Ehe ich mich versah, war der Tag des Vorstellungsgespräches schon gekommen. Meine Mutter war immer noch nicht begeistert von meiner Idee, aber es war mir auch eigentlich egal.
Mein Wecker klingelte bereits um 5 Uhr. Mein Termin war erst um 9 Uhr, aber da ich mal mindestens eine Stunde brauchte um mich fertig zu machen und 2 Stunden um nach London zu kommen, stand ich dementsprechend früh auf.
Ich quälte mich also aus dem Bett und ging in Richtung Badezimmer. Nachdem ich mich gewaschen hatte und meine Haare gemacht hatte, ging ich zu meinem Schrank und durchwühlte meine Sachen.
Ich war nie eine Person die sonderlich auf ihr äußeres achtete, also viel es mir umso schwerer, angemessene Kleidung raus zu suchen. Letztendlich entschied ich mich für eine schwarze Hose und eine weiße Bluse. Meine Haare band ich zusammen und zog meine Brille auf. Ich sah nun einigermaßen Vertrauenswürdig aus.
In den letzten 10 Minuten die ich hatte, machte ich mir ein Brötchen und packte meinen Rucksack. Bevor ich mich auf den Weg machte, warf ich noch einen Blick in das Schlafzimmer meiner Mutter. Diese lag tief und fest schlafend im Bett, um sie herum Bierflaschen. Sie hatte wieder getrunken. Ich schrieb ihr noch einen Zettel auf dem stand :" Morgen, bin beim Vorstellungsgespräch. Wenn was ist, ruf an." Das sollte genügen.
Ich riss mir ein Stück Klebeband ab und klebte den Zettel an ihre Tür, sodass sie ihn auch ja sehen würde. Dann ging ich nach draußen und setzte mich in das Auto meiner Mutter.
Es war ein weißer BMW, welchen sie von ihrem Ex Mortimer geschenkt bekommen hatte. Ich startete den Motor und fuhr in Richtung Autobahn.
Stau. Genau an diesem einen Tag stand ich im Stau. Ich lehnte mich zurück und schloss die Augen. Zum Glück hatte ich noch gute 1 1/2 Stunden bis zum Vorstellungsgespräch. In meinem Kopf ging ich nochmal alle Fragen und Antworten durch, die sie mir vielleicht stellen könnte:
Wie alt sind sie? Irgendwelche Aktivitäten außerhalb der Arbeit? Wohnsituation?
Ich überlegte, ob ich nicht einfach lügen sollte. Also bei Aktivitäten einfach ehrenamtliche Regenwurmretterin sagen oder bei Wohnsituation einfach die Adresse von irgendeinem super reichen Schauspieler angeben. Als ich meine Augen öffnete, sah ich, dass der Stau sich gelöst hatte und ich doch noch rechtzeitig ankommen würde.
Als ich endlich in London war, war ich komplett überrumpelt. Ich war einmal mit meinem Vater hier als ich 6 war, aber da haben wir nicht wirklich was gemacht.
Ich hatte vollkommen vergessen, was für eine Aura diese Stadt hatte. Man fühlte sich direkt wohl in der Stadt.
Ich guckte auf mein GPS. "IN 500 METERN LINKS ABBIEGEN. DAS ZIEL LIEGT AUF DER LINKEN SEITE", dröhnte das GPS. Wie sehr ich dieses Ding hasste. Ich fuhr also die vorgeschriebenen 500 Meter und bog ab. Da sah ich das Gebäude schon.
Ich suchte verzweifelt einen Parkplatz, was sich als ziemlich schwierig heraus stellte. Nach ein paar Minuten stellte ich mich neben einen schwarzen Porsche. Wow, hier verdiente man anscheinend echt nicht schlecht. Ich nahm meinen Rucksack und ging in das Gebäude.
Innen drin war alles sehr hell und Edel gehalten, große Fenster überall und ein weißer Marmorboden. Vereinzelt standen bunte Blumen rum und es gab 2 Aufzüge, wo jeweils 2 Security Männer vorstanden.
Ich ging zum Empfang, auch dieser Tisch war aus feinstem Marmor.
"Hallo, wie kann ich ihnen helfen?", fragte mich die etwas ältere Sekretärin.
Sie hatte blondes Haar und wie ich eine Brille, sie war simpel gekleidet, eine blaue Jeans und eine weiße Bluse bei der die Knöpfe teilweise falsch geknöpft waren. Vermutlich hatte sie es morgens eilig oder sie hatte mit einem von der Security ein interessantes treffen in der Besenkammer.
"Hallo, ich bin Tessa Rutherford. Ich bin hier wegen eines Vorstellungsgespräches bei Mrs. Daniels." Ich versuchte so nett wie möglich zu wirken, was mir anscheinend auch geling.
"Okay moment...ja genau. Sie müssen in den 4 Stock, dann links und das dritte Zimmer von Rechts!", sagte sie freundlich und lächelte.
Ich bedankte mich und ging in Richtung Aufzug. Bei einem Guard konnte ich erkennen, dass er ebenfalls sein Hemd falsch geknöpft hatte. Also lag ich doch richtig.
Ich ging also in den Aufzug und drückte auf die leuchtende vier an der Wand. Nach kurzem fahren verließ ich den Aufzug und ging nach Links. Nun stand ich in einem langen Flur mit lauter Räumen, die alle gleich aussahen.
Ich ging also zur dritten Tür auf der rechten Seite und klopfte. Nach wenigen Sekunden öffnete mir eine Frau, vielleicht mitte 30, die Tür.
"Hallo, sie müssen Ms. Rutherford sein! Ich bin Lucy Daniels, freut mich!", sagte die Frau und bat mich herein.
Sie hatte lange, schwarze Haare die sie offen trug und dezentes Make Up aufgetragen. Sie trug einen schwarzen Rock und eine dunkelblaue Bluse, dazu dunkelblaue High Heels.
Das Büro war komplett weiß und Modern eingerichtet, hinter dem Schreibtisch war ein riesiges Panorama Fenster. Das war der purer Luxus.
Ich nahm auf einem weißen Lederstuhl vor ihrem Tisch platz, sie setzte sich ebenfalls.
"Okay also beginnen wir. Wie ist denn ihr vollständiger Name und woher kommen sie?"
"Ich heiße Tessa Maureen Rutherford und komme aus Brighton."
Mrs. Daniels schrieb alles mit.
"Und wie alt sind sie? Und haben sie schonmal als Software-Entwicklerin gearbeitet?"
"Ich bin 24 Jahre alt und ja das habe ich. In meiner letzten Firma war ich eine der besten, aber ich hatte erhebliche Probleme mit meinem Chef, weshalb ich gekündigt habe"
"Und wie wohnen sie?" Okay da war es. Die Frage vor der es mir graute.
"Ich...Äh...Wohne alleine. In einer kleinen Wohnung in der Nähe vom Pier.", log ich und spielte nervös an meinem Armband rum.
"Haben sie irgendwelche Hobbies, die sie außerhalb der Arbeit ausüben?"
"Nun ja ich zeichne sehr gerne und gehe öfters mal Joggen."
Danach besprachen wir noch ein paar Dinge wegen des Jobs, des Gehalts, Arbeitszeiten usw.
"Aber sie müssen wissen, dass es besser ist bei uns zu arbeiten wenn man in London wohnt!"
Ich nickte. "Ich habe bereits eine gefunden" Wow, warum konnte ich nicht aufhören zu lügen?
"Okay, perfekt! Ich sehe, dass sie wirklich eine sehr anständige Person sind. Sie haben einen Perfekten Abschluss und sehen sehr Vertrauenswürdig aus. Von mir aus können sie gleich anfangen hier zu arbeiten!", sagte Mrs. Daniels und grinste mich an. Ich musste lächeln. Das war der Hammer!
"Gerne doch, es wäre mir eine Ehre!" Okay das war kitschig.
"Ich würde ihnen dann noch eben ihren Kollegen vorstellen, der sie einarbeiten wird wenn das in Ordnung ist?"
Ich nickte. Schon gingen wir in Richtung meines zukünftigen Arbeitsplatzes. Dort angekommen sah ich mich um. Es gab dort überwiegend junge Leute, die alle ziemlich mitgenommen aussahen.
"Also Ms. Rutherford ich möchte ihnen gerne Mr. Moriarty vorstellen."
"Hey ich bin Jim!", sagte mein neuer Kollege und reichte mir die Hand. Ich lächelte und nahm sie an.
" Hey ich bin Tessa", sagte ich und musterte ihn.
Seine Haare waren Schwarz und stark nach hinten gegelt, er hatte dunkelbraune Augen und war glatt rasiert. Er war einfach angezogen, aber jedoch zu normal. Irgendwie kam er mir ziemlich schwul rüber, aber vergessen wir das mal.
"Also, Mr. Moriarty wird sie nun einarbeiten, bei Fragen immer zu mir kommen!", sagte meine Chefin und ging dann.
"Okay, wollen wir loslegen?", fragte Jim und lächelte mich an.
"Na klar"
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Anders (Sherlock Fan Fiction)
Fanfiction"Lieber ein Leben als Engel, oder ein Leben als Teufel?" Die 24 jährige Tessa Rutherford führte ein einseitiges Leben. Sie hatte einen schlechten Job, eine anstrengende Familie und kaum Freunde. Doch als sie eines Tages durch ein Jobangebot nach Lon...
