23. Kapitel

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Harry POV:

Es war jetzt genau 54 Tage her, seit Louis weg ist. Die Polizei hatte immer noch keine Ahnung, wo sich mein Freund befand. Ich hatte mich verändert. Ich war jetzt nicht mehr dieser fröhliche, nette und aufgeschlossene Harry. In mir war alles laut, tausende von Gedanken schrien gerade zu in meinem Kopf herum, und häufig rastete ich komplett aus. Ich warf Sachen durch den Raum, schlug gegen die Wände oder schrie verzweifelt. Die Jungs kamen oft zu mir, aber das half mir nicht wirklich. Es war nicht mehr so, dass ich Trost brauchte, weil ich weinte. Man konnte mich nicht mehr beruhigen, ich drehte vollkommen durch und ich wusste, dass ich den Jungs damit weh tat, aber ich konnte einfach nicht mehr.

Es war Nachmittag, an diesem besagten 54. Tag, und ich duschte gerade, als ich plötzlich ein leises 'Pling' hörte. Zunächst verwundert, stellte ich die Dusche ab und lauschte kurz, doch es blieb still. Ich wollte gerade das Wasser wieder aufdrehen, als mir auffiel, dass ich mein Armband verloren hatte. Ich sah auf den Boden der Dusche, doch es war schon weg.Verzweifelt kniete ich mich über das Abflussloch und sah hinein. Doch ich sah buchstäblich schwarz. Sofort stiegen mir Tränen in die Augen. Das war nicht irgendein Armband, das war das Armband, das Lou mir einmal geschenkt hatte.

*~*~*~*Flashback*~*~*~*

Mir ging es an diesem Tag nicht besonders gut, weil ich so Heimweh hatte. Wir waren bei X-Factor und hatten gerade einen Auftritt hinter uns. Wir waren weiter gekommen und alle waren am feiern, nur ich saß alleine auf meinem Bett und hatte unglaubliche Sehnsucht nach meiner Familie. Louis fragte mich, was los wäre. Nachdem ich es ihm erklärt hatte, sah er mich einen Moment an und schien zu überlegen. Dann rannte er schließlich einfach aus dem Zimmer. Was war das?! Warum konnte er mich nicht einfach trösten, wie er es sonst immer tat?

Ich fing an zu weinen, nicht nur wegen dem Heimweh, sondern auch wegen Lou. Ich weiß, das war vielleicht übertrieben, aber ich mochte ihn, ziemlich sogar, und ich wollte nicht, dass er mich einfach im Stich ließ. Ich schluchzte in mein Kissen, als ich bemerkte, wie sich jemand neben mir ins Bett fallen ließ. Ich sah verwundert auf und Louis lag liebevoll lächelnd neben mir und beobachtete mich. Dann holte er etwas aus seiner Hosentasche hervor. "Das hat mir meine Tante mal geschenkt. Ich habe ein paar Wochen bei ihr gewohnt, als ich ungefähr sechs Jahre alt war. Meine Mum war damals im Krankenhaus gewesen, wegen einem Bandscheibenvorfall, und Dad musste so viel arbeiten. Ich hatte schreckliches Heimweh und dann hat sie mir dieses Armband gegeben. Sie meinte, dass dieser kleine Stein darauf, ein Zuhause-Stein ist. Wenn du ihn bei dir hast, dann ist dein Zuhause praktisch auch bei dir. Ich habe ihr das damals geglaubt und irgendwie hilft es mir immer noch, wenn ich mich mal alleine fühle. Vielleicht hilft er dir ja auch." Er lächelte mich schüchternd an und ich musste grinsen. "Dann hast du aber kein Zuhause mehr bei dir", sagte ich leise, doch er schüttelte den Kopf. "Ich hab dich... also ähh, ich meine euch, Jungs", stotterte und wurde leicht rot. Ich nahm ihn in den Arm. "Danke, Lou. Das ist total süß! Ich hab dich lieb, sehr sogar." Er grinste jetzt und wurde noch etwas röter. "Ich dich auch, Harry", nuschelte er glücklich.

*~*~*~*Flashbackende*~*~*~*

Es war auch der Tag an dem ich mir die Liebe zu Louis eingestanden hatte. Oder zumindest fast. Ich hatte mich selbst gefragt, wer wohl der wichtigste Mensch in meinem Leben war und mir kam zuerst Louis in den Sinn. Natürlich auch meine Familie, aber vorallem Louis. Deshalb bedeutete mir dieses Armband so unglaublich viel. Louis dachte immer, ich trug es wirklich nur wegen dem Heimweh, aber eigentlich war es wegen ihm. Er war mein Zuhause und so hatte ich das Gefühl, immer ein Stück von ihm bei mir zu haben.

Dass ich es jetzt verloren hatte, war wie ein Zeichem für mich. Hatte ich ihn gerade verloren?! Ging es ihm gerade besonders schlecht?! Hatte man ihm gerade etwas angetan?! War er gerade... gestorben...

Der Gedanke daran brachte mich fast um. Ich konnte doch nicht ohne ihn.

Ich duschte noch zu Ende, zog ein T-Shirt von Louis an und legte mich anschließend in mein Bett. Wenn jetzt doch nur Lou neben mir liegen mir würde...

Ich war mir sicher, dass das mit dem Armband etwas bedeuten würde, aber was konnte ich tun? Ich würde ihn so gerne da, wo auch immer er ist, rausholen, aber es war aussichtslos. Ich war so verdammt hilflos...

Ich konnte nichts für ihn tun, außer... außer ihn wieder 'anzurufen'. Aber war das so eine gute Idee? Ich hatte nicht ohne Grund zu ihm gesagt, dass ich ihn nicht mehr 'anrufen' werde. Vielleicht verletzte es ihn, meine Stimme zu hören. Aber anderseits, vielleicht war das einzige, was er wollte, dass ihm jemand sagte, dass er ihn liebte. Und das tat ich.

Ich sprang, ohne weiter nachzudenken, aus meinem Bett und holte mein Handy vom Schreibtisch. Mit zittriger Hand, wählte ich seine Nummer.

Nach einiger Zeit ging, wie zu erwarten, die Mailbox an.

Caught-Larry Stylinson (German)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt