-Kapitel 3-

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„So hier sind wir! Die rechte Tür ist für Luthzia und Thesria und die Linke für Mirabella und Primrose. Zwischen euren Räumen gibt es eine Verbindungstür. Also müsst ihr nicht immer über den Flur laufen, um euch gegenseitig zu besuchen. Dazu sind im Schrank Kleider, eure Bäder sind ausgestattet mit Handtüchern und das Zimmer Mirabella und Primrose besitzt sogar einen Balkon. Ah und eure Zimmerschlüssel sollten auf dem Tisch liegen, wenn nicht meldet euch. Ich geh jetzt noch weiter und wir sehen uns spätestens Morgenfrüh wieder. Abendessen gibt es, wenn die Melodie ertönt." Nach der Ansage lässt sie uns etwas perplex stehen. Die ganzen Informationen sollten wir uns jetzt merken? So unwichtige Sachen wie, dass wir eine Verbindungstür haben kann ich mir natürlich merken. Ich hoffe nur Mira war nicht so dumm und hat sich nicht sowas gemerkt, sondern die wichtigen Dinge!

Kaum treten Mira und ich ein, bleibt uns jeglicher Sauerstoff Zugang versperrt und Worte finden auch keinen Ausweg mehr. Hell und Freundlich ist der große Raum. Nichts im Gegenteil zu denn muffigen, kleinen und dunklen Zimmer unterm Dach bei unserer Tante.
„Das ist ja mal der Oberhammer!" Mira schmeißt sich mit ihren Taschen auf das Bett an der Wand. Direkt gegenüber befindet sich ein zweites Bett. Dieses steht jedoch unter dem Fenster. Von dort aus sieht man bestimmt gut die Sterne. Blind schmeiße ich meine kleine Tasche, mit den wenigen Dingen die ich besitze auf dieses. Ich kann mich gar nicht auf eine Sache konzentrieren, so viel Dinge gibt es hier zu sehen. Rechts an der langen Wand befindet sich ein großer Kleiderschrank und eine Tür. Es ist bestimmt die Verbindungstür. Ebenfalls dort steht eine Art Schreibtisch, wo noch zusätzlich ein riesiger Spiegel drüber hängt. Eine Weitere Tür ist direkt links neben der Eingangs Tür. Dahinter könnte sich das Bad befinden. Aber mich interessiert mehr die offene Tür. Ich gehe durch den von Rosenranken umschlungenen Bogen und finde mich auf einem großen Balkon wieder. Sofort bin ich gefesselt von dem Ausblick. Einfach der Wahnsinn! Nicht sehr hoch über dem Boden befinden wir uns, ungefähr 10 Meter. Unter uns befindet sich direkt ein Innen Hof. Er wird umrandet von Hecken und Bäumen. An der Palast Seite befinden sich überdachte Wege mit schönen verzierten Bögen. Es ist wie in einem Traum. Von weit her hört man Wasser rauschen und Vogelgesang liegt in der Luft. Der Wind weht mir den Duft von frischen Blättern um die Nase. Es ist einfach unbegreiflich.
„Prim!!!" War ja klar das, dass kommen musste. Etwas mürrisch Wende ich mich von dem Anblick ab und gehe zurück in das Zimmer. Ich werde noch lang genug, die Schönheit dieses Ortes genießen können. Vielleicht auch den Rest meines Lebens, als Wache.

Im Zimmer sehe ich zuerst gar keine Mira.
„Mira? Wo bist du denn?"
„Im Bad. Komm her das musst du dir anschauen!" Ich gehe zu ihr und schaue mich in dem echt großen Badezimmer um.
„Ist das nicht der helle Wahnsinn, was das für ein Bad ist?! Es gibt fließendes Wasser!" Ein Nein würde Mira hier wohl nicht dulden, aber ich hab auch keinen Grund für ein Nein. Es ist wirklich ein tolles Badezimmer. Dagegen haben wir ja in einer Zerbrechlichen und maroden Bruchbude gewohnt. Zudem ohne fließendes Wasser, so etwas kenne ich überhaupt nicht. Nur reiche können es sich leisten oder das Königshaus.
„Ich werde mich erst einmal frisch machen, schließlich kann ich unmöglich so zum Abendessen gehen und du solltest das Selbe machen!" Damit bekomme ich die Tür vor meiner Nase zugeschlagen. Ich sage dazu aber nichts, so kenne ich meine Mira. Nicht vor den Mund gebunden.

Mein Blick gleitet an mir herunter. Mira hat wirklich recht. Meine ganzen Beine sind voller Schlamm und meine Haare, fühlen sich auch nicht mehr angenehm an.
Vorsichtig drehe ich den Knauf am Schrank um und muss Schlucken. Hier hängen nicht nur Trainingskleidung sonder auch, wundervolle Abendkleider. Meine Hand fährt über die edlen Stoffe. Angenehm und hochwertig fühlen sie sich an.
„Ah super, darf ich kurz!?" Wie aus dem nichts taucht Mira neben mir auf, nur in ein Handtuch eingewickelt und nimmt sich eins der Kleider.
„Gehst du jetzt ins Bad?" Ich nicke, nehme mir ein Kleid und verschwinde im Bad.

Im Bann des Bogens (LegolasFF) Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt