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Ich fühlte mich wie durchgekaut und wieder ausgekotzt, als ich morgens aufwachte. Meine Augen waren gerötet, so wollte ich Daemon nicht begegnen, also versuchte ich, mein Gesicht zu kühlen. Es war eigentlich schon von Anfang an klar, dass es nicht klappen würde. Ich sah genau so schrecklich aus wie ich mich fühlte. Nachdem ich gestern Abend unter Tränen eingeschlafen war, hatte mich mein Unterbewusstsein durch die verwirrendsten und schrecklichsten Träume gequält.
In einem starb Daemon direkt vor meinen Augen, nachdem er mir gerade seine Liebe gestanden hatte. In dem nächsten war er unglaublich grausam, er lachte mich aus und sagte mir immer wieder, dass ich nichts wert war und dass er nicht verstehen konnte, wie er mich je geliebt haben konnte. In einem anderen starb ich, weil Daemon mich nicht beschützen konnte. Er sah wie ich starb und es zerriss mir mein Herz, diese Verzweiflung zu sehen.  Jedes Mal wachte ich nach einem dieser Träume schweißgebadet auf. Solange bis ich mich gar nicht mehr traute einzuschlafen, weil ich Angst hatte ich würde nie wieder aufwachen und für immer in einem schrecklichen Albtraum aus Herzschmerz und Verzweiflung bleiben. Daemons Gesicht verfolgte mich sowohl im Wachenzustand als auch im Traum. Manchmal fragte ich mich, wie alles verlaufen wäre, hätte meine Mutter sich entschieden nach New York zu ziehen oder auszuwandern oder wenn Daemon es geschafft hätte mich einzuschüchtern, wenn ich einfach aufgegeben hätte. Wäre ich jetzt genauso unglücklich?
"Kat? Bist du da?"
Daemon kam ins Zelt. Ich drehte den Kopf weg, er sollte mich nicht so sehen.
"Was ist?," fragte ich, ihm immernoch den Rücken zukehrend.
Stille.
Konnte er nicht einfach sagen, was er sagen wollte und wieder gehen, damit ich mich nicht umdrehen musste.
"Ist alles in Ordnung?"

"Ja klar, warum?"

"Sieh mich an."
Ich drehte mich langsam um, ich war zu müde, um zu diskutieren.

Er sah mich fragend an," Hast du geweint? Ist irgendwas passiert?"

"Wovor willst du mich beschützen Daemon?" Es rutschte mir einfach so raus. Verdammt!
Er stockte.
"Was meinst du? Ich verstehe nicht wovon du redest."
"Tu gar nicht erst so. Ich habe euch gehört," sagte ich und beobachtete seine Reaktion.
"Da musst du dich verhört haben,"
antwortete er mit fester Stimme.
Dass er es leugnete, war keine Überraschung. Allerdings wusste ich nicht, was ich erwiedern sollte, ich hatte mir diese Konfrontation anders vorgestellt.
Wir schwiegen.
Doch dann sagte er etwas, was ich nicht erwartet hätte.
"Ich kann es dir nicht sagen, noch nicht."
Ich blickte auf, doch er war schon weg. Ich spürte nur noch den Lufthauch, den er verursacht hatte.
Alles was er hinterließ war ein weiterer Haufen von Fragen und Hoffnungen. Hoffnungen waren gefährlich, fast so gefährlich wie Versprechen.

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⏰ Letzte Aktualisierung: Nov 19, 2016 ⏰

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