Kapitel 9: Seitenwechsel?

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Ich starrte Sherlock nur an. Er drückte fester zu. "Sag mir, was das ist.", sagte er aggressiv und hielt mir die Kamera direkt in Gesicht. "Ich, Ich weiß es nicht", brachte ich hervor und er ließ nach. "Wer soll es sonst wissen?" "Keine Ahnung." Er ließ mich komplett los und sah mich an. "Soweit ich weiß, war in letzter Zeit niemand außer mir und John in der Wohnung. Du und Mrs. Hudson sind die einzigen die jederzeit in die Wohnung könnten und glaube nicht, dass Mrs. Hudson uns ausspioniert." "Tja, ich bin es auch nicht.", sagte ich und ging in Richtung Treppe. "Ich werde sie im Auge behalten.", sagte Sherlock und ging in seine Wohnung. Wow, jetzt siezt er mich wieder. Ich ging in meine Wohnung und Schloss die Tür. Sofort holte ich mein Handy raus und rief Jim an. Nach einer Weile ging er dran. "Er hat die Kameras gefunden.", sagte ich und Jim schwieg. "Wie konnte das passieren?", fragte er unheimlich ruhig. "Keine Ahnung. Er weiß, dass ich sie versteckt habe." Wir beide schweigten. "Okay, dann ist das so. Das einzige Problem ist, dass man die Kameras orten kann.", sagte Jim und ich merkte, dass er kurz vorm durchdrehen war. "Und jetzt?" "Jetzt? Du sorgst dafür, dass er die Dinger nicht zurückverfolgen kann. Gib dein bestes, wenn die Sache schief geht, gehst du mit mir unter.", sagte Jim und legte auf. Wie sollte ich das bitteschön anstellen? Wieso gab er mir immer so beschissen Aufgaben?! Ich schmiss mein Handy auf Seite und dachte nach. Sollte ich einfach beide umbringen? Sie entführen und nach Madagaskar verschiffen? Die Kameras holen und mich in den sicheren Tod stürzen? Nein, das brachte alles nichts. Plötzlich vibrierte mein Handy. Ich sah nach und sah, dass Cole mir die Akte geschickt hatte. Er hatte alles negative aus meiner Vergangenheit gelöscht und mich zu einer total langweiligen Person gemacht. Ich war mein ganzes Leben lang anscheinend unauffällig gewesen, hatte langweilige Hobbies und langweilige Freunde. Claire und Pete hatte er aus der Akte gestrichen, sodass die beiden nicht verdächtigt werden könnten. Ich bedankte mich bei Cole und legte mein Handy weg. Der vernahm den Klang von Sherlock's Stimme im Flur, er und John gingen wohl weg. Das war meine Chance, aber ich zögerte. Es wäre zu einfach, in die Wohnung zu gehen und die Kameras zu "klauen". Ich öffnete meine Tür und ging runter zu ihrer Wohnung. Ich öffnete die Tür. Er hatte keine Kamera angebracht und auch kein anderes Sicherheitszeug. Ich sah mich nochmal genau um und überlegte. Die Kameras mitzunehmen, wäre zu auffällig. Da sah ich John's Computer. Ohne den, könnten sie die Kameras sicherlich nicht orten. Ich nahm vorsichtig den Computer hoch und verließ die Wohnung. Ich ging in meine Wohnung und loggte mich ein. Das Passwort 1234 war echt das dümmste was es gab. Ich suchte nach den Programmen, womit man Sachen Orten konnte und löschte diese. Dann schaltete ich den Computer aus und legte ihn unter meine Matratze. Hier würden die schon nicht suchen. Ich ging zurück ins Wohnzimmer, wo ein entspannter Abend mit ganz viel Netflix auf mich wartete.

Gepolter weckte mich auf. Anscheinend war ich eingeschlafen, während ich "You" guckte. Es war vermutlich nicht die beste Idee, diese Serie zu gucken, während ich andauernd verfolgt werde, aber egal. Auf dem Fernseher stand "Schauen sie noch?" und es war hell draußen. Wow, das nenne erholsamer Schlaf. Das Gepolter wurde lauter, plötzlich schwang meine Tür auf und Mrs. Hudson kam herein gestürmt. Ich sah sie immer noch voll übermüdet an. Sie sah ruhig aus, obwohl die so laut die Treppen hoch lief das man meinen könnte, dass sie auf der Flucht vor 10 Mördern war. "Schätzchen, hast du die Miete?", fragte sie ruhig und lächelte. War das ihr ernst? Ich stand auf, ging zum Esstisch und nahm einen Briefumschlag mit Geld hoch und gab ihn ihr. "Okay Liebes, danke!", sagte sie und ging. Deswegen hat sie mich geweckt? Ich ging zurück auf die Couch und griff nach meinem Handy. Ich hatte 10 neue Nachrichten von Jim. "ER KOMMT, ER WEIß WO ICH BIN, WOHER WEIß ER DAS, HAST DU ES IHM GESAGT?", stand allein in der ersten Nachricht und die anderen waren nicht besser. Ich bekam Panik. Scheiße, was sollte ich tun? Das war meine Schuld. Ich schnappte mir meine Jacke und rief Sebastian an. Ich durfte keine Zeit verlieren, ansonsten wäre ich verloren.

P.o.v Sherlock
Ich hatte es endlich geschafft die Kameras zu orten und die Adresse, von denen die Kameras beobachtet werden ausfindig gemacht. John und ich saßen in einem Taxi in Richtung der Adresse, als ich plötzlich eine Nachricht von einer unbekannten Nummer erhielt. "Komm zum St. Bart's Hospital. Wenn du spielen willst, dann lass uns spielen! JM". Moriarty wollte sich ausliefern, war das zu glauben? Vor wenigen Wochen hatte er noch Leuten Sprengstoff an die Brust geschnallt und sie für ihn Nachrichten vorlesen lassen, aber jetzt will er sich stellen? An der Sache war etwas faul, ich spürte das. Trotzdem gab ich dem Taxifahrer die neue Adresse durch und dieser änderte die Richtung. "Wieso St. Barts Hospital?", fragte John und sah mich an. Ich gab ihm mein Handy und er las sich alles durch. "Das ist eine Falle, bist du dir sicher, dass du das machen willst?" John sah mich besorgt an. Er war ein guter Freund, beinahe zu gut für mich. "Ja, ich muss alledem ein Ende setzen. Moriarty muss gestoppt werden.", sagte ich und das Taxi hielt an. Ich öffnete die Tür und ging in das Gebäude. John hatte ich gesagt, dass er unten bleiben solle, nur für alle Fälle. Auf dem Dach angekommen, sah ich Moriarty schon, welcher am Rand des Hauses saß und "Stayn' Alive" hörte. "Ahhh Sherlock, schön das du auch endlich da bist!", rief er und stand auf. Er kam auf mich zu. "Moriarty.", sagte ich und nickte. "Also, du hast also von unseren Kameras mitbekommen?", fragte mich der Verbrecher und ich nickte. "Hat Tessa Rutherford sie versteckt?", fragte ich ihn und er grinste. "Ja hat sie, aber auch nur weil ich ihr gedroht habe. Die ist so verklemmt, beinahe so verklemmt wie du, Sherlock!", sagte Moriarty und ging um mich rum. "Was willst du von ihr?", fragte ich und er blieb vor mir stehen. "Was ich will? Ich will dich vernichten! Aaaaber das ist komplizierter als ich dachte. Also brauchte ich jemanden der alles macht was ich sage, nur weil ich eine kleine Drohung mache!" Moriarty grinste mich nun an. "Was hast du ihr gesagt?" "Ich hab gesagt, dass wenn sie mir nicht hilft, ich sie bei der Polizei verpetzen würde." "Was willst du der Polizei sagen?" Er schwieg. "Warum sollte ich dir das sagen? Willst du als erster bei Lestrade sein? Wir können gerne ein Wettrennen machen wenn du willst!" Ich amtete tief ein. "Womit hast du sie erpresst?", fragte ich nochmal. "Na gut. Aber nur weil du es bist." Er kam mir ziemlich nah. "Sie hat ihren Onkel umgebracht, zusammen mit ihren Geschwistern.", flüsterte er und ich sah ihn ungläubig an. Ich gebe zu, sie ist mir nicht ganz geheuer, aber selbst das würde ich ihr nicht zutrauen. "Das kann nicht sein. Außerdem hat sie keine Geschwister, ich habe ihre Akte gelesen.", sagte ich und Moriarty lachte wieder. "Nur weil sie ihre Akte geändert hat, heißt es nicht, dass es der Wahrheit entspricht!" Ich dachte nach. Die ganze Sache musste Enden. "Ich weiß, dass du hier keine Lust drauf hast. Das ich deine kleine perfekte Welt, in der nur du Recht hast, zerstöre. Aber ich muss es tun. Ich muss Sherlock Holmes zerstören!" Moriarty kam näher und ich wich zurück. Ich hatte keine Waffe bei mir, nur John. Moriarty griff in seinen Mantel und holte eine Pistole raus und zielte auf mich. "Es tut mir leid, aber es kann nur ein Genie geben und das bin ich!", sagte Moriarty und war drauf und dran abzudrücken, als wir beide einen Schuss von der Seite vernahmen, welcher Moriarty traf. Er fiel zu Boden, aber blutete nicht. Es war nur ein Betäubungspfeil. Ich sah zur Seite und konnte nicht glauben wer abgedrückt hat: Tessa. Sie stand ruhig neben einem anderen Mann, der mir unbekannt war und zielte immer noch auf Moriarty, welcher nun tief und fest schlief. "Was sollte das?", fragte ich und die beiden sahen mich an. "Hätte er dich lieber umbringen sollen?", fragte Tessa sichtlich genervt. Was war nur über sie gekommen? "Ich nehme ihn und verschwinde. Ich rufe dich später an.", sagte der Mann und ging zu Moriarty. Ich sah den großen, durchtrainierten Mann misstrauisch an, während er Moriarty über die Schulter warf und ihn weg trug. Ich ging auf Tessa zu, sie hatte die Waffe bereits weggesteckt. "Danke.", murmelte ich und sie nickte. "Ich weiß, womit Moriarty dich erpresst hat." Sie sah mich schockiert an. Sie wurde Leichenblass und bewegte sich nicht. "Ich weiß auch, dass du deine Akte geändert hast, damit ich nichts finde." Sie bekam anscheinend Panik. "Was weißt du?", fragte sie. "Ich weiß, dass du Geschwister hast und ihr euren Onkel getötet habt.". Tessa überlegte kurz, dann fing sie an zu lachen. Ich sah sie verwundert an. "Oh nein, komplett falsch! Die Geschichte war viel schlimmer.", sagte sie und ihr Gesichtsausdruck verdunkelte sich schlagartig. "Was ist passiert?"

Anders (Sherlock Fan Fiction)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt