Wahrheit oder Pflicht 2

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30 Minuten später hatte Harry sich ein Duell mit Hermine geleistet, sie hatte sich die Haare mit einem Zauber blau gefärbt, ich hatte einen Salto versucht und war nur durch einen Zauber von Hermine gerettet worden, Ron hatte ein halbes Glas Zitronensaft getrunken und Ginny hatte etwas gesungen und uns gestanden, dass Fred ihr Lieblingsbruder war, was Ron zum kochen gebracht hatte. Jetzt war ich wieder dran und gerade als ich mit Pflicht antworten wollte, rief Ginny dazwischen. „Nicht dreimal hintereinander das gleiche nehmen!". Ich versuchte den Kloß, der sich in meinem Hals bildete herunterzuschlucken und mit einem flauen Gefühl im Magen, brachte ich ein verängstigt klingendes „Wahrheit", hervor. „Hmmm, mal überlegen," Ginny schaute gespielt angestrengt an die Decke, „mit welcher Person, die nicht gerade im Raum ist, währest du am Ehesten zusammen?" Scheiße. Ich wusste nicht was ich antworten sollte. Schnell nahm ich einen Schluck aus meinem Glas und ich konnte fühlen, wie das zugesetzte Serum durch meine Speiseröhre floss. Als hätte ich die Kontrolle über meine Zunge verloren, begann ich zu reden. „Ehrlich gesagt weiß ich das gar nicht so genau, ich kann mir nicht vorstellen mit irgendwem zusammen zu sein, der gerade nicht im Raum ist.", verlegen kratzte ich mich am Hinterkopf, hatte ich zu viel gesagt? „Du musst aber irgendwen nehmen.", sagte Hermine da, mit dem, für sie typischen, leicht besserwisserisch klingenden Unterton. Ich verdrehte die Augen, „mir fällt gerade nur Neville ein, aber ich kann es mir wirklich kaum vorstellen mit ihm zusammen zu kommen." Die anderen nickten nur zufrieden, diese Antwort schien ihnen gereicht zu haben. Mir fiel ein Stein vom Herzen, ich hatte wirklich gedacht, dass jetzt alles herauskommen würde und mein Geheimnis aufgedeckt werden würde. Gerade als ich überlegte, wen ich als nächstes wählen würde viel mir etwas ein. Wie hatte ich es nur so lange vergessen können, vielleicht hatten diese Tierchen es doch in meinen Kopf geschafft und zerfraßen mittlerweile meine Gehirnzellen? Hoffentlich nicht, aber egal, jetzt erst mal hoffen, dass er Wahrheit wählen würde. „Wahrheit oder Pflicht an Harry", ich drückte in meinem Schoß beide Daumen, das hier würde wirklich interessant werden. „Ich hab letztes Mal Pflicht genommen oder?", Ron nickte ihm kurz zu, „Naja dann nehme ich dieses Mal Wahrheit, soll ja auch interessant bleiben." Ich lächelte, perfekt. „Du warst ja heute Nachmittag auch in Hogsmead richtig?", ich hab ihm keine Zeit zum Antworten, „wie ist dein Rückweg nach Hogwarts da eigentlich verlaufen?", ich lächelte Harry gespannt an, ob meine Vermutung wohl richtig gewesen war? Kurz war Harry wie eingefroren, der Schock stand ihm ins Gesicht geschrieben und sofort fing das schlechte Gewissen an, an mir zu nagen. Ich hätte es einfach vergessen sollen, aber jetzt war es zu spät. Harry schüttelte sich kurz und setzte sich dann gerade auf. Er nahm einen Schluck seines Butterbiers und begann gleich darauf zu erzählen. Die Anderen hingen gebannt an seinen Lippen, während er die Ereignisse des letzten Nachmittags zusammenfasste. „Ich war nach Hogsmead gegangen, weil ich etwas im Honigtopf besorgen wollte. Gerade als ich zurückgehen wollte, hat es angefangen so stark zu regnen und deshalb bin ich erst einmal im Laden geblieben, um zu warten bis es aufhört. Hat es aber nicht. Ich hatte leider keinen Schirm oder einen anderen Schutz dabei, weshalb ich mich darauf gefasst machte nass zu werden. Gerade als ich rausgehen wollte, hat Malfoy mich angesprochen.", ich konnte sehen wie Ginny und Ron etwas verwirrt guckten, nur Hermine hatte eine Art wissendes Lächeln auf den Lippen, wusste sie mehr? Sie hatte die beiden bestimmt nicht gesehen und sie hatte auch keine Zeit gehabt, um mit Harry zu reden. „Naja, also er hat mir halt angeboten seinen Schirm mit ihm zu teilen und obwohl ich wenig Lust hatte, habe ich ja gesagt. Ich hab echt keine Lust jetzt krank zu werden, auch wenn Pomfrey das heilen kann. Reicht dir das Luna?" ich konnte ihm ansehen, wie gerne er diese Aufgabe hinter sich bringen wollte, aber noch reichte mir seine Antwort nicht, „wie ist denn euer gemeinsame Rückweg verlaufen?" Harry stöhnte leise auf. „Also die ersten paar hundert Meter haben wir kaum miteinander geredet, irgendwann wurde mir das zu unangenehm, also habe ich ihn aufs Wetter angesprochen. Wir haben dann ein bisschen über das geredet und danach noch über die Schule, ich hätte nie gedacht, dass es so nett mit ihm sein kann, vielleicht habe ich mich ja ein bisschen in ihm getäuscht?", den letzten Satz murmelte er nur noch leise, aber wir hatten ihn trotzdem alle verstanden. Stand Harry auf Malfoy? Niemals oder? Er bezeichnete Malfoy selbst als seinen Erzfeind und so schnell würde sich so etwas nicht ändern. Die anderen schienen das Gleiche gedacht zu haben wie ich und sie schauten zwar interessiert und vielleicht etwas geschockt, aber nicht besorgt oder Ähnliches. Nur Ginny wirkte etwas angekratzt, was aber verständlich war.

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