Wir alle verändern uns.
Wir wachsen, bekommen graue Haare und Falten.
Doch im Innern sind Veränderungen am häufigsten. Gravierender.
Meistens bleiben sie unbemerkt, bis man zurückschaut und einem die Unterschiede ins Auge stechen.
Doch manchmal bemerkt man sie. Manchmal sieht man sie.
Augenringe, Narben, bleiche Haut, rote Augen. Dies alles sind Merkmale einer Veränderung.
Man nimmt die Zeichen hin ohne zu fragen, manchmal ohne weiter darüber nachzudenken.
Doch sieht man ausgeschlafen aus, hat neue Sommersprossen und leuchtende Augen, bemerkt es jeder. Man wird darauf angesprochen.
Dann erzählt man von seiner Veränderung.
Weil es die Leute interessiert.
Frag man jemanden mit Augenringen nach seiner Veränderung, winkt er nur ab oder erfindet eine Ausrede. Weil es niemanden interessiert.
Niemanden interessieren die Narben und Wunden der Welt. Die Dunkelheit, die Schatten.
Man wendet sein Gesicht der Sonne zu, schließt die Augen und genießt die Wärme.
Doch Wunden müssen gepflegt werden. Versucht man, sie zu verdecken, entzünden sie sich, oder trocknen am Hemdsärmel fest.
Dann werden sie wieder aufgerissen, und der Schmerz beginnt von neuem.
Geht man in die Sonne, wir man geblendet. Sieht vor lauter Licht keinen Schatten mehr.
Ich habe nicht gefragt. Ich habe mich blenden lassen.
Habe die blasse Hau für zu helles Make-Up gehalten. Habe mich nie über die langen Ärmel im Sommer gewundert.
Heute verschließe ich meine Augen vor dem grellen Licht, und öffne sie erst im Schatten.
Hätte ich das früher gemacht, wäre das alles nicht passiert.
Hätte, hätte, hätte.
Gedankenverloren fahre ich die Kerben des dunklen Holzes nach. Der Tisch einer alten Bar hat beinahe etwas magisches.
Ein im Streit auf den Tisch geknalltes Messer, ein zu langer Fingernagel der nervös über den Tisch kratzt, ein gelangweiltes Kind das mit der Schere das Holz abkratzt. Dies alles hinterlässt Spuren, über die sich andere Leute später Gedanken machen.
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What's your story?
ContoAlles hat seine eigene Geschichte. Manchmal sieht man sie auf den ersten Blick, doch meist bleibt sie verborgen.
