Im Flur

886 62 4
                                        

Sie blickte mir ganz tief in die Augen, „Ist alles okay?", sie blickte mich besorgt an. Sollte ich es ihr sagen? Ihr sagen, dass ich jedes Mal, wenn sie mich anschaute, innerlich fast durchdrehte? Oder wie sehr es mir weh tat zusehen, wie sie Harry anschaute oder über ihn sprach? Sollte ich ihr erzählen, dass ich meinen Blick nie von ihr abwenden konnte? Oder dass ich schlicht und einfach immer bei ihr sein wollte? „Luna?", fragte sie erneut, „Du weißt das du mir alles erzählen kannst oder?" Eher fast alles, aber eigentlich war jetzt der perfekte Moment um über meine Mutter zu reden oder? „Alles gut, was sollte denn sein?", sie würde es eh nicht verstehen. „Du hast irgendwas, das sehe ich." , ich konnte wirklich nichts vor ihr geheim halten. „Naja, ich vermisse meine Mutter halt und so...", sie sah mich ein bisschen unsicher an, ich hatte vorher noch nie darüber gesprochen. Sie nahm mich in den Arm. Komplett unerwartet, ich war für einen kurzen Moment wie ausgeknipst, ich fühlte nichts, konnte nichts tun und stand einfach starr da. Dann explodierte alles in mir drin, mein Herzschlag setzte komplett aus, dann begann er wie verrückt zu rasen, in mir drin wurde es erst eiskalt und dann heiß. Ein Feuerwerk an Emotionen erfüllte mich, ich war gleichzeitig unendlich glücklich über ihre Nähe und gleichzeitig überrollte mich eine Welle der Traurigkeit wegen meiner Mutter. Ginnys Arme schlossen sich um meinen Rumpf und drückten mich ganz fest, es fühlte sich an, als wären ihre Arme das einzige, was mich in dieser Welt hielt und ich war mal wieder unendlich dankbar, dass sie da war. Die Sekunden verstrichen und mit der Zeit beruhigte sich mein Herzschlag, Ginnys Wärme ging langsam auf mich über und so bekam ich auch meine Traurigkeit in den Griff. Sie löste sich vorsichtig von mir, aber nur so weit, dass ihre Hände an meinem Rücken blieben und wir uns trotzdem ansehen konnten. Sie strich mir mit der einen Hand über die Wange, mit der anderen nahm sie meine linke Hand, „Alles wird gut Luna, alles ist gut."

Ich zitterte am ganzen Körper, Tränen liefen mir übers Gesicht. Warum war ich nur so enttäuscht, ich hatte es doch vorher gewusst. Es war so klar gewesen, wie hatte ich die Hoffnung nur zulassen können? „Ist alles okay?", eines der anderen Rawenclaw Mädchen war rein gekommen, sie stand mit einem besorgten Blick vor mir. „Alles gut", erwiderte ich. Ich konnte mit ihr nicht darüber reden, sie war zwar immer nett zu mir, was die wenigsten Leute waren, aber über dieses Thema könnte ich mit keinem reden, schon gar nicht mit einer Person, die es vielleicht Ginny erzählen könnte. Ich wischte mir die Tränen von der Wange und blickte sie kurz an, „Bin nur etwas müde", ich zog mir die Decke bis zum Hals und drehte meinen Kopf zur anderen Seite, damit sie nicht sah, wie ich litt. Ich hielt den Atem an, bis ich hörte das sie weg gegangen war.

Das beste Mädchen Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt