich gar nicht da gewesen.
Vielleicht wollte er sie ja aufhalten...

Langsam ging ich zurück zu den 4 Leuten, die ich gerettet hatte. Sie saßen an Bäume gelehnt da. "Ihr müsst noch etwas warten, ich gehe kurz und rufe einen Krankenwagen" Langsam ging ich in den Wald. Alle starrten mir hinterher und baten mich, doch zu bleiben.Nur das kleine Mädchen war zu erschöpft, sie schlief. Das Als ich mitten im Wald war, hörte ich Geräusche im Gebüsch. Sofort hielt ich inne.
Langsam schlich ich mich auf die Stelle zu, von der das Geräusch kam.
Die letzten hundert Meter sprintete ich in unmenschlichem Tempo. Sogleich entdecke hinter einem dicken Baum einen Mann.
Er erschrak sichtlich ,als ich plötzlich vor ihm stand. "Na wen haben wir denn da? Etwa einen von Nancys Spitzeln?", ich trat einen Schritt näher an ihn heran.
rief ich die Quelle und schoss einen Zentimeter neben seinem Kopf in den Baum. "Verschwinde!", zischte ich. Sofort rannte er an mir vorbei, zurück zu der Stadt. Unauffällig folgte ich ihm. Mitten im Wald blieb er stehen. Er holte ein Funkgerät raus," Ms Husher-", ich sprang hinter einem Baum hervor und riss ihm sein Funkgerät aus der Hand. Er sah mich mit großen Augen an. Ich zerstörte sein Funkgerät," auf dich ist aber auch kein Verlass" Dann zerrte ich ihn weiter in Richtung Stadt. Da angekommen schaute ich ihm in die Augen und wusste sofort, dass er mir hinterher laufen würde, wenn ich ihn jetzt nicht aufhielt. "Es tut mir leid", wisperte ich gerade noch so laut, dass er es hörte, dann schoss ich ihm eine Welle Energie ins Bein. Jetzt konnte er mir nicht mehr hinterher. Er schrie auf und stürzte zu Boden. Es ließ mich kalt. Und genau das machte mir Angst. Ich hatte gerade einen Mann mit Hilfe der Quelle beschossen und es interessierte mich nicht. Mir wurde schmerzlich bewusst, was ich für ein abgestumpftes Monster war. Nicht mehr die Katy, die ich noch knapp vor einem Jahr war.
Ich ging zurück zu Lucs Haus. Es war mir egal, dass man uns finden könnte, dass ich die Anderen in Gefahr brachte.

"Luc, mach die beschissene Tür auf!", ich klopfte zum fünften Mal an. Jetzt hörte ich endlich Schritte. Ein verschlafener Luc öffnete die Tür. "Katy, beim nächsten Mal lass ich dich hier draußen verrotten."
Ich trat, ohne ein Wort zu sagen, ein. "Ich muss telefonieren."
Er schnalzte mit der Zunge," in der Küche ist es. Halt dich kurz. Und ruf nicht deine Mom an!" Wow, es war ihm egal wen ich anrief nur Mom durfte ich nicht, sie war so ziemlich die einzige Person mit der ich reden wollte.

Nachdem ich den Krankenwagen gerufen hatte, schlich ich mich wieder aus dem Haus. Nur um zu sehen ob er auch wirklich kam. Ich versteckte mich hinter einer dicken Tanne. Nach circa 12 Minuten kamen zwei Krankenwagen angerollt. Ich drehte mich wieder um. Meine Arbeit war getan. Ich wusste zwar, dass das niemals die Tat rückgängig machen könnte oder auch nur einen kleinen Teil wiedergut machte, aber es war das Einzige was ich tun konnte. Ich fühlte mich schuldig, obwohl ich nichts mit dieser ungeheuerlichen und schrecklich grausamen Tat zu tun hatte.

Sofort legte ich mich ins Bett.
Langsam ging die Sonne auf. Ich hatte die ganze Nacht über nach Überlebenden gesucht und jetzt, da ich nichts mehr zu tun hatte, da mich nichts mehr ablenken konnte, dachte ich an Daemon. Ich vermisste ihn jetzt schon so sehr. Ich verstand nicht warum er sich gegen mich entschieden hatte. Gestern waren wir noch überglücklich gewesen. So glücklich, dass wir geheiratet hatten. Nicht mal daran hatte ich einen Beweis. Die Urkunde war in Daemons Hosentasche. Ich hatte nichts mehr, was mich an ihn erinnerte, nicht mal mehr DB. Auch wenn ich es bei Daemon unerklärlich fand, verwirrte mich auch, dass Dawson auch einfach gegangen war. Er würde Beth doch niemals allein lassen. Er hatte so viel riskiert ,um sie bei sich zu haben. Genau wie Daemon für mich. Die Gedanken, die in meinem Kopf kreisten, machten mich wahnsinnig.
Irgendwann kamen die Tränen.
Ich liebe dich, schon immer und für immer. Das hatte Daemon zu mir gesagt hat, als ich in Mount Weather gefangen genommen wurde. Was wenn er sich es anders überlegt hatte? Wenn ihm aufgefallen war, dass er lieber mit Lux zusammen war, mit Leuten, die so waren wie er. Dieser Gedanke zerriss mir das Herz.
Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus. Ich wusste mich bewegen. Ich ging auf den Balkon. Doch da hatte Beth wohl die Idee vor mir. Ich lehnte mich neben ihr ans Geländer. "Du konntest wohl auch nicht schlafen", sagte ich in die Stille hinein. "Ich konnte die Augen nicht schließen," sie atmete tief ein," ohne Dawson vor mir zu sehen." "Ging mir auch so. Ich kann es immernoch nicht fassen, dass sie gegangen sind. Nicht einmal verabschiedet haben sie sich...", meine Stimme wurde immer leiser, bis ich keinen Ton mehr heraus bekam. Nach einer Weile sagte Beth," Katy, ich bin schwanger." Oh Gott...war das erste, was mir in den Sinn kam.
"Herzlichen Glückwunsch!", hoffentlich klang ich überzeugend. Ich will Beth auf keinen Fall beunruhigen. Sie nagte an ihrem Nagel," Du kannst mir ruhig sagen, was mit dem Kind ist." "Was...ich weiß gar nicht wovon du-"
"Katy bitte!"
"Bei Daedalus haben sie mir Kinder gezeigt. Kinder von den Lux und Hybriden. Die sind nicht normal. Sie werden Origin genannt. Archer und Luc sind welche. Sie sind unglaublich schlau und ihre Kräfte sind viel stärker als die der Lux. Außerdem können sie Gedanken lesen."
Erst sah sie mich ungläubig an. "Ist das schlimm?" "Die Kinder bei Daedalus werden nie so sein wie euer Kind. Das kann man nicht vergleichen. Ihr werdet das schon hinbekommen." Oh man das hatte ich ja total vermasselt.

Als Archer in mein Zimmer kam, um mir zu sagen, dass das Frühstück fertig wäre, hatte ich immernoch kein Auge zu gemacht, seit Daemon verschwunden war.
Die Stimmung war bedrückt. Beim Essen redete keiner. Alle waren in Gedanken irgendwo anders.

Den Tag über passierte nicht viel. Ich verkroch mich in meinem Zimmer und dachte an Daemon. Zwischendurch verließ ich mein Zimmer, aber nur ,um auf Toilette zu gehen und etwas zu essen. Doch irgendwann blieb ich vor dem Fernseher sitzen. Es wurde über die Zerstörung berichtet, die die Lux verursacht hatten. Sie hatten noch einige Tankstellen in Brand gesetzt und Autos durch die Luft geschleudert. Die Bilder sahen schrecklich aus. Am liebsten hätte ich mich abgewendet, doch ich hoffte einfach zu sehr, dass ich irgendwo eine Spur finden könnte, was mit Daemon los war.
Natürlich wurde Daemon nicht erwähnt und auf Aufnahmen war er auch nicht zu sehen. Einmal dachte ich, Dee zu sehen, aber wahrscheinlich war das nur Einbildung. "Kat, das tut dir nicht gut. Das, was in den Medien erzählt wird, ist sowieso nur die halbe Wahrheit", Luc setzte sich neben mich. "Sie haben so viele Leute umgebracht, die ihnen nichts getan haben." Er sah mich schweigend an. Das konnte er nicht leugnen. Ich hatte es gesehen. Ich war da gewesen, hatte die Toten gesehen. "Kat, das ist Krieg. Sie wollen den Staat treffen. Das hat rein garnichts mit den Menschen zu tun. Es ist nicht persönlich. Es geht Ihnen doch nur um die Macht." Langsam kochte ich vor Wut," Nur! Und dabei bringen sie auch nur sehr viele Menschen um!"
"Ich habe nie gesagt, dass es in Ordnung ist. Das ist es nicht. Aber du musst verstehen, dass die meinen, dass der Stärkere gewinnt und deshalb das Recht auf alles haben." "Das ist keine Entschuldigung für ihre Taten!"
"Mag sein." Mehr hatte er dazu wohl nicht zu sagen. Immer noch stink wütend ging ich wieder in mein Zimmer. Bald überwältigte mich die Müdigkeit und ich fiel in einen unruhigen Schlaf...

Opposition -LUXWo Geschichten leben. Entdecke jetzt