Den Blick auf meine Schuhe gerichtet, mit den Händen in den Jackentaschen vergraben, lief ich den Weg neben der Schnellstraße entlang.
Es war nicht mehr weit bis nach Saint Glace, sodass ich meine Schritte beschleunigte.
Schon sah ich vor mir Lewis' kleine Farm auftauchen, auf deren Weide die Schafe standen.
Ein Auto fuhr an mir vorbei und bespritzte mich dabei beinahe mit einer Ladung Dreckwasser, als es direkt neben mir durch eine Pfütze fuhr.
Fluchend sprang ich beiseite und zeigte dem Fahrer meinen Mittelfinger hinterher.
Immer noch in mich hinein schimpfend stapfte ich weiter und passierte einige Minuten später das Ortseingangsschild.
Während ich die Hauptstraße, die Eve Street, hinunterlief, betrachtete ich die Schaufenster der Läden, an denen ich vorbeilief.
In ihnen waren beinahe die gleichen Dinge ausgestellt wie vor zwei Jahren und ich verdrehte die Augen.
Vielleicht hat sich doch nicht so viel geändert.
Da die meisten Leute zur Arbeit nach London gefahren waren, und die Kinder in der Schule waren, begegnete ich nur selten ein paar Senioren, die mich misstrauisch beäugten.
Abgesehen von der alten Mrs Hempherton erkannte mich niemand, worüber ich allerdings relativ froh war.
Ich war nunmal noch nie das brave Mädchen von nebenan, und dass sich die Leute nicht mehr an mich und meine Vergangenheit erinnerten, war erleichternd. Ich lebte lieber in der Gegenwart.
Ich bog hinter Nanna's Backshop ab und lief die Straße hinunter, in der meine Eltern wohnten.
Auch sie arbeiteten in Londons Innenstadt, sie hatten dort ihr eigenes Restaurant, sodass ich mir gar nicht erst die Mühe machte, zu klingeln, sondern einfach über das niedrige Tor hinüber stieg und zur Haustür hinauflief.
Ich streckte mich etwas, und griff unter den Blumentopf auf der Fensterbank des Küchenfensters.
Triumphierend zog ich den Ersatzschlüssel hervor und öffnete damit die Tür.
Schon schlug mir der intensive Kaffeegeruch entgegen und ich streifte meine Schuhe von meinen Füßen, um keine Flecken auf den teuren Teppichen zu hinterlassen.
Den Rucksack warf ich auf die Treppe, die nach oben führte, und dann fläzte ich mich auf das große Sofa, während ich den Fernseher einschaltete und mich darauf gefasst machte, eine Weile zu warten.
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Fanfiction»Was ist verdammt noch mal passiert in den zwei Jahren?« »Diese Sache, die sich Leben nennt.«
