Kapitel 30 | Jimin

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I decided to go on the path and get away with everything,
If I fail,
I

get back up again.



Jimins Sicht:
Mittlerweile verbrachte ich beinahe jeden Tag bei Taeyong.
Meine Mitglieder sah ich nur noch bei den Proben.
Auch die Nächte wich ich Yongie nicht von der Seite.
Und als er dann auch noch krank wurde, zog ich beinahe eine ganze Woche bei ihm ein, sagte selbst das Training ab, um mich so gut wie möglich um ihn zu kümmern.
Zugegeben waren die anderen nicht allzu begeistert davon gewesen, da es sich um wichtige Proben gehandelt hatte.
Doch schließlich hatten sie nachgegeben, nachdem ich versprochen hatte, danach keine einzige Probe mehr zu verpassen und die Schritte nochmal alleine zu üben.
Doch als Taeyong wieder fitter war, schickte er mich nach Hause, mit der Begründung, dass ich meine Zeit mit meinen Freunden verbringen sollte.
Diese Aussage machte mir schmerzlich bewusst, dass ich das Versprechen, dass ich Hoseok gegeben hatte, gebrochen hatte.
Anstatt mehr, hatte ich deutlich weniger Zeit mit den Jungs verbracht.
Und um ehrlich zu sein, fühlte ich mich im Dorm nicht mehr so, wie damals.
Es kam mir vor, als wäre die ganze Stimmung angespannt und kalt.
Was ich mir wahrscheinlich selber zuzuschreiben hatte.
Doch das war das Problem.
Ich wusste, dass es meine Schuld war, dass es sich so in der Gruppe entwickelt hatte, wodurch ich Angst hatte den Jungs unter die Augen zu treten, was alles nur noch schlimmer machte.
Auch als ich dieses Mal, nachdem ich Taeyongs Aufforderung nachgekommen war, im BTS- Dorm angekommen war, kam mir die Stimmung bedrückend vor.
Ich hörte die anderen in der Küche reden, doch entschied mich, mich erstmal um meine Sachen zu kümmern, bevor ich mit den anderen sprechen würde.
So zog ich mich wieder im Zimmer zurück.
Die nächsten Tage ging ich den meisten Gesprächen aus dem Weg, da ich nicht wusste, wie ich mit Anschuldigungen und Vorwürfen der anderen klar kommen würde.
Ich sah die Jungs also nur bei den Trainingsstunden, ließ die Mahlzeiten ausfallen oder aber aß auswärts, telefonierte viel mit Taeyong, da wir uns nicht trafen und holte ansonsten meine Tanzstunden nach.
Das schien die nächsten Tage auch durchaus gut zu funktionieren.
Zumindest bis eines Abends Taeyong und mein Telefonat durch ein Klopfen an der Tür unterbrochen wurde.
„Ich melde mich später, Yongie", murmelte ich, bevor ich das Handy zur Seite packte, in der Überzeugung aufgelegt zu haben und murmelte: „Ja?"
Namjoon öffnete die Tür.
Er sah kurz zu dem leeren Bett auf Hoseoks Seite.
Ich hatte mitbekommen, dass er ins Tanzstudio fahren wollte, wo er nun schon den ganzen Nachmittag war.
„Ich muss mit dir reden, Jimin", meinte der ältere und verschränkte die Arme.
Ich erkannte in seinem Blick, dass es kein Gespräch der angenehmen Sorte werden würde.
Ich setzte mich gerade auf und nickte langsam.
Er trat ins Zimmer, schloss die Tür und lehnte sich gegen die Wand, bevor er leise seufzte.
„Du hast dich kaum bei uns blicken lassen. Weder diese Woche, noch in dem ganzen letzten Monat", begann er, „das kannst du nicht machen. Ich dachte wir wären ein Team, eine Gruppe."
„Sind wir doch..."
„Wieso verhältst du dich dann als würdest du kein Teil dieser Gruppe sein wollen? Dass du viel Zeit mit deinem Freund verbringen willst, kann ich verstehen, aber wieso kommst du nicht mal zu uns, wenn du hier bist? Bedeutet dir diese Gemeinschaft nichts mehr?"
Seine Worte trafen mich wie ein Schlag.
„Doch, natürlich. Ihr seid... meine besten Freunde."
„Das dachte ich auch. Nur dann frage ich mich, wieso du uns dann so behandelst? Uns so hängen lässt? Wäre dir eine Solo- Karriere lieber? Mh?"
Ich biss die Zähne zusammen und schüttelte den Kopf.
„Ich will nicht dabei zusehen, wie diese Gruppe zerfällt. Du weißt, wenn etwas sein sollte, kannst du mit uns allen reden, aber wenn dir danach nicht der Sinn steht, dann achte darauf, dass du die Gruppe nicht so zurücklässt. Schließlich waren wir mal wie eine Familie. Nur im Moment sehe ich, deinerseits, nichts mehr davon."
Er nickte noch einmal, bevor er die Tür wieder öffnete.
„Denk darüber nach und heute erscheinst du zum Abendessen!"
Und damit verschwand er aus dem Zimmer.
Ich merkte wie meine Augen zu brennen begannen und versuchte die Tränen zurückzuhalten.
Wut erfüllte mich.
Wut auf mich, da ich offensichtlich alles verbockt hatte.
Der Gedanke daran, dass ich den Jungs heute Abend gegenüber sitzen würde und mir alle einen enttäuschten Blick zuwerfen würden, drehte mir bereits jetzt schon den Magen um.
Außerdem befürchtete ich einen Kommentar Taehyungs Seite, dass er von Anfang an mein Vorhaben für eine schlechte Idee gehalten hatte.
Und ich hegte die Angst, dass sie etwas gegen die Beziehung zwischen Taeyong und mir sagen würden.
Dass sie der Meinung sein würden, es würde mir nicht guttun, so viel Zeit mit ihm zu verbringen.
Ich hatte Angst, sie würden die Beziehung verbieten, da es das beste für die Gruppe wäre.
Meine nächste Entscheidung fiel äußerst spontan.
Ich schnappte mir mein Handy, das ich sofort in der Hosentasche verschwinden ließ, wischte mir einmal über das Gesicht und verließ dann so leise wie möglich das Zimmer.
Nachdem auch im Flur keiner zu sehen war, machte ich mich auf den Weg zur Haustür und verließ das Gebäude.

Das Management hätte mir sicher eine ordentliche Standpauke gehalten, hätte es gewusst, dass ich den Weg zum NCT- Dorm zu Fuß ging.
Alleine eine Maske sollte meine Identität nicht allzu offensichtlich machen.
Und das funktionierte sogar.
Ich kam, ohne einer Horde Fans begegnet zu sein, bei Yongies Dorm an und klingelte.
Nachdem ich auf das Grundstück gelassen wurde, winkte mir bereits Chenle von der Haustür aus zu.
Er grinste breit und begleitete mich ins Innere des Hauses, wobei er einmal laut: „Taeyong hyung!" rief.
Ich hörte, wie im oberen Stock eine Tür geöffnet wurde.
„Was ist denn los?", hörte ich Yongie besorgt rufen, als er die Treppe herunter kam.
Doch sein besorgter Gesichtsausdruck wandelte sich augenblicklich, als er mich erblickte.
Er lächelte überrascht.
„Jimin, was machst du denn hier?"
Ich glaubte kurz etwas anderes in seinem Blick zu sehen, doch was immer es gewesen war, war wieder verschwunden.
Er musterte mich nur fragend.
„Ich wollte dich sehen", murmelte ich.
Taeyong gab sich mit der Antwort vorerst zufrieden, nahm mich kurz in den Arm und drückte mir einen kurzen Kuss auf die Wange.
Doch diesmal war seine Geste anders als sonst.
Er schien es bei dem unschuldigen Kuss belassen zu wollen, was ich auf Chenles Anwesenheit schob.
„Ehm, wissen die anderen das du hier bist?"
Überrascht über seine Frage nickte ich.
„Ja, ich muss ja nicht die ganze Zeit bei ihnen sein. Das geht für sie in Ordnung. Wollen wir... hoch?"
Taeyong musterte mich einen ganzen Moment, bevor er meine Hand nahm und nickte.
Chenle, der uns bis jetzt immer wieder einen kurzen Blick zugeworfen hatte, verschwand nun in eines der Zimmer, doch nicht ohne uns beide noch einmal breit anzulächeln.
Dann setzte sich Yongie in Bewegung und ich folgte ihm, wobei ich unsere Finger miteinander verschränkte.

You got Me || JimTaeWo Geschichten leben. Entdecke jetzt