Damon's POV
Gähnend hiefte ich mich aus dem Bett und stand müde auf.
Wie sehr ich Montage hasste.
Ich schlenderte runter in die Küche und füllte zwei Schüsseln mit Müsli und Milch. Dann setzte ich mich an die Küchentheke und scrollte durch mein Handy, bis ich Ally müde "Morgen" sagen hörte. Sie setzte sich neben mich, nahm ihre Schüssel und stützte ihren Kopf in die Hand.
"Alles okay?", fragte ich sie.
"Mmhh", machte sie nur und führte den Löffel in ihren Mund.
"Sag schon, was ist los?", drängte ich sie und starrte sie fordern an.
"Ich muss immer noch daran denken, was Freitag auf der Party passiert ist. Ich stelle mir immer wieder vor, was dieser Kerl mit Fay gemacht hätte, wenn ich sie nicht gefunden hätte. Immer wieder sehe ich die Bilder vor meinem Auge, wie er auf ihr drauf lag und sie hilflos versucht hat, sich zu wehren", erzählte sie mir und rührte in ihrem Müsli herum.
Ich wandte den Blick ab. Ich hatte ihr nicht erzählt, dass ich eigentlich daran Schuld war. Ich wartete noch darauf, das Fay es tat. Doch das hatte sie bisher nicht, obwohl Ally jeden Tag zu ihr gefahren war, um zu sehen wie es ihr ging.
"Du darfst darüber nicht mehr nachdenken. Sei einfach froh, dass es nicht soweit gekommen ist. Und du kannst stolz auf dich sein, so gehandelt zu haben. Du bist eine gute Freundin", versuchte ich sie zu beruhigen und lächelte sie an. Sie zog ebenfalls die Mundwinkel hoch.
"Danke, Damon. Auch dafür, dass du ihr geholfen hast."
"Danke mir nicht."
"Doch, tue ich. Du hättest sie auch einfach da stehen lassen können, aber das hast du nicht getan. Du hast ihr geholfen, obwohl du sie nicht mochtest."
Ich aß den letzten Löffel meines Müslis, steckte die Schüssel in die Spülmaschine und machte mich auf den Weg ins Bad. Vor der Tür drehte ich mich noch einmal um und sah meine Schwester an.
"Ich bin kein guter Mensch mehr, Ally. Ich habe mich verändert. Diese kleine Sache ändert nichts mehr an mir."
Bevor ich die Tür schloss, hörte ich sie noch sagen "Du bist ein guter Mensch. Du hast dich nur verändert, weil dein Herz zerstört wurde."Ich betrat die Cafeteria mit meinen Jungs und hielt gleich Ausschau nach Fay.
"Da ist sie", informierte mich Ayden und nickte in die Richtung eines Tisches, an dem ein paar Leute saßen. Fay und Ally eingeschlossen.
Kyle hatte den Jungs erzählt, was Freitag passiert war und war drauf und dran, Dougan alle Knochen zu brechen. Ich war mir sicher, er würde das noch tun. Zusammen mit seinem Bruder und deren Cousins. Ich beneidete ihren Zusammenhalt.
Ayden hatte ich auch erzählt, dass ich mit Fay reden wollte. Zuerst war er überrascht, hat dann aber doch verständnisvoll genickt. Ich glaubte, er wusste, dass mir die Sache doch irgendwie nah ging und ich war dankbar dafür, das er mich nicht bei den anderen verpfiff.
Ich betrachtete Fay und ein merkwürdiges Gefühl regte sich in mir. Schlechtes Gewissen. Die Flecken am Hals hatte sie mit einem Schal verdeckt, sodass sie niemand sehen konnte.
Aber ich wusste, dass sie da waren.
Plötzlich blickte sie auf und schaute mir direkt in die Augen. Mit einem Kopfnicken gab ich ihr zu verstehen, mir zu folgen. Ich hoffte, das würde sie auch tun. Ich musste mit ihr reden.
"Bin gleich wieder da", gab ich den anderen Bescheid, öffnete die Cafeteriatür und trat nach draußen. Als ich mich umdrehte, stand Fay hinter mir.
"Was ist los?", wollte sie emotionslos wissen.
"Ich muss mit dir reden", gab ich zurück und ging zu einem Platz, an dem uns niemand hören konnte. Fay folgte mir.
"Warum hast du mich nicht verpfiffen?", fragte ich sie einfach direkt und sah sie verwirrt an.
Sie erwiderte meinen Blick. "Weil du mir geholfen hast. Ich konnte dich nicht verpfeifen, das wäre falsch gewesen."
"Du magst mich nicht. Warum hast du es also nicht einfach getan?"
"Du magst mich auch nicht. Warum hast du mir also geholfen?", argumentierte sie.
Ich dachte kurz darüber nach. Um ehrlich zu sein, wusste ich nicht, warum ich ihr geholfen hatte. Es hätte mir egal sein müssen, doch das war es nicht. Nicht eine Sekunde lang. Als Ally zu mir gerannt kam und mir erzählte, was passiert war, hatte ich sie sofort aufgefordert, mich zu ihr zu führen.
Doch dann wusste ich, warum.
"Weil ich nie wieder zusehen werde, wie jemand unschuldiges verletzt wird. Nicht, wenn er nichts getan hat."
Sie betrachtete mich mit einem so intensiven Blick, das ich dachte, sie wüsste die Hingergrundgeschichte für diese Antwort.
"Dir habe ich aber was getan", sagte sie schließlich.
Ich schüttelte den Kopf. "Nur weil du ein kleines, respektloses Miststück mir gegenüber bist, heißt das nicht, dass du sowas verdient hast."
Kurz kniff sie die Augen zusammen, doch dann lächelte sie. "Ich wusste gar nicht, dass du auch nett sein kannst."
"Das war das erste und letzte mal", warnte ich sie und kniff leicht die Augen zusammen, um ihr zu zeigen, dass ich es ernst meinte.
Sie fuhr sich locker durch die braunen Haare und schüttelte leicht den Kopf. "Hör zu Damon: können wir nicht einfach das Kriegsbeil begraben und uns neutral verhalten? Wie zwei zivilisierte Menschen?"
Okay, das schockte mich jetzt.
Skeptisch zog ich eine Augenbraue hoch. "Wahrscheinlich", erwiderte ich ironisch.
Sie aber zuckte nur gleichgültig mit den Achseln. "Warum nicht? Mit dieser Aktion hast du es mir für die nächsten 2 Jahre heimgezahlt."
Ich sah sie immer noch skeptisch an, obwohl sich das schlechte Gewissen wieder in mir regte.
"Okay, ich hab nach dieser Sache einfach keinen Bock mehr auf diese ständigen Streitereien. Wir müssen uns nicht mögen, das auf gar keinen Fall. Aber wir können uns ignorieren", erklärte sie.
"Und das ist nicht irgendein hinterhältiger Plan, weil ich Schuld an der ganzen Sache habe?", wollte ich misstrauisch wissen.
"Nein. Obwohl diese Aktion richtig scheiße von dir war, warst doch du letztendlich derjenige, der mir geholfen hat", sagte sie und sah mir ernst in die Augen. Ich musterte sie. Sie schien es wirklich ernst zu meinen.
"Okay. Frieden. Aber ich mag dich trotzdem nicht", informierte ich sie und sie fing an zu lachen.
"Ich dich auch nicht, Damon. Aber schön, das du dich auch erwachsen verhalten kannst."
"Verbocks dir nicht, kleine", warnte ich sie. Trotzdem musste ich ein Schmunzeln unterdrücken. Die kleine war einfach von Natur aus provokant.
"Okay." Sie grinste mich noch einmal an, drehte sich dann um und ging wieder zurück Richtig Cafeteria.
"Sobald du mir aber wieder in irgendeiner weise ans Bein pisst, kannst du den Frieden zwischen uns gleich wieder vergessen", ermahnte ich sie noch. Sie wandte sich kurz wieder um und verdrehte die Augen, nickte aber dennoch. Ich wollte ihr folgen, doch da hörte ich meinen Namen.
"Damon! Wolltest du dich am Freitag nicht melden?"
Shit. Madison. Sie hatte ich ganz vergessen.
Sie trat vor mich und verschränkte die Arme vor der Brust.
Mmmh. Das brachte mich gleich wieder auf andere Gedanken.
'Quetsch sie ruhig zusammen, Baby. Genau so.'
Als sie meinen anzüglichen Blick bemerkte, senkte sie sofort ihre Arme.
Ich grinste.
"Erklärung?", forderte sie mich auf.
Ich nahm ihre Hand, führte sie ins Schulhaus, sah mich um und trat dann mit ihr ins Männerklo. Den ganzen Weg machte sie keine Anstalten, sich zu wehren. Sie wusste also, was ich vorhatte und sie wollte es ebenfalls.
Als ich sie gerade in eine Kabine geschoben und die Tür verriegelt hatte, wich sie zurück und sah mich beleidigt an.
"Ich will wissen, warum du dich nicht mehr gemeldet hast."
Ich verdrehte die Augen, packte sie and den Hüften und beugte mich zu ihrem Hals runter.
"Ich war so betrunken, das ich nicht mehr dran gedacht hab. Ich konnte nicht mal mehr nach Hause fahren", log ich und küsste sie sanft am Hals.
"Oh, okay. Aber interessiert es dich nicht, warum ich nicht auch auf der Party war?", flüsterte sie und neigte den Kopf.
'Nein'. "Doch, baby." Wieder küsste ich sie.
Ich hörte, wie ihr Atem immer unregelmäßiger wurde. "Ich hatte Bauchschmerzen und hab drauf gewartet, dass du kommst und mich gesund machst."
Ich grinste, hob den Kopf und näherte mich ihren Lippen.
Wie ich es liebte, manche Mädchen vögeln zu können, wann immer ich wollte.
"Hast du noch Bauchschmerzen?", fragte ich sie.
"Oh ja, ganz schlimme", lächelte sie und zog sich das Top aus.
"Na dann wollen wir mal sehen, wie wir diese Schmerzen ganz schnell verschwinden lassen können."
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Let the Game begin, Bad Boy
Teen FictionAls die 16 jährige Fay mit ihrer Familie von West Virginia nach Miami zieht, will sie eigentlich nichts lieber als wieder zu ihrem alten zu Hause zurück. Auf ihrer neuen Schule wird ihr dann aber bewusst, dass es doch nicht so schlecht war umzuziehe...