Was passiert, wenn deine Mutter dich dazu zwingt etwas zu tun, was du nicht willst. Was passiert, wenn du in jemanden verliebt bist, den du noch nie getroffen hast? Wenn du diesen jemand unbewusst verletzt und der Grund dafür bist, dass er verschwin...
"Ich kann nicht glauben, dass du sie wirklich dazu überreden konntest" freut sich Malena und klatscht mit meiner Schwester ein.
"Überreden ist zu harmlos. Zwingen trifft's eher" mische ich mich ein, werde von den beiden jedoch gekonnt ignoriert.
"Weißt du schon was du anziehst?" Holt mich Male dann doch nach Ewigkeiten wieder ins Boot, aus dem ich von Lucia aber gleich wieder rausgeschmissen werde, indem sie der Brünetten mit einem "Hier" schnell das rote Kleid unter die Nase hält.
"Zum tausendsten Mal, das werde ich immer noch nicht tragen"
"Warum nicht? Das ist doch schön"
"Wenn ich schon von dir gezwungen werde zu einem Date zu gehen, von dem ich vor ein paar Stunden noch nicht mal etwas wusste, werde ich ja wohl noch selbst entscheiden dürfen, was ich trage oder etwa nicht?"
"Dann entscheide dich halt für das hier"
"Nein"
"Ich wette es würde dir gut stehen" mischt sich nun auch meine beste Freundin ein.
"Zum letzten Mal, ich werde dieses Kleid nicht tragen, verstanden?" blicke ich die beiden eindringlich an.
"Valu das Kleid ist knielang. Wenn du sitzt wird man deine Beine nicht sehen"
Okay Genetik hin oder her, aber das meine Schwester mich mittlerweile so gut kennt, dass sie meine Gedanken lesen kann ist unheimlich.
"Ihre Beine?"
"Sie hat Komplexe"
"Ich habe keine Komplexe. Ich mag es nur nicht, wenn meine Beine zu sehen sind"
"Hab ich doch gesagt, Komplexe halt"
"Waru-" setzt Malena an, doch ich unterbreche sie sofort.
"Wann bin ich das letzte Mal gelaufen? Vor drei Jahren. Muskeln sind da keine mehr. Denkst du wirklich irgendjemand möchte sich freiwillig diese labbrige Haut angucken?"
"Das ist doch ni-"
"Lass es einfach okay? Ich sagte nein"
"Was willst du dann anziehen?"
Ich rolle zu meinem Schrank und ziehe eine graue Jeans und einen schwarzen schulterfreien Pullover heraus. Schlicht und dennoch elegant. Das ist eher mein Stil, als ein auffälliges rotes Kleid mit dem man sofort im Mittelpunkt stehen würde.
Schnell schlüpfe ich mit Lucias Hilfe in meine Klamotten, bevor ich sie den beiden mit einem "Tada" präsentiere.
"Und? Was sagt ihr?" frage ich nach ihrer Meinung.
Meine Frage wird allerdings schnell beantwortet, indem Lucia mich mit silbernen Ohrringen und einer schwarzen choker ausstattet und Male bereits dabei ist das nötige Make Up herauszusuchen.
"Fertig?" frage ich, als beide vor mir stehen und mich zufrieden begutachten.
Die beiden haben mich seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr in den Spiegel gucken lassen mit der Begründung 'Das würde den Überraschungseffekt zerstören'.
Um mir den Weg zum Spiegel zu ersparen und sicher nicht, um später vor ihren Kollegen mit ihren Schminkskills angeben zu können, zückt Male schnell ihr Handy, bevor sie es mir dann hinhält.
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"Nicht zu viel, aber auch nicht underdressed. Gefällt mir" lobe ich die beiden, die mich betrachten, als wäre ich eine Art achtes Weltwunder oder was weiß ich.
"Perfekt" lächelt mich meine kleine Schwester schließlich zufrieden an, bevor sie mir um den Hals fällt.
"Er wird dir nicht widerstehen können" gibt auch Malena ihr Urteil ab.
Was das angeht bin ich mir zwar noch nicht ganz sicher, aber jetzt ist es sowieso zu spät, um einen Rückzieher zu machen.
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"Bereit?" fragt Male mich auf dem Weg zum Café, in welchem ich gleich meinem Schicksal ausgesetzt werde.
"Habe ich denn eine andere Wahl?"
"Nein, aber das spielt auch keine Rolle. Zum Umkehren wäre es jetzt eh zu spät. Außerdem wird's schon nicht schlimm werden. Sei nicht so pessimistisch"
Klar, wer seit fünf Jahren in einer Beziehung ist und zudem noch verlobt ist, hat leicht reden.
"Valu? Ich glaube wir haben ein Problem" fügt sie dann hinzu, als wir vor dem Gebäude stehen und zeigt auf ein Schild, das an einem der Fenster klebt.
'Keine Hunde erlaubt' na super, fängt ja gut an. Ohne Sammy bin ich quasi aufgeschmissen. Fällt mir etwas runter, komme ich nur durch ihn wieder daran. Klar würde ich mich gerne einfach bücken. Leider spielt bei mir ab der Hüfte nur nichts mehr mit. Ehrlich gesagt würde ich jetzt am liebsten schon wieder umkehren.
"Okay folgender Plan" holt meine beste Freundin meine Aufmerksamkeit zurück.
"Wir binden Sammy kurz hier an und ich helfe dir drinnen alles vorzubereiten. Dann nehme ich ihn wieder mit und du rufst mich an, wenn du genug hast oder ich dich wieder abholen soll"
Da mir sowieso nichts anderes übrig bleibt, nicke ich und sehe Male dabei zu, wie sie meinen Hund anbindet, bevor wir das Café betreten.
Ich sehe niemanden mit einer Rose, also suche ich mir einen Platz und lasse mir von meiner Begleitung auf einen der Stühle helfen. Dass es hier Bartische gibt und ich somit nicht in meinem Rollstuhl sitzen bleiben kann, macht die ganze Sache nicht leichter.
Malena stellt meinen Rollstuhl neben dem Tisch ab und drückt mir mein Erkennungsmerkmal in die Hand. Nach einer Umarmung und weiteren Worten, die mich wahrscheinlich hätten aufmuntern sollen, bindet sie Sammy wieder ab und verlässt mit ihm das Gelände.
Hier sitze ich nun also mit einer Rose in meiner Hand und warte darauf, dass Mike auftaucht, nur um mich nach einigen hässlichen Worten wieder zu verlassen. So wie es bisher immer ablief.
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Wie Mike wohl auf 'Ámbar' reagiert? Was denkt ihr? 🤔
Ja ein etwas kürzeres Kapitel heute, aber immerhin kam ich dazu wieder mal was zu schreiben 😅
Wie dem auch sei, ich werde heute alle meine laufenden Stories im stundentakt updaten. Diese hier ist die erste und da heute Silvester ist und ihr euch sicher sein könnt, dass dieses Jahr nichts neues mehr von dieser Story hier kommt, wünsche ich euch schon mal ein frohes Neues und viel Glück im neuen Jahr 🎆🎉