Im Schlafraum

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„Das ist ok für dich, wenn wir in einem Bett schlafen oder?", ich versuchte meine Lächeln zu unterdrücken. Mein Herz pochte in meiner Brust, ich nickte kurz. Natürlich war es ok für mich mit Ginny in einem Bett zu schlafen! Ich konnte mir jetzt schon die Wärme ihrer Haut und den Geruch ihrer Haare vorstellen. Ihre Haare rochen immer nach Frühling, irgendwie nach Blumen und frischer Wiese. Sie ging zu ihrem Schrank und reichte mir einen Schlafanzug, ich nahm ihn ihr aus der Hand. „Ich geh noch schnell duschen, kannst dich schon schlafen legen wenn du willst". Die Badezimmertür viel zu und ich stand etwas verdutzt im Zimmer. Sie war einfach weg, ich stand alleine in Ginnys Schlafraum und hätte das Wasser aus dem Badezimmer rauschen, in den Betten schliefen zwar ein paar andere Mädchen, aber ich war die einzige, die wach war. Ich betrachtete Ginnys Schlafanzug, er war rot und gelb, wie die Gryffindor Farben, ich hatte zwar auch einen Schlafanzug, der zu meinem Haus passte, aber ich trug ihn fast nie. Ginny schien ihren häufiger zu tragen. Ich schaute auf Ginnys Bett und den danebenstehenden Stuhl, es lag kein anderer Schlafanzug herum, hoffentlich war es ok für sie, wenn ich ihren Schlafanzug trug. Ich zog ihn an und atmete erst einmal tief ein. Er roch nach frisch gewaschener Wäsche und nach Ginny. Ich atmete noch einige Male tief ein und lies den Duft tief in meine Lungen eindringen. Ich drehte mich zu Ginnys Bett um, wie kleine Fliegen schwirrte ein Haufen Schlickschlupfer um Ginnys Nachttisch herum, sie versuchten mir etwas wichtiges zu zeigen. Ich ging auf Ginnys Nachtisch zu und zog die unterste Schublade vorsichtig auf. Wahrscheinlich sollte ich nicht in Ginnys Sachen herumwühlen, aber was auch immer die Schlickschlupfer mir zeigen wollten, war sehr wichtig. Sie schwirrten zu einem Buch, das auf einigen Boxen und anderen Büchern in der Schublade lag. Ich streckte meine Hand aus und holte es hervor. Es war ein mittelgroßes, in dunkelbraunes Leder eingeschlagenes Buch. Es stand nichts auf dem Buchcover und als ich es umdrehte fand ich auch keine Inschrift. Ich schlug das Buch auf der ersten Seite auf und las die Wörter, die dort standen: „Dieses Buch gehört: Ginny Weasley." Die Worte „Ginny Weasley" waren in Ginnys eher krakeligen Handschrift geschrieben. Ich strich mit meinen Fingern über die Worte, sie hatte ihre typische schwarze Tinte benutzt, ich mochte die dunkelblaue Tinte mehr, aber zu Ginny passte die schwarze irgendwie. Ich blätterte weiter, „Nicht weiter lesen! Das hier ist mein Tagebuch.", stand auf der nächsten Seite. Ich verharrte und überlegte, sollte ich weiter schauen oder lieber nicht? Es war sehr verlockend ein bisschen weiter zu lesen, vielleicht erfuhr ich etwas mehr darüber was Ginny über mich dachte. Auf der anderen Seite wäre es auch ein ziemlicher Vertrauensbruch einfach ihr geheimes Tagebuch zu lesen. Ich schaute mich verstohlen im Raum um, die anderen Mädchen schliefen ganz sicher alle und ich hörte immer noch das Wasser der Dusche rauschen. Ich blätterte einige Seiten nach vorne und blieb am Eintrag von gestern hängen. Ich überflog die ersten paar Zeilen und blieb nach etwa einer viertel Seite hängen.
Ich habe Luna mit in den Flur genommen, sie hatte so traurig gewirkt und ich wollte ihr helfen. Als ich vor ihr stand und ihr in die Augen guckte hab ich mich auf einmal ganz komisch gefühlt, mein Herz hatte schneller geschlagen und auf einmal hatte ich das Bedürfnis sie zu küssen, ich fühlte mich bei ihr fast so, wie ich es sonst nur bei Harry tat. Ich weiß wirklich nicht was bei mir los ist. Irgendwie muss ich die ganze Zeit an sie denken...
Mein Herz schlug höher als ich ihre Worte las. Sie stand vielleicht doch auf mich, sie hatte mich küssen wollen! Ich spürte wie ich anfing zu strahlen und ein warmes Gefühl meinen ganzen Körper auszufüllen schien. Ich schloss die Augen und sah Ginny vor mir, wie sie mich im Flur doch noch geküsst hatte und wie wir Hand in Hand durch Hogsmead liegen. Auf einmal wirkten alle diese Sachen gar nicht mehr so weit entfernt und gar nicht mehr so unmöglich. Ich hatte das Gefühl mir würden Flügel wachsen, ich fühle mich so leicht, als würde ich gleich einfach vom Boden abheben und an die Decke schweben. Ich wurde von einem knallen der Badezimmertür wieder auf den Boden gebracht.

Das beste Mädchen Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt