Lange ist es nicht her, als die Gefährten loszogen um den einen Ring zu vernichten und die Herrschaft Saurons endgültig zu beenden. Viele starben in der Schlacht gegen das Böse. Doch der Ring wurde vernichtet und Sauron verschwand in der Unendlichkeit. Aber es scheint noch nicht vorbei zu sein! Der Düsterwald wird wieder von dunklen Wesen heimgesucht und junge Elben lassen sich zu Kriegern ausbilden. Auch Primrose! Doch was ist an ihr anders, als an allen anderen? Was passiert mit ihr, in der Zeit im Schloss? Wer werden ihre Freunde und wer ihre Feinde? Gibt es die eine wahre Liebe?...
„Priiim!" Eine hysterische Stimme durchdringt das Anwesend einer alten Tante, ihrer drei Nichten und einer Tochter guter Freunde. Wundervoll liegt der Hof im Wald, umgeben von Natur, mit allen Tieren. Man könnte meinen hier wird ein schönes Leben geführt. Mit vielem Gelächter, Feiern und Liebe.
Vier Waisen und ihre Tante ~ böse Tante!
Was so unscheinbar wirkt, versteckt hinter einer dicken Fassade reinste Folter! Die Vier bekommen Hausarbeiten um Hausarbeiten. Werden als Dienstmädchen erkoren, wenn die Tante Gäste im Haus hat. Aber um das noch zu toppen bekommen alle stätigen Unterricht, seit sie denken können in Etikette. Ein reinster Albtraum, wenn man sie kennt. Keine von ihnen mag diese Gepflogenheiten, aber hält man sich nicht dran oder stellt man sich ungeschickt an bei den Wöchentlichen Teenachmittagen, so bekommt man Arbeiten aufgezwungen bis zum erliegen. Meistens fallen alle Tod am Abend in die Betten. Die Finger geplagt von vielen Blasen, die vom Schüren der Pferde kommen. Wunde Füße und aufgerissene Arme, vom Holz holen im Wald. Aufgekratzte Gesichter, vom entfernen der lästigen Rosenranken. Es ist kein schönes Leben was sie haben. Aber trotzdem haben sie einander und ein Dach über den Köpfen. Sie verstehen einander, wie keine anderen. Drei Geschwister und eine Freundin. Alle aus dem Selben Grund hier. Als Vollwaisen, wurde ihnen keine andere Möglichkeit geboten, als in diese Hölle zu kommen. Eine hatte es am schwersten von allen....
„Priiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimmmmm!" Meine Augen schlagen auf, mehr als eine kahle Deckenwand, mit Flecken der Zeit wird einem nicht geboten. Wiederwillig hebe ich die Decke hoch, das einzige was in diesem Haus noch wärme spendet. Kaum einen Fuß in den Flur gesetzt, kommt mir schon eine verzweifelte Elbin entgegen. Lange, glatte braune Haare hängen über ihre Schultern und die Grünen Augen funkeln vor Verzweiflung.
„Ich finde einfach nichts! Du weißt nicht zufälligerweise wo meine Schuhe sind? Ach egal, werde sie schon finden!" Weg ist sie, im nächsten Zimmer verschwunden. Dafür so ein Theater, war das jetzt notwendig? Aber das ist mal wieder typisch meine beste Freundin. Mirabella, ein Wirbelwind, Chaotin, ununterbrochen am reden, eine Romantikerin und einfach unersetzlich. Anstrengend ist sie trotzdem, genau wegen solchen Aktionen. Aber ich entschuldige es ihr dieses Mal, sie ist einfach nur aufgeregt. Das sind wir alle. Meine Tasche habe ich schon komplett fertig gepackt und Mira rennt natürlich am Abend davor noch durch das halbe Haus und sammelt alles ein, was sie besitzt und brauchen wird. Sie wird die Hälfte vergessen, dass weiß ich jetzt schon.
„Hat jemand mein Meckchen gesehen?" Dieses Mal taucht ein blonder Schopf auf. Jedoch einen guten Kopf kleiner und die Augen ihrer Mutter. Jedes Mal wenn ich Luthzia sehe muss ich an sie denken...unsere Mutter. Sie ist ihr einfach zu ähnlich. Im Gegensatz zu ihr, sind zwar meine blonden Haare, fast weißen Haare ebenfalls gleich, doch die blauen Augen unsrer Mutter, wurden nur meiner kleinen Schwester gegeben. Ich bekam die meines Vaters. Außen Grau, so grau wie der Fels und innen weiß, so weiß wie der Mond und die Sterne. Unsere Mutter sagte auch zu mir, dass mir Mut, Stärke, Hingabe und etwas nicht erkennbares in meinen Augen liegt. Zu Luthzia sagte sie, dass ihre blauen Augen, den blauen Himmel wieder spiegeln und das diese eine aufgeschlossene, schüchterne, aber dennoch liebenswürdige Elbin wiederspiegeln. So wurden wir als auf den ersten Schein fast gleiche Schwestern bezeichnet, fast als Zwillinge gehalten, wenn man über das Alter hinweg sieht. Doch unsere Augen spiegeln unsere Gegenteile wieder. Luthzia, als der Tag und ich, Primrose, als die Nacht. Das ist also meine kleine Schwester, die gerade vor mir steht.
„Wo hattest du denn zuletzt dein Stofftier?"
„Das ist ja das Problem. Ich weiß es nicht mehr" Sie schaut mich ganz verzweifelt an.
„Fang schon mal an zu suchen, ich komme dir gleich helfen" Ich lege meine Hand auf ihren Rücken und schiebe sie so in ihr Zimmer. Zuerst möchte ich mal schauen was meine andere Schwester macht. Ich klopfe an ihre Tür und stecke meinen Kopf hinein.
„Na? Alles gut?", frägt sie und lächelt mir entgegen. Zugleich macht sie mir auf ihrem Bett platz. Ihr Zimmer ist genauso notdürftig eingerichtet, wie das von mir, meiner kleinen Schwester und Mirabella. Meins ist jedoch noch schlimmer betroffen, in der Ecke ist sogar eine undichte Stelle. Jeden Tag muss ich mehrmals den Eimer wechseln, wenn es mal regnet.
„Ja soweit. Mira findet mal wieder nichts und bei Luthzia, ist es das übliche" Ich verdrehe die Augen.
„Das Stofftier?"
„Genau" Thesria oder wie wir sie nennen Thes, muss ihr auflachen unterdrücken.
„Das ist nicht witzig, dich nerven sie damit auch nicht"
„Das stimmt, dafür habe ich ja meine Welt aller beste Schwester, um mir all das vom Hals zu halten"
„Immer doch!" Wir ärgern uns manchmal ein wenig. Aber an sich ist meine Schwester schon sehr verantwortlich. Ich könnte mir ein Leben ohne sie nicht vorstellen. Ich bin zwar nicht halb so Chaotisch wie die zwei da draußen, aber die Hilfe von Thes hab ich auch schon des öfteren in Anspruch genommen. Ich könnte nie so werden wie sie. Sie ist zwar älter und reifer, aber das werde ich nicht schaffen. Mein Leben soll aus Abenteuern bestehen und wie ich Mittelerde erobere. Thes dagegen ist die geboren Familien Mutter. Bisher jedoch steht das wohl auch noch in ihren Sternen. Sie hat etwas dunklere Haare als ich und Luthzia. Ihre Augen haben einen braunen schimmer mit etwas grün dazwischen. So wurde sie von unserer Mutter auch als die Gerechte, Verantwortungsvolle und Beschützende bezeichnet. Da ihre Augen die Reinheit der Natur wiederspiegeln.
„Hast du deine Tasche auch schon fertig?" Ich nicke, auf ihre Frage.
„Dann kann es ja morgen losgehen" Jetzt schleicht sich endlich ein Lächeln auf meine Lippen. Thes nimmt mich in den Arm. Ich hab sie wirklich unendlich lieb.
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Im Bann des Bogens (LegolasFF)
FanfictionPrimrose, eine Junge Elbin lässt sich im Düsterwald zu einer Kriegerin Ausbilden. Der Kampf geht ihr in Fleisch und Blut über und eine Gefährliche Verbindung zu ihrem Bogen bringt alle in Gefahr. Dazu werden in ihr bisher unbekannte Gefühle geweckt...