"Du willst wirklich bei ihm einziehen?", fragte Lucy misstrauisch, während sie mir beim packen zusah.
"Ich bin doch eh, so gut wie jeden Tag bei Luke, also warum nicht bei ihm einziehen. Außerdem ist es billiger.", antwortete ich beschäftigt.
Ich wusste, dass dieses Gespräch kommen würde, wenn ich meine letzten Sachen holte
"Meinst du nicht, das ist ein bisschen früh?"
"Lucy, ich ziehe bei ihm ein!", drehte ich mich genervt zu ihr um.
"Ok, ok!", winkte sie ab.
"Danke!", widmete ich wieder meinem Koffer.
"Ich hab dich gestern gar nicht gesehen?", fuhr sie fort.
"Bei der Party?", schmiss ich meine Schuhe in einen Karton.
"Ja, Marcy, Amber und ich dachten wir schauen einfach mal vorbei. Immerhin war es ja irgendwie deine Party. Wir haben dich lange nicht gesehen.", erzählte sie beschuldigend.
"Hatte viel zu tun. Werdet mich die nächste Wochen wahrscheinlich auch nicht sehen.", bemerkte ich nebenbei.
"Wie?", wurde sie neugierig.
"Ich fahre mit Luke und der Mannschaft in dieses Fußballcamp", erklärte ich".
"Ach ja...", murmelte sie.
"Lucy, es tut mir leid, wenn ich keine Zeit habe, um eine gute Freundin zu sein, aber da war ich noch nie gut drin. Ich bin jetzt mit Luke zusammen und hab die Uni, da bleibt nicht viel Zeit übrig.", setzte ich mich entschuldigend neben sie.
"Ich versteh das ja auch irgendwie, aber wir würden dich halt auch gern mal öfter sehen. Trotzdem, hab viel Spaß!", verzeihte sie mir und lächelte.
"Danke!", lächelte ich zurück und ging wieder zu meinem Koffer.
Wie konnte jemand nur so komisch sein?! Lucy konnte es auf jeden Fall!
"Wann fahrt ihr?", wollte sie auf einmal wissen.
"In einer Stunde. Ich hole nur noch meine Sachen, packe und dann geht es los.", triumphierte ich.
"Du freust dich wirklich, oder?", grinste sie.
"Ja...", murmelte ich erschrocken.
Das tat ich anscheinend wirklich! Warum auch immer freute ich mich auf die Zeit mit Luke. Ohne Mike... Ich wusste wirklich nicht, wie ich das alles noch länger aushalten sollte.
Luke oder Mike? Mike oder Luke. Wer passt besser zu mir? Aber was wollte ich überhaupt?
Doch noch war meine Hoffnung nicht gestorben! Vielleicht konnte mir diese "Auszeit" ja helfen, sodass ich mich endlich entscheiden kann.
Das war im Moment mein größter Wunsch.
"Also ich bin dann weg!", verschloss ich den Koffer und nahm die Kiste unter meinen Arm.
"Wir sehen uns, viel Spaß!", lächelte Lucy und hielt mir die Tür auf.
"Danke, bis dann!", rief ich und ging den Flur hinunter.
Ich hatte irgendwie ein mulmiges Gefühl dabei, zu gehen. Meine letzten Sachen zu Luke zu bringen fühlte sie auf der einen Seite richtig an, aber auf der Anderen auch irgendwie falsch.
Es lag nicht daran, dass ich Lucy allein ließ, sondern das ich Luke immer mehr vertraute.
Dieses ganzes hin und her zwischen Luke und Mike verwirrte mich vollkommen. Aber mich zu entscheiden fiel mir noch schwerer...
Am Anfang sah ich Luke als meine Chance die Mission zu beenden, doch jetzt wollte ich gar nicht mehr weg. Luke war perfekt, ich konnte mit ihm überalles reden, selbst wenn es nicht die Wahrheit war. Er merkte sofort wenn es mir schlecht ging und tat alles dafür um mich glücklich zu machen. Es tat unglaublich weh ihn anzulügen, ich wollte das nicht mehr! Ihm die Wahrheit zu sagen, war zur Zeit mein größter Wunsch! Doch ich wusste nicht wie...
Mike und mich verbunden unsere gemeinsame Erinnerungen und die Vergangenheit, doch ich hatte nicht das Gefühl, dass uns sonst noch irgendetwas verbindet. Seit wir uns getrennt haben, hatten wir uns beide verändert und ich glaube wir passten einfach nicht mehr zusammen.
Ich sah meine Zukunft eher mich Luke, doch ich hatte zu große Angst...
Wenn ich Mike von meinen Gefühlen erzählt, verlässt er mich nicht nur sondern meldet mich und ich werde aus dem Dienst entlassen.
Wenn ich Luke verrate, verliere ich ihn und muss Mike trotzdem die Wahrheit sagen... Es bleib mir keine Andere Wahl, egal wann aber die Wahrheit musste raus!
Luke musste endlich Candy kennenlernen, doch was wenn er sich in Jo verliebt hatte?!
"Jo?", rief mich Luke, während ich die Kisten in seinem Zimmer stapelte.
"Ich bin hier.", antwortete ich und krammte weiter.
"Wie weit bist du, ich wollte gleich los?", kam er ins Zimmer.
"Fast fertig, ich hab den Koffer schon gepackt. Ich wollte nur noch kurz Ordnung in das Chaos bringen."
"Geht klar, aber breite dich noch nicht zu sehr aus. Ich dachte du möchtest bestimmt auch deinen Freiraum, daher habe ich vor mit Alex ein Zimmer für dich zu renovieren und du bekommst einen begehbaren Kleiderschrank.", grinste er.
Wollte er mich etwa loswerden?
"Ehrlich? Willst du das wirklich? Ich meine...das ist doch bestimmt teuer.", murmelte ich.
"Ja, schon! Aber erstens bist du es mir wert und zweitens haben wir gestern bei der Party die Kunden überzeugt und das haben wir auch dir zu verdanken immerhin hast du uns den Rücken frei gehalten."
"Bist du dir wirklich sicher?"
"Und wie! Ich will dich doch glücklich machen! Ich warte im Flur.", gab er mir einen Kuss auf die Stirn und verschwand aus dem Zimmer.
"OK...", zwang ich mir ein lächeln hervor.
Er wollte Abstand, oder? Eine süße Idee ist es ja schon, aber ich wollte zu ihm ziehen und nicht ins Haus. Außerdem waren meine Albträume erträglicher wenn er bei mir war und nicht in einem anderen Zimmer.
Ich verschloss meinen Koffer, schlüpfte in meine Schuhe und trottete zum Flur. Luke stand schon an der Tür und hielt sie mir lächelnd auf.
Ich schmunzelte und ging mit gesenktem Kopf an ihm vorbei, ohne mir was anmerken zu lassen.
Er nahm mir meinen Koffer ab und nahm meine Hand, während wir zum Busparkplatz gingen.
Er war deutlich gefüllt. Überall standen Koffer herum. Spieler und ihre Freunde und Freundinnen standen vor dem Bus. Der Trainer stoffte Fußbälle in die Ladefläche und pfiff alle zusammen, ihm doch zu helfen.
"Da seid ihr ja endlich!", rief Alex uns zu.
Missy kam ebenfalls auf uns zu und umarmte mich provozierend:"Schön, dass ihr endlich da seid!"
Das konnte nichts gutes heißen!
Und da sah ich es auch schon! Das "nichts gutes"! Mike! Er kam hinter dem Bus hervor und stellte sich zu uns.
"Ich hab ihn eingeladen! Das stört euch doch nicht?", grinste sie mich arrogant an.
"Nein, natürlich nicht! Cool, dass du dabei bist, Bruder!", schlug Luke mit ihm ein und brachte unsere Koffer weg.
Na super! Und ich dachte noch, dass das ein schönes entspanntes Wochenende wird und jetzt kann ich mich mit zwei Freunden rumschlagen! Danke Missy! Glaub aber nicht das ich dich damit ungestraft durchkommen lasse!
DU LIEST GERADE
Undercover In Love
Teen FictionKendall Luise Abrams, 21 Jahre alt und Agentin in den USA. Sie ist eine der besten Agentinnen ihres Geheimdienstes. Doch dann wird sie auf einen neuen Fall angesetzt, bei dem sie Undercover ermitteln soll. Gegen einen Drogendeal an der Harvard Univ...
