Kapitel 14

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Fey

Ich kann nicht leugnen, dass er sich langsam in mein Herz geschlichen hat. Ich bin wütend und zwar auf ihn, dass er es schafft sich in meinem Herz einzunisten.
Wie soll ich ihm weiter vorspielen ihn nur als die eine Person zu mögen und als andere zu ignorieren?
Ich weiß jetzt schon, das dies der härteste Kampf wird, den ich je ausfechten muss.
Denn wenn ich mich wirklich irgendwann auf ihn einlassen würde, zerstöre ich mich damit selber ihn anlügen zu müssen.

Genervt schütteln ich über meine Gedanken den Kopf und mache mich auf dem Weg zur Halle.
Unauffällig schleiche ich mich zu den Umkleiden und ziehe mir meine Sportklamotten an. Dieses mal ist es eine einfache Sport Leggins mit einem Basic Shirt. Bevor ich die Umkleide verlassen schließe ich meinen Spind ab und richte meine Perücke noch mal im Spiegel.

Laut der geringen Anzahl der Sportler in der Halle heute, müsste es jetzt so 17 Uhr sein. Die meisten kommen immer so Abend ab 19 Uhr um sich nach dem langen Tag im Büro noch mal sportlich auszupowern. Warum genau die das machen versteh ich nicht. Wenn ich nämlich nicht wegen meinem "Nebenjob" so hart trainieren müsste, würde ich nach der Schule in mein Bett gehen und nicht hier her. Klar macht es mir unglaublichen Spaß, meine Grenze bei neuen Übungen zu testen und immer besser zu werden, jedoch habe ich gerade auch Ferien und hole das nach, was ich in der Schulzeit wegen dem Stress nicht schaffen würde.

Da ich heute keine große Lust auf Konversationen habe, gehe ich in die Ecke zu den Bockssäcken und verbringe hier meine nächsten zwei Stunden. Die gleichmäßigen Übungen lenken mich von den Gedanken über David ab.
Und die über meinen Vater.

Ausgepowert nach knapp zwei Stunden lehne ich mich erschöpft gegen den Sack und versuche meinen Atem wieder in einen gleichmäßigen Rythmus zu bekommen.

Doch trotz des harten Training bin ich immer noch zu aufgewühlt um jetzt einfach nach Hause in mein Bett zu gehen. Zu viele Gedanken schwirren wieder in meinem Kopf herum, nachdem ich langsam zur Ruhe gekommen bin. Spontan beschließe ich der Disco 42 in der Stadt Mitte einen Besuch abzustatten. Heute brauche ich einfach die Musik und den Bass der durch meinen Körper fließt und mich vergessen lässt. Und vielleicht auch den Alkohol.

Schnell springe ich unter die Dusche und schlüpfe wieder in mein Kleid, um mich dann auf dem Weg nach Hause zu machen. In dem Kleid möchte ich mich nämlich nicht dort blicken lassen. Da wissen die Türsteher gleich, dass ich noch keine 18 bin. Außerdem fühle ich mich in einem Raum mit so vielen Menschen unwohl in einen Kleid. Da ist mir das Risiko zu hoch, dass sich dich mal eine Hand von jemanden unter mein Kleid verirrt.

Mit fünf Minuten Verspätung hält der Bus ein paar Meter vor dem Haus meiner Oma und öffnet mit einem unangenehmen Klappern und Quitschen die hinteren Türen. Der Bus hatte seine besten Zeiten schon längst gehabt und man sollte echt mal in Erwägung ziehen ihn durch einen neuen auszutauschen.

Also ich mich dem Haus nähere erkenne ich durch die dunklen Fenster, dass Granny nicht da ist.
Mit der Erkenntnis schließe ich die Tür auf und schmeiße meine Chucks in die Ecke des Schuhregals.
In meinem Zimmer angekommen ziehe ich mir als erstes mein Kleid über den Kopf und lege es über meinen Hocker. Naja eigentlich ist es eher ein Wäschehaufen als ein Hocker. Den kann man vielleich nur noch an ein zwei Beinen erkennen, die unter den ganzen Klamottenberg herausschauen.

Aus meinem Kleiderschrank ziehe ich eine frische schwarze Jeans und ein einfaches graues Top. Schnell schlüpfe ich in die Sachen und trage mir noch einmal Mascara auf. Da ich später so oder so schwitzen werde, lohnt es sich nicht mich großartig zu schminken.
Unten wieder angekommen ziehe ich diesesmal meine schwarzen Chucks an und stecke mir meinen gefälschten  Ausweis und meinen Schlüssel in den BH. Dies ist glaube ich der einzige Vorteil den diese unbequemen Dinger mit sich bringen. Manche machen zwar voll die schöne Oberweite, jedoch sind sie einfach nur nervig und landen somit meistens sehr schnell in einer Ecke meines Zimmers, wenn ich nach der Schule zu Hause bin. Ohne fühle ich mich freier.

Von der Garderobe schnappe ich mir noch meine schwarze Lederjacke und binde meine Haare vor dem Spiegel im Flur zu einem einfachen hohen Zopf.

Als ich in den Bus einsteige Richtung Stadt, wirft mir der Busfahrer einen irritierten Blick zu, weil es der gleiche ist, mit dem ich vor einer halben Stunde auch gefahren bin.

Im Bus sitzen nur verteilt ein paar Leute, die entweder aufgestylt wie ich Richtung Disco unterwegs sind oder von der Arbeit kommen und erschöpft mit dem Kopf an der Scheibe dösend ans Bett zu Hause träumen.
Ich gehe mit zügigen Schritten durch den Gang des Busses und lasse mich auf einen der hinteren Plätze am Fenster nieder.
Mit Kopfhörer in den Ohren und begleitet von dem Lied you should see me in a crown von Billie Eilish und dem klappern des Busses mache ich mich auf den Weg zur Disco 42.

Eure hannrasch :*

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⏰ Letzte Aktualisierung: Dec 09, 2018 ⏰

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