"Deshalb weiß ich nicht mehr was ich tun soll" seufze ich und beende damit meinen ewigen Monolog, in dem ich Luciana alles erklärt hatte, was ich weiß und vorallem was ich nicht weiß.
Die ganze Zeit über habe ich geredet, während sie neben mir saß und mir aufmerksam zugehört hat. Sammy ist mittlerweile gegangen, was ich ihm ehrlich gesagt nicht verübeln kann. Die Stimmung im Raum ist dank mir auf den Tiefpunkt gesunken.
"Valu..." fängt Luciana einen Satz an, bricht ihn dann aber schnell wieder ab und sieht mich nur besorgt an.
"Valu denkst du, dass... dass du ohne diesen Unfall vor 3 Jahren jetzt anders handeln würdest?"
Ich merke, wie schwer es ihr fällt dieses Thema anzusprechen, aber sie hat ja vollkommen Recht damit.
"Ich denke schon" versuche ich so ruhig wie möglich zu sagen, aber ich merke, dass mir langsam immer mehr Tränen in die Augen steigen.
"Ich weiß einfach nicht mehr, was ich tun soll. Ich hab keine Lust mehr auf das Ganze. Auf diese Blicke, die abwertenden und die mitleidenden Blicke. Ich hab keine Lust mehr auf dieses 'es wird alles gut' Gefasel und am meisten können mir diese 'du bist nicht anders' Sprüche gestohlen bleiben" mittlerweile kann ich meine Tränen nicht mehr zurückhalten und bekomme von meiner Schwester ein Taschentuch gereicht.
"Ich finde, dass..." weiter kommt sie nicht, weil ich sie sofort unterbreche.
"Nein, spar dir Mühe Luciana. Ich weiß, dass ich anders bin, als die Anderen, als die 'Normalen'. Ich bin nicht mehr wie sie und ich werde es nie wieder sein. Ich werde nie wieder das Leben zurückbekommen, was ich hatte und das ist allein meine Schuld. Wenn ich damals mehr aufgepasst hätte wäre das alles nie passiert. Ich bin anders und ich habe es wahrscheinlich auch verdient, dass sich niemand mehr mit mir abgibt"
"Seit wann ist es schlecht anders zu sein? So wie alle anderen zu sein wäre doch langweilig oder?"
"Mag sein, aber ich werde es nie rausfinden können" bringe ich immer noch unter Tränen hervor und starre auf den Boden.
"Okay, hör mir mal zu" fängt sie an und legt ihre Hände an meine Schultern, um meinen Oberkörper so zu drehen, dass ich sie anschauen muss. "Ich streite nicht ab, dass du vielleicht nicht wie die anderen bist, aber das ist gut so. Deshalb bist du du und dafür liebe ich dich. Ich könnte mir keine bessere Schwester vorstellen und ich bin froh dich zu haben, also hör bitte auf dir all dieses Zeug einzureden. Du hast es auf gar keinen Fall verdient, dass dich damals alle verlassen haben, die Blicke abzubekommen und all das andere, aber versuch es doch mal positiv zu sehen. Immerhin kennst du nun die Personen, denen du wirklich am Herzen liegst und die dich immer unterstützen werden. Außerdem wette ich, dass dieser Junge dazuzählt"
Etwas sprachlos von ihrem Vortrag schaue ich sie nur stumm an. Inzwischen habe ich es immerhin geschafft mit dem weinen aufzuhören.
Nach einer kurzen Zeit, in der keiner von uns beiden etwas gesagt hat schaffe ich es dann mit einer noch immer zitternden Stimme zu reden. "Und du meinst das wirklich ernst?"
"Toternst!"
"Und du denkst wirklich, dass er nicht sofort wegrennt, wenn er mich sieht?"
Ein paar Sekunden lang entgegnet sie nichts und sieht mich nur mit einem weichen Blick an.
"Nachdem was du erzählt hast glaube ich das nicht und falls er es doch tut hat er es nicht verdient, dass du ihm nur noch einen Gedanken widmest. Außerdem bist du verliebt und allein deshalb lohnt es sich es auszuprobieren"
"Ich bin nicht verliebt" entgegne ich entrüstet, worauf sie nur den Kopf schief legt und mich mit einem leichten Lächeln ansieht.
"Es ist in Ordnung Angst davor zu haben, Angst vor seiner Reaktion zu haben, aber du kannst doch nicht zulassen, dass diese Angst dein Leben kontrolliert. Willst du denn den ganzen Tag hier drinnen sitzen?"
Bedrückt schüttel ich meinen Kopf, meinen Blick nach unten gerichtet. Darauf zieht sie mich in eine Umarmung und lehnt sich zusammen mit mit nach hinten auf mein Kopfkissen.
Alles ist ruhig, nur unser Atmen ist zu hören. Ich liege mit meinem Kopf auf ihrer Schulter. Ihre Arme umschlingen meinen Körper noch immer mit einem festen Griff, der mir ein geborgendes und schönes Gefühl gibt.
"Danke" sage ich leise und schließe meine Augen.
"Für dich doch immer"
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Hat eigentlich schon jemand nen Verdacht was Valu haben könnte? 🤔 Mich würden mal eure Ideen interessieren 😂
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Ist sie real? - Michaentina
FanfictionWas passiert, wenn deine Mutter dich dazu zwingt etwas zu tun, was du nicht willst. Was passiert, wenn du in jemanden verliebt bist, den du noch nie getroffen hast? Wenn du diesen jemand unbewusst verletzt und der Grund dafür bist, dass er verschwin...
