2.

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Als ich aufwachte wuselten schon alle um mich herum. Ein riesiger Spiegel stand in der Mitte des Raumes und tausende Blumen und Bänder waren überall verteilt.

"Du bist wach!" Zoe kam auf mich zu und half mir aus dem Bett.

"Mmmmhhh...", antwortete ich nur, woraufhin Zoe lachte.

Ich blinzelte und torkelte ins Bad, wo ich mir erst einmal kaltes Wasser ins Gesicht warf.

Heute war also der Tag. Der Tag an dem sich mein Leben von Grund auf ändern sollte. Die Verantwortung der Krone und des Volkes lagen dann einzig und allein bei mir. Ich konnte nur hoffen, unter dem Gewicht nicht zu brechen.

Ich starrte mein Spiegelbild an. Ich sah meiner Mutter unglaublich ähnlich. Die langen blonden Haare, die großen, grünen Augen...

Ich war nicht hässlich, aber jedes zweite Mädchen war blond und generell war mein Äußeres eher durchschnittlich.

Nur die Sommersprossen auf meiner Nase hoben mich von den Anderen ab.

Zoe klopfte an. "Kommst du? Wir müssen anfangen dich fertig zu machen."

Ich kam aus dem Bad und sie begleitete mich zu einem Stuhl. Ich bekam ein leichtes Make-up, das meinen Tain hervorhob.

Meine Haare steckte Zoe hoch und verzierte sie mit Blumen.

Dann kam das Kleid. Es war ein Akt hinein zu kommen, doch es saß perfekt und war wunderschön.

Als ich mich im Spiegel betrachtete kam eine Welle der Panik über mich.

Alles wartete auf mich. Ich war erst achtzehn. Wie sollte ich es hinkriegen meinem Volk eine bessere Zukunft zu geben?!

"Ich kann das nicht. Ich werde alle enttäuschen", rief ich und mir kamen die Tränen.

"So ein Blödsinn", sagte Zoe entrüstetund stemmte die Arme in die Hüften.

"Wehe du fängst an zu weinen. Dann müssen wir dein Make-up neu machen.", ergänzte Eleona energisch.

Sie hatte sich hübsch gemacht, genau wie Zoe.

"Du siehst toll aus." Amras hatte das Zimmer betreten. "Ihr seht toll aus, Eleona.", sagte er mit einem Blick auf die kleine Frau, die sofort rot wurde.

"Kann es losgehen?", fragte er dann. Ich nickte leicht, wenn auch nicht überzeugt. Ich musste mich zusammennehmen, wenn ich wollte, dass ich den heutigen Tag überstand.

Wir gingen durchs Schloss, das wie leer gefegt war. Alle Menschen warteten draußen auf mich.

Als ich vor Tor kam fing Musik an zu spielen. Es war surreal.

Die Menschen hatten einen Gang geformt, durch den ich nun hindurch schritt.

Alle jubelten. Alle bis auf mich. Man sah mir den Schreck wohl im Gesicht an, denn Zoe legte eine Hand auf meine Schulter.

"Du schaffst das, ich glaube an dich.", flüsterte sie mir zu.

Ich begann durch den Gang, den die Menge geformt hatte zu laufen. Alles wurde ein bisschen unscharf. Ich blinzelte, um zu sehen, wo ich überhaupt hinlief. Das Jubeln der Menschen war nur noch dumpf in meinen Ohren zu hören.

Ständig hatte man mich isoliert. Auf derartiges war ich nicht vorbereitet gewesen. Obwohl mich Viele nicht auf dem Thron sehen wollten, schien mich ein großer Teil doch zu unterstützen.

Legolas - Aineoena's GeschichteWo Geschichten leben. Entdecke jetzt