Lange kann ich nicht geschlafen habe, mir sitzt der Schlafmangel von dem gestrigen Tag noch im Nacken. Dennoch muss ich aufstehen. Es dämmert schon und bei den ersten Sonnenstrahlen fängt das Frühstück an.
Zudem können wir uns heute nicht leisten zu spät zu erscheinen, schließlich werden wir unseren Ausbildern zugeteilt. Irgendwie bin ich schon aufgeregt.Ein Blick aus dem Fenster zeigt leichte rosa farbene Züge am Himmel. Ich richte mich langsam auf und spüre dabei jeden Knochen. Im selben Moment hört man ein Schloss aufschließen und ins Zimmer kommt Mira. Schon komplett angezogen. Mit schwungvollen Bewegungen packt sie ihre Tasche. Seit wann gibt es sowas? Sie ist früher wach als ich! Sonst ist sie immer die, die versucht mit jeder Methode nur längstmöglich im Bett zu bleiben!
„Ah du bist auch mal wach." Sieht wohl so aus.
„Wieso bist du schon komplett fertig und ich bin noch im Bett? Irgendwie ist das verdreht!" Mira lacht nur und packt ihre Sachen weiter. Schlaftrunken schlürfe ich an den Schrank und schnappe mir die erst besten Sachen. Im Bad spritze ich mir kaltes Wasser ins Gesicht. Danach geht es ein wenig besser. Im Spiegel möchte ich mich heute Morgen gar nicht erst anschauen, dass Bild wird schrecklich sein. Ich zeige mir meine Trainingskleidung an. Sie ist ziemlich schlicht, aber so ist es mir auch Recht! Braune Hose, mit Stiefeln die fast zu den Knien reichen und einer Grünen Bluse. Über diese ziehe ich noch ein ledernes Oberteil. Elben gerecht, flechte ich mir zwei Zöpfe jeweils über meinen spitzen Ohren und hinten führen sie zu einem Zopf zusammen. So stören sie erst gar nicht!Anschließend gehe ich zurück zu meinem Bett und schaue belustigt zu wie Mira auf und abläuft.
„Hab ich jetzt auch wirklich alles?" Sie murmelt es mehr zu sich, als zu mir und geht die ganze Zeit im Kopf durch, ob sie nicht doch etwas vergessen hat. Da fällt mein Blick zu ihrer Kleidung und ich breche in ein lautes Lachen aus.
„Was ist denn so lustig?" Leicht empört bleibt sie stehen und sieht mich fragend an.
„Also wenn du mich fragst was du vergessen hast, schau mal auf deine Füße!" Immer noch lache ich ohne Unterbrechung und als Mira ihre noch nackten Füße sieht, gliedert sie sich ein. Mira zieht ihre Stiefel an und wir klopfen bei meinen Schwestern an die Tür. Sie sind noch nicht fertig als wir kommen. Also gehen nur Mira und ich alleine runter zum Speisesaal.Dort angekommen winken uns direkt Firadel und Vendelus entgegen, von denen ich immer noch nicht glaube, dass sie wirklich Zwillinge sind!
„Na Prim? Heute besser gelaunt?"
„Ja!" Heute bin ich aufjeden Fall besser gelaunt als gestern. Ich schaue Firadel schief grinsend an, der seine braunen Haare provozierend nach hinten streicht. Ich grinse ihn darauf blöd an. Mit Mira gehe ich anschließend zum Buffet. Wieder hole ich mir nur wenig zu essen, ein bisschen Joghurt und Obst. Doch anders als gestern, esse ich alles auf!Zwischendurch sind Thes und Luthzia dazu gekommen. Wir für gemeinsam mit Vendelus und Firadel ein interessantes Gespräch und erfahren so, dass sie eineiige Zwillinge sind. Also doch, hatte ich Recht, zwar Zwillinge aber nicht reine! Die zwei kommen aus der Nähe Bruchtals. Bruchtal! Dort soll es wunderschön sein. Elrond ist ein beeindruckender Elb, den ich zu gerne einmal kennen lernen möchte. Gütig, weise und gerecht ist er, laut den Erzählungen meiner Eltern. Wie er die Liebe seiner Tochter, zu dem König Gondor einem Menschen gewährt hat oder die Gefährten unterstützt hat. Ich habe wirklich schon so viel von ihm gehört. Wie kann man dann nichts vom Prinzen, des Düsterwaldes wissen? Ich weiß nicht ob ich mich dafür schämen sollte. Aber man kann ja auch wirklich nicht alles wissen! Ist doch egal, in wenigen Minuten werde ich ihn vielleicht sehen.
Wie aufs Stichwort tritt Sir Jenêra ein, gefolgt von weiteren Männern. Alle samt tragen sie Trainingskleidung. Es gibt keinen Zweifel, dass sind die Ausbilder! Auch anhand der Unruhe merkt man, dass es sich wirklich um sie handelt. Ich schaue jeden genau an, jedoch scheint meine Begegnung von gestern nicht unter Ihnen zu sein. Schade, aber was soll man machen? Amüsant ist auch wie sich die Mädchen anstellen! Alle schauen sie sich gegenseitig an und kontrollieren bei der anderen ob die Frisur sitz oder ob das MakeUp nicht an der Fassade abbröckelt. Schlimm! Ich habe nicht Mals schminke aufgetragen und mache auch nicht so ein Theater um meine Frisur.
„Wie sehe ich aus?“, Mira fummelt an ihren Haaren.
„Wie vorhin auch“ Jetzt muss sie auch noch mit sowas anfangen.
„Ist noch alles dort wo es hingehört?“
„Ja und jetzt schau wieder nach vorne!“ Genervt packe ich ihre Schultern und drehe ihren Oberkörper nach vorne. Anscheinend in der richtigen Sekunde:
„Prim, siehst du ihn? Da ist er, Talim!" Verträumt schaut Mira in die Richtung eines Elben, mit langen, dunkelbraunen Haaren. Er würde gut zu Mira passen und so wie sie ihn anschaut, hat sie noch nie einen Mann angeschaut! Die scheint es ja richtig erwischt zu haben. Ich muss schmunzeln. Als dann eine die Lautstärke durch aufgeregtes Murmeln im Saal ein zweites Mal ansteigt, wende ich meinen Blick wieder zur großen Tür. An dieser steht ein Elb und redet mit Sir Jenêra. Etwas ist an ihm ist anders! Ich sehe ihn nur von hinten. Auf seinem Rücken sieht man einen Bogen, einen Köcher, mit Pfeilen und zwei Dolche. Seine Haare sind strahlend blond.
„Mira wer ist das?"
„Bei den Valar, Thes schau nur. Prim hat den Prinzen entdeckt! Er bildet also wirklich eine Gruppe aus." Mira ist wie aus dem Häuschen. Das ist er also. Das ist Prinz Legolas.Mein Blick klebt förmlich an ihm. Ich verhalte mich hier gerade ernsthaft, wie all diese anderen Mädchen. Sir Jenêra, tritt nach vorne und so gelingt es mir mich von ihrer Hoheit los zu lösen. Woran viele in diesem Raum kläglich scheitern!
„Da sie wie ich sehe alle fertig sind mit essen, wollen wir gleich mit der Aufteilung der Gruppen beginnen!" Aufgeregtes flüstern geht durch den Saal und die Ausbilder grinsen nur noch mehr. Angeber!Plötzlich flammt in mir ein Gefühl von Wärme und Kälte gleichzeitig auf, ich kenne diesen Blick der auf mir ruht. Das selbe brennen im Magen wie gestern Abend. Er ist mir nicht unbekannt. Diese Person hat mich schon einmal angeschaut. Ansonsten würde ich ihn nicht wieder erkennen. Vorsichtig schaue ich mich um. Sollte mein gestriger Beobachter wirklich jemand hier aus dem Raum gewesen sein? Ich lasse meinen Blick über alle anwesenden schweifen. Doch keiner schaut annähernd in meine Richtung. Jeder ist in Gespräche verwickelt oder andere schmachten immer noch die Ausbilder an. Wie Mira! Sie ist wirklich ein hoffnungsloser Fall. Da schleicht sich sogar ein kleines Lächeln auf meine Lippen.
Aber woher kommt den jetzt dieser Blick? Von wem geht er aus? Dieses Gefühl bereitet mir Unbehagen. Jede Person ihr erster Blick ist für mich unbekannt, aber nicht auf diese Art. So etwas habe ich noch nie gefühlt. Ich will wissen von wem er kommt! Vor allem, was derjenige gestern vor unserem Balkon gemacht hat.In dem Moment ist meine wenige Zeit, um es heraus zu bekommen verflogen. Denn Sir Jenêra verschafft sich wieder die Aufmerksamkeit aller. Es bleibt mir nichts weiter übrig als mich ihm wieder zuzuwenden. In die andere Richtung schauen, wäre ziemlich unfreundlich. Argh! Diese dumme Etikette!
„Wir werden jetzt so verfahren, ich nenne die Namen der Ausbilder und dann die dazu gehörigen Schüler. Daraufhin bitte ich die, dessen Namen genannt wurde zu ihrem Ausbilder zu gehen und dann geht auch schon ihre Ausbildung richtig los!" Jetzt könnte man eine Stecknadel zu Boden fallen hören, denn jeder will mitbekommen wer aufgerufen wird. Aber natürlich muss Mira mir unbedingt noch etwas sagen und sticht mir in die Seite.
„Was ist denn?"
„Ich habe gehört, dass nur die Besten zum Prinzen kommen!"
„Das wird dann wohl niemand von uns sein."
„Sei doch einmal zuversichtlich.“ Sie zwinkert mir zu. Ich wollte gerade noch etwas erwidern, da merke ich wieder den einen Blick auf mir. Er war kurzzeitig nicht mehr da, aber jetzt spüre ich ihn wieder so deutlich. Meine Haut kribbelt.
„Überlegst du schon wie du in die Gruppe des Prinzen kommen kannst?“
Mira schaut mich auffordernd an.
„Wie bitte? Hast du was gesagt?“
„Die Wette mit der Zicke, was machst du um in die Gruppe zu kommen?“
„Ich weiß es nicht“ Mein Blick wandert wie Automatisch zum Prinzen und mir stockt der Atem...~°~°~°~°~°~°~°~°~
Schon das 5. Kapitel ♥️Wie hat es euch gefallen? 💭
Und wer glaubt ihr bekommt Mira und Prim als Ausbilder? 🤔🤭Habt noch einen schönen Tag
Eure Sarah 💞
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Im Bann des Bogens (LegolasFF)
FanfictionPrimrose, eine Junge Elbin lässt sich im Düsterwald zu einer Kriegerin Ausbilden. Der Kampf geht ihr in Fleisch und Blut über und eine Gefährliche Verbindung zu ihrem Bogen bringt alle in Gefahr. Dazu werden in ihr bisher unbekannte Gefühle geweckt...