Anscheinend war mein Gedanke, dass er damit klar kommen würde ein Irrtum.
Am nächsten Tag in der Schule wurde nämlich alles kurz und klein gemacht was ihm im Weg stand.
Gerade als ich das Schulgebäude betrat bekam ich eine laut quietschende Stimme mit, die meinen Ohren echt zu setzte.
Es muss wohl die selbe sein, die ich gestern in der Toilette gehört habe.
Als ich mich umdrehe um zu sehen wer zu dieser Stimme gehört erkannte ich eine blonde Puppe, die auf ihren langen Beinen einem Typen hinterher läuft und total außer sich ist vor Wut.
Und dieser Typ war kein anderer als Blade.
Und die Barbie war niemand anderes als das Weib mit der er sich gestern in den Pausen vergnügt hat.
Habe ich schon erwähnt wie niveaulos das war ?
Jetzt drehte Blade sich zu ihr um und schrie sie an "Man Blondie du warst und bist nichts für mich und jetzt verschwinde bevor ich mich verliere !!!"
Sie schnaubte empört und lief davon.
Er drehte sich wieder um und da traf sein Blick meinen. Kurz verharrte er aber dann funkelte er auch mich wütend an und sprintet davon.
Ich denke nicht dass seine Laune etwas mit gestern zu tun hat.
Warum sollte ihn das stören, dass ich meine schlechte Laune an ihm ausgelassen habe ?
Weiterhin verfolgte ich den Unterricht.
In der letzten Pause erkannte ich von weitem wieder Blade. Er war gerade dabei einen anderen Schüler gegen einen Spind zu schlagen.
Ich wollte in nichts mit rein gezogen werden und lief schnell weiter zu meinem nächsten Raum.
Den ganzen Tag schaffte ich es die tuschelnden Schüler um mich herum zu ignorieren. Aber als ich wieder Zuhause war fiel ich total fertig in mein Bett.
Es war wohl doch nicht so leicht Sachen nicht an sich ran zu lassen.
Ich nahm mir sonst immer alles zu Herzen aber diesmal wollte ich nicht die naive sein. Nein. Mir sollte egal sein was die anderen denken, es geht nur um meinen Schulabschluss.
Nachmittags traf ich mich noch mit Adam und einpaar anderen zum Fußball.
Ich schaute zwar nur zu, jedoch machte es trotzdem Spaß.
Adam war wirklich freundlich und sein Bruder Andrew ließ sich zum Glück erstmal nicht mehr blicken.
In den nächsten zwei Wochen wurde ich wirklich gut darin, nichts an mich ran zu lassen.
Ich habe es nicht nur geschafft die Gerüchte zu ignorieren sondern auch mich von den meisten Menschen fern zu halten.
In den Pausen saß ich nicht mehr bei Adam und seinen Freunden sondern draußen auf einer Wiese unter einem wunderschönem Baum.
Hier war es immer ruhig. Die wenigsten Schüler verließen in den Pausen die Schule. Und wenn dann kamen sie nicht hier her.
In dem Unterricht indem ich normalerweise neben Blade saß, setzte ich mich wo anders hin. Meistens nach vorne zu den Strebern, da nur dort Plätze frei waren.
Blade schien das gar nicht zu bemerken. Er vergnügte sich weiterhin mit irgendwelchen Schlampen.
Was mich nicht großartig störte.
Diese Veränderung ließ meine Albträume verschwinden, da ich vom langen lernen immer schlief wie ein Stein.
Ich arbeitete auf ein gutes Zeugnis hin, da ich mich schon an einer Schule in London beworben habe. Dort stehe ich schon auf der Warteliste.
Ich weiß nicht warum mir meine Zukunft plötzlich so wichtig geworden ist aber ich wollte eben mal eigenes Geld verdienen und auf eigenen Beinen stehen.
Da waren mir meine Brüder große Vorbilder. Auch wenn es nicht so scheint haben sie doch ein Riesen Haus in einer schönen Gegend, das sie selbst bezahlt haben.
Und sie unterstützen mich in meinem Vorhaben in London zur Schule zu gehen.
Gerade klingelte es wieder zur Pause und ich machte mich wieder auf den Weg zu meinem Stammplatz als Adam mich ansprach "Hey Blake!"
"Ja?"
"Setz dich doch zu mir an den Tisch, wir haben schon lange nichts mehr gemacht"
"Ich muss was wichtiges lernen Adam" verneinte ich
"Wieso lernst du überhaupt auf einmal so viel ?"
"Ich habe mich für eine Schule in London beworben und die haben hohe Ansprüche"
"Du willst hier wieder weg? Du bist doch erst dieses Jahr gekommen"
"Ja aber das konnte ich mir nicht aussuchen" auch wenn ich echt froh war das meine Brüder mich hier angemeldet hatten, hatte ich nun höhere Ziele
"Weiß du, dass du schon Eisprinzessin und Kaltherzig genannt wirst?"
"Wenigstens nicht mehr die Verrückte"
Somit ließ ich ihn grinsend stehen.
Ich drehte mich noch einmal zu ihm um und sah auch das er lächelte. Er wusste das es nicht böse gemeint war.
Und nach dem Unterricht ging ich wieder zu Dàniel.
Ich nahm das Wort Schulpsychologe schon gar nicht mehr in den Mund.
"Hallo Blake"
"Hi"
"Na was gibt es neues ?"
So startete er jede der Sitzungen und dann musste ich immer von meiner Woche erzählen. Manchmal mehr manchmal weniger. Aber das war befreiend.
"Also ich habe gerade erfahren das ich von den Schülern 'Eisprinzessin' und 'kaltherzig' gennant werde" lachte ich
"Und kannst du das nachvollziehen?" fragte er sofort
"Ja schon" gab ich zu "aber das stört mich nicht"
"Weil du ja bald von hier weg gehst" vollendete er meinen Satz und ich nickte.
Selbstverständlich wusste auch er von meinem Vorhaben.
Heute ist zum Glück Freitag. Aber auch heute musste ich zur Schule.
Im Unterricht beteiligte ich mich positiv.
In den Pausen schienen die Schüler mich zu hassen. Oder Nein, eher Angst vor mir zu haben.
Und nach der Schule ging ich hoch in die Bibliothek um was zu recherchieren. Ja aus Büchern.
Ich schlenderte also durch die Reihen und suchte etwas das mir über die Entdeckung Amerikas Auskunft geben konnte. Und da ! Endlich fand ich eins.
Ich blätterte einmal interessiert durch als eine angsteinflößende Stimme hinter mir begann zu sprechen
"Blake!"
Ich wusste zu wem die Stimme gehörte jedoch drehte ich mich nicht um. Ich hörte trotzdem auf in dem Buch zu blättern und gab ihm das Gefühl ich würde zu hören.
Ich spürte wie er einen Schritt näher machte und nun direkt hinter meinem Rücken stand.
Sein Atem in meinem Nacken verursachte eine Gänsehaut.
"Wieso ziehst du dich so zurück? Warum gehst du sogar deinen Freunden aus dem Weg ? Warum so kaltherzig ??"
Das letzte Wort betonte er besonders ekelig dass mir ein Schauer über den Rücken lief.
Dann spürte ich seine Hand die einpaar Haarstränen aus meinem Nacken nach vorne legte und mit dem Daumen meinen Nacken streichelte während er genüsslich den Duft meiner Haare ein sog.
