„Nun gut, ich denke ich weiß wo ich dich hin stecke, aber eins noch grüß deine Onkel von mir sie könnten sich mal wieder bei mir blicken lassen... Dein Haus für die nächsten zwei Jahre wird..."
„RAVENCLAW!", rief der alte Hut in die Große Halle und die Schüler am Ravenclaw-Tisch begannen zu Jubeln. Vorsichtig nahm Ciel den Hut ab und platzierte ihn auf dem dreibeinigen Hocker. Er konnte nicht verhindern, dass ein kleines Lächeln auf seinem Gesicht auftauchte.
Hogwarts war sein Zuhause und so würde es auch immer sein. Wenn er ehrlich war hatte ihn der Hut mit seiner Entscheidung überrascht, hatte er doch fest damit gerechnet in Gryffindor oder Slytherin zu landen. Schließlich hatte Harry Potter die Wahl zwischen diesen Häusern gehabt und nur weil er jetzt anders aussah und um seine Familie wusste, hieß das noch lange nicht, dass er seinen Charakter grundsätzlich geändert hatte. Dennoch war Ciel irgendwo auch froh in keinem der beiden Häuser gelandet zu sein.
Einerseits hätte er immer das Gefühl gehabt den Erwartungen seiner Onkels zu entsprechen zu müssen, schließlich hatten diese ja die Häuser gegründet. Zwar wusste er, dass diese niemals so denken würden und auch nichts in dieser Hinsicht von ihm erwarteten, trotzdem konnte er diese Gedanken nicht abschütteln.
Andererseits wüsste er nicht wie er damit umgehen würde, wenn er sich wieder mit Ronald einen Schlafsaal teilen müsste, denn ihm gingen die Dinge, die er nun über dessen Familie wusste einfach nicht mehr aus dem Kopf. Außerdem hatte er das Gefühl, dass irgendetwas an der ganzen Geschichte noch nicht passte, konnte aber auch nicht genau sagen was ihn störte.
Wäre er in Slytherin gelandet hätte er sich mit Malfoy auseinandersetzen müssen und dazu war er wenn er ehrlich war noch nicht bereit. Die Situation verwirrte ihn dermaßen, dass er es erst einmal vorzog nicht darüber nachzudenken.
Er musste zugeben, dass es ihn ein wenig beängstigte, da er das Gefühl hatte sich selbst nicht mehr zu kennen. Irritiert schob er diese Gedanken beiseite und wandte sich zum Tisch der Adler.
Luna warf ihm ein warmes Lächeln zu und rutschte zur Seite um ihm Platz zu machen. Ciel kam nicht umhin sich zu fragen, ob sie wusste wer er einmal gewesen war. Bevor Dudley zu den Lovegoods gezogen war, hatte Ciel ihn noch einmal zur Seite genommen und ihm erlaubt mit seiner Familie über Harry Potter zu reden. Ciel hatte beschlossen, dass es für alle besser wäre, wenn Harry Potter tot blieb. Es war ein abgeschlossenes Kapitel, auch wenn er sich weiterhin für die Welt der Magie einsetzen würde.
Ciel wollte diese Gelegenheit nutzen um neu anzufangen und sich selbst und seinen Platz zu finden. Trotzdem war er der Meinung, dass Dudley das Recht hatte seine Geschichte mit seiner Familie zu teilen, und dass er selbst in keiner Position war, um es dem anderen zu verbieten.
Dumbledore begann seine alljährliche Rede und Ciel wandte sich seinen neuen Hausgenossen zu, die ihn leicht neugierig beobachteten. Ihm gegenüber saß ein Junge in seinem Alter mit kurzen schwarzen Haaren und freundlichen braunen Augen. Er lächelte Ciel zu, als er seinen Blick bemerkte und wisperte leise: „Die Reden von dem Alten werden jedes Jahr schlimmer...". Ciel konnte ein leises Lachen nicht unterdrücken. Sein gegenüber grinste ihn an.
Ein Mädchen mit dunklen Haaren, das etwas weiter vorne saß warf ihnen einen bösen Blick zu. In diesem Moment beendete Dumbledore seine Rede und das Essen erschien. „Mein Name ist Lucas. Ich bin in der 6. Klasse.", stellte sich Ciels Gegenüber vor und reichte ihm die Hand. Ciel griff sie und lächelte. „Ciel. Auch 6. Klasse. Ich nehme an du bist kein Fan vom Schulleiter?".
Lucas schüttelte den Kopf: „Ne, nicht wirklich. Wenn ich ehrlich bin ist er mir sehr suspekt. Vor allem wenn man bedenkt, wie sehr er seinen Erziehungsauftrag und die Verpflichtung zum Schutz der Schüler vernachlässigt. Ich meine in meinem dritten Schuljahr hat er zugelassen, dass Dementoren auf das Schulgelände durften. Wir hatten ein richtiges Problem mit Übergriffen auf Schüler und von den Schülern mit psychischen Problemen und Traumata will ich gar nicht erst anfangen. Er hatte nur Augen für seinen Schützling Potter und selbst dessen wohlergehen hat er vernachlässigt. Es war kein Geheimnis das gerade er unter dem Einfluss der Dementoren litt.".
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Reborn
FanfictionAls Harry 'stirbt', erfährt er Dinge über sich die er nie für möglich gehalten hätte. Er ist kein Potter und auch Dumbledore ist nicht der nette alte Mann für den alle ihn halten. Harry macht sich auf die Suche nach seiner Familie und die letzte Sch...
