Kapitel 11

27 3 2
                                        

Ich setze mich auf sein Bett und warte. Und warte. Die Ruhe die zwischen uns herrscht wird mir langsam unangenehm, doch gerade als ich meine Lippen öffne um etwas zu sagen, werde ich unterbrochen. "Weil du es nicht verdient hast.", "Ich verstehe nicht ganz.", ich schaue ihn verwirrt an. Bin ich zu müde um es zu verstehen? Will ich es nicht verstehen? "Keiner hat es verdient alleine zu sein. Und vor allem nicht du.", "Harry...", "Weißt du, die Augen verraten so viel über eine Person. Ich weiß, dass du eine liebevolle Person bist. Ich habe es schon am ersten Tag gesehen als wir uns kennengelernt haben.", ich bin dankbar, dass er sich nicht so detailreich ausgedrückt hat. "Danke.", "Debbie, du brauchst dich nicht für alles zu bedanken.". Ich stehe auf und gehe auf die Tür zu. Bevor ich das Zimmer verlasse, drehe ich mich nochmal um und lächele ihn an, er macht das gleiche. Ich lege mich in mein Bett und schlafe sofort ein.

Ich wache völlig verschwitzt auf, da die Gardinen nicht zu waren und die Sonne direkt auf mich scheint. Harry ist vermutlich schon aufgewacht, denn es ist kurz vor Elf und als ich die Türe öffne kann ich den frischen Kaffee riechen.
Augen reibend gehe ich nach unten. In der Küche erwartet mich schon Harry mit Frühstück. Er hat sich sehr viel Mühe gegeben. Auf dem Tisch liegen paar Pancakes, Obst, Kaffee, Toast und Würstchen. Und in der Küche herrscht Chaos, ich grinse und setze mich hin. "Guten Morgen, Harry. Wow, das sieht echt toll aus.", er lächelt und bedankt sich, dann nimmt er einen Pancake und paar Erdbeeren und fängt an zu essen, ich tue genau das gleiche. Nach dem Frühstück helfe ich ihm dabei die Küche wieder in Ordnung zu bringen, wir lachen wieder viel und bespritzen uns mit Wasser. Jedoch alles was schön ist, geht mal zu Ende. Ich muss mich wieder von ihm verabschieden. Ich entschuldige mich kurz und renne nach oben um meine Tasche zu holen. Dann renne ich wieder nach unten und gehe ins Wohnzimmer, wo Harry gerade eine Soap guckt. Harry und Soap? Hätte ich nicht gedacht, aber wir kennen uns auch nicht so gut. Vorallem deshalb kann ich nicht mehr hier, in diesem Traumhaus bleiben. Ich klopfe ihm auf die Schulter und er lächelt mich an. Er sollte immer lächeln, es steht ihm. Als er jedoch die Tasche in meiner Hand entdeckt, verschwindet das Lächeln. "Du Harry, ich denke ich sollte jetzt gehen. Ich wollte mich nochmal für alles bei dir bedanken, für den Filmabend gestern, für die Pancakes, für das kuschelige Bett, aber vorallem dafür, dass du mich nicht wie ein Haufen Mist behandelt hast und dafür, dass du keine Vorurteile gegenüber Obdachlosen hast.", ich schaue kurz weg und spürre eine warme Träne an meiner Wange. Doch diese Wärme ist nicht vergleichbar mit der, die jetzt meinen ganzen Körper umwickelt. Harry hat mich fest in seine Arme geschlossen, nun streichelt er auch meine langen braunen Haare. "Ich sage es noch einmal, du kannst hier bleiben, bis du endlich einen Platz zum Wohnen findest. Ich will sogar, dass du hier bleibst. Unter anderem hab ich dir schon gestern gesagt warum, aber es ist nicht der einzige Grund. Wenn du hier bist, fühle ich mich nicht mehr allein.", er flüstert, so als hätte er Angst, dass es jemand hören könnte. Ich lege meinen Kopf auf seine Schulter und sage "Danke". Als ich mich von der Umarmung löse, werde ich wieder von der Sonne geblendet und ich verziehe mein Gesicht, was Harry natürlich zum Lachen bringt.

Er ist wie ein bester Freund, den ich immer haben wollte. Ich hatte eine beste Freundin aber ich wollte auch immer einen besten Freund haben, mit dem ich rausgehen könnte und Basketball spielen könnte oder welchen ich über seine süßen Kumpels ausfragen könnte. Meine Klasse bestand aber nur aus Vollidioten, die nur darauf geachtet haben, welches Mädchen das schönste und beliebteste ist. Meine Freundin und ich waren immer zwei schüchterne Mäuschen, die in der Ecke saßen und sich über Fotografie und Kunst unterhalten haben. Und wäre sie jetzt nicht weit weg, würde ich nicht auf der Straße wohnen. Sie würde mich bei sich aufnehmen und sich wie um ein kleines Kind kümmern. So war sie immer. Sie wollte mir immer helfen, da ich immer die schwächere von uns beiden war. Ich hoffe, dass ich mal wieder die Möglichkeit habe sie zu sehen oder wenigstens mit ihr zu telefonieren.

Meine Gedankenblase platzt, als Harry anfängt vor meinem Gesicht zu schnipsen. "Lebst du?", "Rate mal.", sage ich und verschränke meine Arme vor meiner Brust. "Ich bin mir nicht so sicher", er lehnt sich an dem Sofa an "Ich habe dich gefragt ob du vielleicht Lust auf einen kleinen Spaziergang hättest." , ich antworte kurz und knapp Ja und begebe mich sofort in den Flur um meine Schuhe anzuziehen, er macht dasselbe. Doch als Harry wieder einen Blick auf mich wirft, fängt er so sehr an zu lachen, dass er keine Luft mehr kriegt. Ich gehe zum Spiegel. Vielleicht habe ich einen riesen Pickel oder Kakao am Mund oder... oh. Ich habe vergessen mich umzuziehen. Jetzt stehe ich da wie eine verrückte mit perfekt zugeschnürrten, jedoch sehr dreckigen Chucks und meinem Schlafanzug. Ich werde rot und fange an in meiner Tasche zu krammen. Dort finde ich ein schwarzes Shirt mit einer Aufschrift und eine Jeans. Ich gehe in die Gäste Toilette und ziehe mich um. Ich mache mir noch schnell einen Zopf, da es echt nicht so vorteilhaft ist, an einem so heißen Tag offene Haare zu tragen. Dann ziehe ich meine Schuhe an und schnürre sie fest zu. Als ich rauskomme, sitzt Harry am Boden und versucht sich wieder einzukriegen. "Ist ja gut, ist ja gut. Gehen wir?", "Na diese Outfit gefällt mir deutlich besser.", er hält seine Hand vor den Mund um nicht wieder loszulachen und nimmt seine Schlüssel.

Eine ganze Weile reden wir nicht und lauschen einfach der Natur. Bis wir an einem kleinen See ankommen. Dort zieht Harry schnell seine Schuhe und sein Tshirt aus und springt rein. Man der ist aber gut gebaut. Ich lege mich auf das Gras hin und genieße es einfach hier zu sein. Plötzlich spürre ich nasse Tropfen auf meinem Shirt und gerade als ich meine Augen öffne werde ich hochgehoben und ins Wasser geschmissen. Na toll.

So neues Kapitel. Ja ja ich weiß, ist voll scheiße aber ich hatte einfach Lust mal wieder zu schreiben. Schon seit einer längeren Zeit habe ich eine s
Schreibblockade weshalb ich auch sehr lange nichts neues veröffentlicht habe und weshalb dieses Kapitel so kacke geworden ist. Naja, ich kann nur hoffen, dass es euch trotzdem gefällt. Bis zum nächsten Mal! :)

xoxo just_spaa

Du hast das Ende der veröffentlichten Teile erreicht.

⏰ Letzte Aktualisierung: Mar 20, 2016 ⏰

Füge diese Geschichte zu deiner Bibliothek hinzu, um über neue Kapitel informiert zu werden!

Das Licht am Ende des TunnelsWo Geschichten leben. Entdecke jetzt