Innerhalb von Sekunden war ich auf den Beinen, jedoch konnte ich kaum etwas erkennen. Als sich die Tür aber gänzlich öffnete stand dort...Blake? Was machte er denn hier? Verwirrt ließ ich die Arme sinken, die ich für alle Fälle angespannt gehoben hatte. Das Licht schien von hinten auf den Schwarzhaarigen und die dunkle Kleidung ließ ihn ziemlich düster wirken. Der Schlüsselbund in seiner Hand klimperte leicht bei jeder seiner Bewegungen.
"Wir müssen uns beeilen", zischte er leise, nahm einfach meine Hand und zog mich vorwärts. Beinahe wäre ich dabei gegen die Türkante geknallt. "Sag mal ha...", setzte ich wütend an, doch Blake unterbrach mich. "Psst", machte er und blickt mich über die Schulter an. Dann waren wir auch schon an der nächsten Tür, die er aufschloss. Was zur Hölle sollte das hier werden?!
Natürlich überlegte ich, ob er uns vielleicht befreite, aber diesen Gedanken wischte ich sofort wieder beiseite. Warum sollte er das tun? Vor allem nachdem er klar gemacht hatte, dass er voll und ganz auf Salviars Seite stand. Aber was um alles in der Welt bezweckte Blake dann?
Nachdem er die Tür aufgestoßen hatte, kam Winter dahinter hervor. "Ich habe mich schon gefragt wie lange du brauchst", war sein einziger Kommentar, ehe er sich der Zellentür neben seiner zuwandte. Das trug nicht gerade zur Lichtung meiner Verwirrung bei. Hatte ich irgendwas verpasst? Ich wollte schon Luft holen, um erneut etwas zu Fragen, aber erneut kam ich nicht zu Wort.
"Wir klären deine Fragen später", flüsterte Blake und schloss die letzte Zelle auf. Quinn, der offensichtlich eben noch geschlafen hatte, stolperte mehr heraus als dass er flink war, denn er hatte offensichtlich angreifen wollen. Da er direkt in Blake hinein rannte, hielt dieser ihn fest, sodass sich Quinn an das Licht gewöhnen konnte und sah, dass sie keine Gefahr waren.
Ich konnte praktisch sehen, wie sich die Fragen in seinem Kopf bildeten, jedoch griff ich ein bevor er etwas sagen konnte und legte einen Finger auf meine Lippen. "Los, kommt", forderte Blake uns auf. Die Beiden Jungen gingen vorneweg und ich folgte ihnen mit Winter im Rücken.
Wir gingen durch einige Flure, die alle nur minimal beleuchtet waren. Man konnte den einen kaum von dem anderen unterscheiden und ich fragte mich, wie Blake sich hier orientieren konnte. Irgendwann kamen wir an einer kleinen Tür an, die vermutlich für die Angestellten diente. Zu meiner Überraschung war sie ebenerdig und man musste nicht erst über eine Wasserbrücke laufen.
Blake schob uns durch die Tür, bevor er sie wieder schloss. Danach ging er um die Ecke und kam mit drei Pferden zurück, um deren Hufe Tücher geschlungen waren, die die Geräusche dämpften. Im Dunkeln konnte man die drei Tiere kaum voneinander unterscheiden, da sie alle braun oder schwarz waren. Anschließend reichte Blake Quinn und mir einen Mantel. "Zieht die Kapuze tief ins Gesicht", wies er uns an, bevor er jedem von uns die Zügel eines Pferdes in die Hand drückte.
Quinn warf mir einen eindeutigen, versau-es-nicht-Blick zu, da er meine Reitfähigkeiten kannte. Er wusste ja nicht, dass ich noch mit Lucas geübt hatte.
~*~
Nicht einmal zehn Minuten später befanden wir uns außerhalb der Stadt. Allem Anschein nach gab es einen Weg, den man auch trocken zurücklegen konnte, immerhin wäre es auch sehr unvorteilhaft, jedes Mal durch den Wasserfall zu müssen.
Wir ritten die gesamte Nacht durch bis wir auf der anderen Seite des Tunnels ankamen. Erst dann machten wir eine Pause. Die Sonne war schon zur Hälfte über den Horizont geklettert und tauchte die Umgebung in oranges Licht. Doch dieses half auch nicht gegen meine Müdigkeit. Mein Schlafrhythmus war völlig durcheinander und ich hatte seit dem letzten Mal nicht geschlafen, was mir eigentlich nicht lange her vorkam, es aber doch war.
Ich saß neben Winter im Gras, während Blake unsere Pferde an einen Baum band und Quinn die Satteltaschen nach etwas essbaren durchwühlte. Also eigentlich saß ich nicht mehr neben Winter, sondern hing auf ihm. "Nicht einschlafen", brummte dieser und schüttelte sich etwas. "Hmm", machte ich und ignorierte die Erschütterung.
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Die Tochter der Sterne
FantasíaKio glaubt, dass sie verrückt geworden ist, als Mitten im Friedhof ein Typ aus einem Portal stürzt. Sie redet sich ein, dass ihre Augen ihr einen Streich gespielt haben, denn das ist eindeutig nicht möglich...oder? Aber Kio trifft ihn wieder und ern...
