Fay's POV
"Fay! Ich hab schon so lange nichts mehr von dir gehört!",begrüßte mich Zoey vom anderen Ende der Leitung.
"Ich weiß. Tut mir leid, dass ich mich nicht mehr so oft bei dir gemeldet hab", entschuldigte ich mich.
"Schon okay. Schön, das du angerufen hast. Wie geht es dir in Miami?"
"Gut, um ehrlich zu sein. Ich hab mich endlich eingelebt und fühle mich immer mehr wie zu Hause. Ab und zu vermisse ich zwar immer noch West Virginia, aber ich gewöhne mich immer mehr dran", erzählte ich ihr.
"Das ist schön zu hören. Endlich siehst du ein, dass Miami doch cooler ist. Ich hab nie verstanden wie du dich immer darüber aufgeregt hast, weil du nicht dorthin ziehen wolltest", lachte Zoey.
"Ja, ich weiß. Ich war damals ziemlich anstrengend." Ich musste lächeln, als ich an die Zeit zurückdachte, als ich Zoey immer die Ohren zugeheult hatte, weil ich nicht hierher ziehen wollte. Zoey dagegen hatte immer gesagt, dass Miami tausend mal besser war als WV. So langsam gab ich ihr da immer mehr recht.
"Und wie geht es dir?", fragte ich sie schließlich.
"Mir geht es auch gut. Ich hab ja bald Ferien und mir überlegt, dich mal besuchen zu kommen", erzählte sie mir aufgeregt.
Mich besuchen?
Obwohl sie mir immer noch total wichtig war, hatte ich ein unwohles Gefühl im Bauch. Zoey war eine Person aus meiner Vergangenheit und ich konnte mir nicht so recht vorstellen, sie wieder in meine Gegenwart zu holen. Zoey gehörte zu WV, dort, wo sie meine beste Freundin gewesen ist und nicht nach Miami, wo ich schon andere tolle Freunde gefunden und einen 'Neustart' angefangen habe.
Trotz meiner Bedenken versuchte ich es positiv zu nehmen.
"Das wäre toll!", sagte ich mit gezwungen begeisterter Stimme.
"Ich weiß! Stell dir nur mal vor, wie viel Spaß wir zusammen hätten!" Sie klang so aufgeregt und glücklich, dass ich wieder ein schlechtes Gewissen wegen meinen Zweifeln bekam.
Zoey schien das echt wichtig zu sein. Und ich dagegen konnte ihre Begeisterung nicht mal halb so viel teilen.
"Sorry, aber ich muss jetzt auflegen. Wir sind zum Geburtstag meiner Tante eingeladen und ich muss mich noch fertigmachen. Aber wir sprechen uns noch!", erklärte sie mir.
"Okay, kein Problem. Bis dann und viel Spaß noch", verabschiedete ich mich.Am nächsten morgen musste ich immer noch an das Telefonat denken. Meine Gedanken führten zu Ally. Würden Zoey und sie sich verstehen? Immerhin war sie ja jetzt meine beste Freundin geworden...
Ich beschloss, zu ihr zu gehen und ihr von der Sache zu erzählen. Vielleicht hatte sie ja eine Idee.Keine 20 Minuten später stand ich vor Ally's Haus und klingelte. Nachdem sich nach 30 Sekunden immer noch nichts getan hatte, klingelte ich wieder. Nichts.
Ich wollte mich gerade umdrehen und mich wieder zurück auf den Weg nach Hause machen, als sich die Tür öffnete.
"Wer wagt es, mich so früh am Morgen schon zu wecken?", donnerte ein verschlafener Damon.
Ich erstarrte.
Seine Haare standen vom Schlafen kreuz und quer und seine verschlafenen Augen funkelten mich böse an. Was mich aber so sehr aus der Bahn warf, war der Rest seines Aussehens.
Er trug nichts weiter als eine schwarze Boxershorts. Mein Blick wanderte instinktiv seinen durchtrainierten Oberkörper herab, angefangen von seiner Brust bis runter zu seinem Bauch und seiner V-Linie...
Stop.
War das da ein Tattoo, das da aus seinem Hosenbund hervorlugte? Meine Augen weiteten sich.
"Wenn du fertig bist, meinen perfekt definierten Körper anzustarren, kannst du dann endlich sagen was du hier so früh willst oder wieder gehen?", weckte Damon mich aus meiner Trance und zwang mich, ihm in die funkelnd grünen Augen zu schauen.
"Ich...äh...wollte zu Ally", stammelte ich. Warum stammelte ich?
"Warum zum Teufel muss das so früh sein?", schnauzte er mich an.
Da war wohl jemand überhaupt kein Morgenmensch.
"Es ist schon fast 12, Damon", stellte ich fest.
Wieder dieses böse Funkeln in seinen Augen.
"Ja, eindeutig zu früh. Oder machst du das mit Absicht?", fuhr er mich an. "Ich hab dir gesagt, dass unser kleiner Friedensvertrag gleich wieder aufgelöst wird, sobald du mir auf'n Sack gehst."
Genervt verdrehte ich die Augen. "Ich hab dir doch gesagt, dass ich wegen Ally hier bin. Fahr mal nen Gang runter."
Er warf mir noch einen vernichtenden Blick zu, bevor er sich umdrehte und "ALLYYY" durchs Haus brüllte. Keine Reaktion.
"Anscheinend ist sie nicht da", stellte er unnötigerweise fest.
"Okay, dann geh ich wieder. Sorry für der 'frühe Störung' ", betonte ich und wandte mich dann ab.
Ich hörte, wie sich die Tür schloss und kurz darauf wieder öffnete.
"Bist du zu Fuß hergekommen?", rief Damon mir hinterher.
Ich drehte mich wieder um und sah ihn in der Tür stehen. Immer noch halb nackt.
Es war nicht so, dass ich noch nie Typen oberkörperfrei gesehen hatte. Natürlich hatte ich das, am Strand oder auch einfach nur so. Aber bei Damon war das irgendwie eine ganz andere Sache.
"Ja", antwortete ich schließlich.
Er schien kurz über etwas nachzudenken und es hatte den Anschein, als wüsste er nicht so recht, was er tun sollte. Schließlich seufzte er und fuhr sich mit der Hand durch sein zerzaustes Haar.
"Ich kann Ally anrufen und ihr sagen, dass du hier bist. Willst du solange reinkommen?"
Wooow, okay.
Sein plötzlich nett gemeinter Vorschlag warf mich etwas aus der Bahn.
"Ähh... Ich kann sie auch selber anrufen", stammelte ich überrascht und kramte in meiner Tasche nach meinem Handy, konnte es aber nicht finden. "Oder auch nicht."
Was ein Zufall!
"Also, willst du jetzt reinkommen oder nicht?", wollte Damon wissen und hörte sich wieder leicht genervt an.
Ich sah kurz zu ihm rüber und nickte letztendlich.
Er öffnete die Tür noch ein Stück weiter, als ich an ihm vorbei ins Haus ging und in der Eingangshalle stehen blieb, während er die Tür wieder schloss.
"Du kannst dich ins Wohnzimmer setzen", wies er mich an und ich war immer noch überrascht über seine plötzliche Höflichkeit.
"Danke", murmelte ich und machte mich auf den Weg ins Wohnzimmer. Dort setzte ich mich auf ihre Ledercouch und wartete.
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Let the Game begin, Bad Boy
Подростковая литератураAls die 16 jährige Fay mit ihrer Familie von West Virginia nach Miami zieht, will sie eigentlich nichts lieber als wieder zu ihrem alten zu Hause zurück. Auf ihrer neuen Schule wird ihr dann aber bewusst, dass es doch nicht so schlecht war umzuziehe...