"Ich dachte, es wäre nicht so weit zu dir. Warum hast du noch nicht geschrieben? Ist alles gut?"
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-Minghao pov-
Schon auf dem Heimweg schaue ich andauernd auf mein Handy.
Warum mache ich mir nur so Sorgen? Jun ist doch bei ihr.
Oder ist es grade das?
'Ich wollte dich eh noch was Fragen', höre ich ihre Stimme noch immer nachhallen. Was will sie von ihm?
Zu Hause gehe ich in mein Zimmer und sehe direkt Y/n's Schuhe noch da stehen, wo sie sie ausgezogen hat.
Ich kann nicht anders, als vor mich hinzugrinsen. Sie ist so vergesslich.
Ich setzte mich auf mein Bett und checke erneut mein Handy. Immernoch nichts.
Das kann doch nicht sein. Sie müsste jetzt schon zu Hause sein.
Vielleicht hat sie mich vergessen?
Bei dem Gedanken verschwindet mein Lächeln und ich entscheide, ihr einfach zu schreiben, was ich beim Durchlesen der bereits versendeten Nachricht direkt bereue.
"Ich dachte, es wäre nicht so weit zu dir. Warum hast du noch nicht geschrieben? Ist alles gut?"
Das klingt ja wie ein eifersüchtiger Freund. So war das doch nicht gemeint!
Doch gerade, als ich die Nachricht löschen will, wird sie als gelesen angezeigt.
'Nein!', schreie ich innerlich, während ich mein Gesicht in meinen Händen verstecke.
Beschämt schaue ich wieder auf mein Handy. Sie hat geantwortet.
"Bin zu Hause, alles gut :)
Aber kannst du S.Coups meine Schuhe zur Generalprobe mitgeben? Ich hab sie bei dir vergessen und weiß nicht, ob Jun daran denkt."
Worte können nicht beschreiben, wie erleichtert ich bin, dass sie die Nachricht so aufgefasst hat, wie sie gedacht war.
Doch dann kommt mir wieder in den Sinn, was Y/n gesagt hat, bevor sie mit Jun ging. Was wollte sie von ihm?
"Klar, mach ich. Aber sag mal, was wolltest du von Jun wissen?", tippe ich schnell in mein Handy ein und überlege dann nochmal. Sollte ich das so fragen? Es geht mich ja eigentlich nichts an. Ich hänge also noch ein "Nur wenn du antworten willst." an und verschicke dann die Nachricht.
Ich beobachte, wie sie als gelesen angezeigt wird und dann wie sich der 'online' Schriftzug zu 'schreibt' ändert und wieder zurück. Dann geht sie offline und ich lege mein Handy weg.
Ich hätte nicht fragen sollen.
Ich lege mich auf mein Bett und schaue zur Decke.
Was mache ich eigentlich?
Was denke ich mir dabei?
Ich bin ihr Trainer, nicht ihr Freund.
Warum werde ich überhaupt so eifersüchtig? Wenn sie lieber von Jun nach Hause gebracht wird, als von mir, dann ist es halt so. Ihr Privatleben geht mich nichts an. Ich sollte mich besser im Griff haben...
In dem Moment kommt Jun mit einem breiten Grinsen ins Zimmer: "Hey Ming, wenn man einem Mädchen ein Kompliment macht, meinst du nicht, dass es mehr Sinn ergibt, wenn sie es auch versteht?"
"Was?", ich verstehe nicht, worauf er hinaus will.
Ich setze mich auf meinem Bett wieder auf und mein Zimmergenosse setzt sich neben mich.
"Jemand hat Y/n auf chinesisch 'too cute' genannt. Sie wollte, dass ich für sie übersetze."
Oh Gott, das wollte sie ihn fragen.
"Hast du?", frage ich meinen besten Freund ziemlich verzweifelt. Wenn sie weiß, was ich gesagt habe... das ist so peinlich!
"Also gehe ich richtig in der Annahme, dass dieser jemand den sie erwähnt hat, du bist?", er hat immernoch ein breites Lächeln im Gesicht. Von außen wirkt die Situation garantiert zu lächerlich.
Ich lasse meinen Kopf wieder in meine Hände versinken. Das ist zu viel für mein Ego.
"Ich habe es nicht übersetzt. Aber du solltest es ihr sagen..."
"Nein! Spinnst du? Wie kommt das denn rüber?", falle ich ihm, gröber als ich wollte, ins Wort.
Doch Jun redet einfach ruhig weiter: "Für sie hätte es alles bedeuten können. Sie dachte sogar kurz, du hättest sie beleidigt."
"Aber das würde ich doch niemals tun...", gebe ich leise von mir, "Nur, ich kann es ihr nicht sagen. Wie stehe ich dann da? Ich bin ihr Trainer und als solchen sieht sie mich. Ich sollte diese Grenze nicht überschreiten."
Jun merkt, wie deprimiert mich der Gedanke, nur Trainer zu sein, macht. Er legt einen Arm um mich und zieht mich näher an sich, sodass ich meinen Kopf an seine Schulter legen kann.
"Sei mal ehrlich zu dir selbst, Ming. Du magst sie und diese 'Trainergrenze' hast du auch schon längst überschritten, ob mit Absicht oder ohne."
"Nein, so ist das nicht", versuche ich, das Gesagte abzustreiten und höre, wie sich Jun ein Lachen verkneift.
"Ming, du hast dich mit ihr eingeschlossen, hast dir aus Eifersucht einen Hahnenkampf mit Cheol geliefert und minutenlang mit ihren Haaren gespielt und an ihrer Kapuze rumgezupft, weil du dich weder verabschieden, noch sie mit mir weglassen wolltest. Und das war nur heute. Glaub mir, die Grenze siehst du schon gar nicht mehr."
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Adore U
FanfictionSeventeen The8 FF "Ich bin gekommen um Tänzer zu werden und was bin ich? Putzfrau. Hätte ich zu Hause auch werden können. Dafür hätte ich nicht das Land verlassen müssen...." Y/N ist nach Südkorea gekommen, um ihren Traum, professionelle...
