Kapitel 4 - Unfreiwillige Verbindung

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„Huch!", entfuhr es Cari, als sie keine fünf Meter vom Haus auf Hakki traf. Der erfahrene Pan kniete mit dem Rücken zu ihr am Boden. „Hakki, ich brauche dringend deine Hilfe. Es g-"

Cari blieb der Satz im Hals stecken, als sie sah was oder besser wer vor dem Heiler auf dem Boden lag: Yara

Weiß wie die Wand sah sie aus wie eine Leiche. Ohne weiter nachzudenken ließ sich Cari auf die Knie fallen und legte eine Hand auf Yaras Hals.

„Sie hat noch Puls, was ist also mit ihr los?", fragte sie Hakki und sah ihn mit großen Augen an. Dieser zuckte mit den Schultern.

„Ich habe sie eben erst gefunden, als sie zusammengesunken an der Hauswand lehnte."

„Ist sie schlimm verletzt?" Routiniert strich der Pan über Yaras Gesicht und ihren Rumpf.

„Hm... seltsam", murmelte er und wiederholte die Prozedur.

„Was?"

„Es fehlt ihr nichts. Dennoch ist sie aufgrund großer Schmerzen in Ohnmacht gefallen."

Caris Atem stockte. „Hakki, hilf mir sie ins Haus zu bringen", wies sie ihn an und legte sich behutsam Yaras linken Arm um die Schultern. Hakki, nicht viel größer als sie selbst, tat es ihr mit Yaras rechtem Arm gleich.

Ich glaube ich weiß, was hier los ist, dachte Cari und stieß mit einem Fuß die Hintertür auf, damit sie zusammen mit Hakki und der bewusstlosen Yara eintreten konnte.

Verwirrt blinzelte ihnen Arik entgegen, als sie vor ihm stehen blieben.

„Gerade hinsetzen." Zögerlich kam Arik Caris harscher Anordnung nach und lehnte sich auf dem Stuhl zurück.

„Was... ?!", entfuhr es ihm, als Cari und der Pan ihm die leblose Drachenfrau auf den Schoß legten.

„Festhalten", befahl Cari und wartete, bis Arik seine Arme um Yara gelegt hatte.

„Ist es jetzt besser?" Die Frage kam von dem fremden Pan, der mit Cari das Haus betreten hatte. Arik vermutete, dass das der Heiler war, von dem Cari gesprochen hatte.

„Es... tatsächlich. Die Schmerzen sind weg", stellte Arik erstaunt fest und musterte den anderen Mann. „Was hat das zu bedeuten?"

Doch statt dem Pan antwortete die Harpyie: „Es liegt an Yaras Blut, das durch deine Adern fließt. Und wahrscheinlich auch an ihrer Magie." Arik schwante Übles. Er wusste genau, auf was Cari hinauswollte.

„Du willst mir jetzt nicht sagen, dass ich an sie gebunden bin, oder?"

„Ich fürchte doch", warf der Heiler ein, hob aber beschwichtigend die Hände, als Arik ihn kalt musterte. „Keine Sorge, das ist nicht dauerhaft. Was auch immer Yara mit Euch angestellt hat, die Wirkung lässt nach."

„Und wie lange?"

Cari rieb sich über den Nacken und sah fragend zu Hakki. „Vielleicht zwei Wochen. Auf den Tag genau lässt sich das nicht bestimmen."

„Großartig", murrte Arik und sah auf Yara hinunter. Ihr Gesicht hatte wieder Farbe angenommen, doch wach war sie nicht.

Yara brennt die Stadt nieder, wenn sie das erfährt, ging es Cari durch den Kopf. Dies war genau die Situation, die Yara vermeiden wollte: Gebunden an einen Mann.

Wenn es wenigstens ein normaler wäre und kein möglicher Psychopath, der hundert Jahre als Kette verbracht hat, dachte Cari.

Es war diese Phase des Wachwerdens, in der man sich noch entscheiden konnte: Entweder weiterschlafen oder aufwachen.

DrachenfeuerGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt