Prolog

1.5K 62 2
                                        

Mein Blick war starr aus dem Fenster gerichtet und ich betrachtete die vorbeiziehende Landschaft.

Grüne, weite Felder wechselten sich mit ebenso grünen Wäldern und vereinzelten Städtchen ab.

Der Typ neben mir schlief schon seit zwei Stunden und schnarchte dabei furchtbar laut, doch ich ließ mich davon nicht stören.

Ich war schlimmeres gewöhnt, und ich hätte eh nicht schlafen können.

Allein der Gedanke, zurückzukehren, hielt mich wach.

Immerhin war ich vor zwei Jahren aus meinem Heimatdorf geflüchtet, und jetzt zurück zu gehen fühlte sich seltsam an.

Es hatte sich bestimmt vieles geändert, das hoffte ich zumindest.

Denn es war schrecklich dort, als es noch mein Zuhause war.

Jeder Baum und jeder Strauch getrimmt, sodass alles scheußlich spießig wirkte.

Ich hatte es gehasst, weshalb ich auch sofort abhaute, als ich volljährig wurde.

Der einzige Grund, warum ich jetzt dorthin zurückkehrte, war, dass mir das Geld ausgegangen war.

Es reichte gerade noch für ein Zugticket nach London, von wo aus ich wohl würde laufen müssen.

Langsam veränderte sich die Landschaft vor dem Fenster und Häuser standen entlang der Gleise.

Kurz darauf wurde der Zug langsamer und stoppte endgültig.

Sofort erhob ich mich und zog meinen Rucksack aus dem Gepäcknetz über den Sitzen.

Ich schwang ihn mir auf den Rücken und verließ das Abteil, ohne auch nur einmal daran zu denken, den Typen zu wecken.

Auf dem Bahnsteig war es laut und voll.

Menschen drängten sich dicht an dicht und warfen mit Schimpfwörtern um sich, wenn ihnen einmal wieder auf den Fuß gelatscht wurde.

Mit einem Grinsen auf den Lippen warf ich mich ins Getümmel.

Ich liebte Großstädte.

Leider konnte ich nicht in London bleiben; meine Eltern mussten mir wohl oder übel aus der Patsche helfen.

-----

Ich widme die ganze Story der Prinzessin, weil sie mich einfach immer unterstützt ❤️

ReturnWo Geschichten leben. Entdecke jetzt