Heute ist Samstag. Samstags soll ich Margret nicht im Laden helfen aber gegen neun fahre ich doch vorbei, um Nathan und mir Brötchen zu holen.
„Hallo Liebes, was machst du denn hier?" begrüßt sie mich.
„Hallo Margret, ich hole die Brötchen fürs Frühstück"
„Ich sollte ein ernstes Wörtchen mit deinem Mann reden. Er sollte dir Frühstück ans Bett bringen und nicht umgekehrt" schimpfte sie und packte dabei die Brötchen in meinen Korb.
„Du weißt doch dass er jede Nacht arbeitet. Da lasse ich ihn ausschlafen" lachte ich, weil wir dieses Gespräch schon einmal geführt hatten.
Sie reichte mir den Korb „dann grüß deinen Mann von mir". Sie war einfach der liebevollste Mensch den ich kannte. Und vor allem benahm sie sich jetzt schon mehr wie meine Mutter als meine eigene. Ich seufzte bei dem Gedanken. Aber dann stieg mir ein süßer Geruch in die Nase „was hast du im Ofen?" fragte ich und leckte mir über die Lippen. „Zimtschnecken mit Pudding. Neues Rezept" erzählte sie stolz. „Ich glaube auf die warte ich noch, kann ich dir bis dahin helfen?" fragte ich nach.
Sie zeigte nur auf einen der Stühle für die Gäste, und wies mich an mich hin zu setzten „Ich hatte mal eine gute Freundin die in ihrer Schwangerschaft verrückt nach Zimt war, sie hätte jetzt auch auf die Zimtschnecken gewartet. Du bist doch nicht etwa schwanger oder Liebes ?" sie hielt inne und sah zu mir rüber. Ich sah sie erschrocken an „Nein Nein auf keinen Fall". „Schade aber auch" seufzte sie und fuhr mit ihrer Arbeit fort.
Plötzlich stieg Panik in mir auf. Die letzte Pille aus dem Blister hab ich vor fünf Tagen genommen und meine Tage immer noch nicht bekommen. Bis jetzt hatte ich mir jedoch nichts dabei gedacht.
Etwas zu schnell stand ich auf und verabschiedete mich doch schon jetzt von Margret, noch bevor die Zimtschnecken fertig waren und radelte zurück zum Haus.
Auf dem Weg überlegte ich ob das überhaupt sein konnte. Und dann fiel es mir ein. Als wir geflüchtet sind und die zwei Nächte im Motel übernachtet haben hatte ich die Pille nicht dabei. Sky hatte sie mir erst danach mit in die Reisetasche gepackt als wir Nathans Geld für unsere Flucht geholt haben. In der ganzen Situation ist das völlig untergegangen. Bei dem Gedanken wurde mir etwas übel. Obwohl ich wusste dass sie nichts dafür konnten, verfluchte ich Margrets Zimmtschnecken.
Zuhause angekommen trank ich ein Glas Wasser und atmete einmal tief durch. Das muss noch nichts heißen. Dass meine Tage aus bleiben kann auch am Stress liegen. Ich werde vorerst keine Panik schieben.
Und ich riss mich wirklich den ganzen Tag zusammen und ließ mir auch nichts anmerken. Bis Nathan dann Abends zur Arbeit ging.
Ich schaltete das Tastenhandy ein und wählte die einzige darauf gespeicherte Nummer. Skys Nummer.
Sie ging auch sofort dran „Hey"
Und es platzte aus mir heraus „Ich glaube ich bin schwanger"
Schweigen
„Sky..?" fragte ich
„Äh ja... sorry.. ich glaube ich habe mich verhört und du sagtest du seist schwanger" sagte sie langsam und ungläubig.
Ich nickte aber das konnte sie ja nicht sehen also fügte ich hinzu „genau das habe ich gesagt..." und fing plötzlich an zu schluchzen. Die Tränen kamen einfach aus dem nichts und ich erzählte ihr so gut es ging wie es dazu kam.
„Sky ich bin erst 19.... davon abgesehen sind Nathan und ich auf der Flucht. Wie sollen wir ein Baby bekommen. Oh Gott was wenn er gar keine Kinder möchte und mich verlässt???" ich bekomme keine Luft mehr.
„Jane atme !! Es wird alles gut. Beruhig dich".
Ich verdrängte die aufsteigende Panikattacke indem ich mich wieder auf ihre Stimme konzentrierte und ihr einfach zuhörte „Hör mal, du wirst in zwei Wochen doch schon zwanzig und Nathan liebt dich ! Ihr habt in so kurzer Zeit schon so viel durchgestanden und geschafft, das hier schafft ihr auch. Mach dich nicht verrück bis du noch keinen Test gemacht hast. Oh man, wie gerne wäre ich jetzt bei dir".
Ich atmete wieder ruhiger „Ich hätte dich auch lieber bei mir. Danke Sky, für alles".
Wir vereinbarten noch dass ich nach dem Wochenende, am Montag, direkt nach der Arbeit einen Test kaufen werde, sprachen noch darüber wie es ihr so geht und dann musste sie schon auflegen. Immerhin war es schon dunkel draußen und die Uhr zeigte kurz nach Mitternacht. So lang kam mir das Telefonat gar nicht vor.
Aber nach schlafen war mir auch nicht. Also stellte ich mich unter die warme Dusche um mich zu entspannen. Und ich beschloss auf Nathan zu warten.
Nathan's Sicht:
Gegen halb zwei kam Berry zu mir und klopfte mir auf die Schulter „Du könntest jetzt abhauen, den Rest schaffe ich alleine. Gute Arbeit".
Ich nickte ihm dankbar zu und schmiss noch den Putzlappen in das Waschbecken bevor ich nach Hause fuhr.
Im Haus brannte kein Licht mehr also dachte ich Jane würde schon schlafen. Als ich jedoch das Schlafzimmer betrat, stand sie am Fenster und starrte aufs Meer hinaus. Sie trug ihr weißes Nachtkleid aus Satin, mit feiner Spitze im Dekolleté und an den Oberschenkeln, da wo das Kleid endete. Sie schien mich nicht mal zu bemerken. Also legte ich vorsichtig die Arme um sie und zog sie an mich. Irgendwas stimmte nicht.
„Honey..." flüsterte ich an ihr Ohr.
Sie lehnte ihren Kopf an meine Brust und schloss die Augen. Ihr Geruch verriet mir, dass sie duschen war und ich atmete ihren süßen Duft ein.
„Ist alles in Ordnung?" fragte ich sie nach ein paar weiteren Sekunden. Sie nickte leicht „Ich sehe mir nur die schöne Aussicht an".
Tatsächlich war die Aussicht heute schöner als sonst. Der Vollmond leuchtete über dem Wasser und spiegelte sich darin. Die Wellen waren heute besonders ruhig und einladend.
Und als hätte sie meine Gedanken gelesen drehte sie sich zu mir um und lächelte „Lass uns schwimmen gehen".
Ohne meine Antwort abzuwarten griff sie nach meiner Hand und zog mich mit sich nach draußen. Die Stimmung war wie elektrisch Aufgeladen. Ich spürte dass etwas nicht stimmte aber war nicht in der Lage weiter nachzufragen.
Als unsere Füße den noch warmen Sand berührten ließ sie mich los. Sie sah mich an und lächelte bloß verspielt. Mein Herz setzte aus. Im Mondschein wurde ihr Hauch von Nichts an Kleidung durchsichtig. Und als würde das noch nicht reichen biss sie sich auch noch auf die Unterlippe. Sie sah so verdammt sexy aus. Meine Hose konnte schon nicht mehr enger werden.
Und dann drehte sie sich um, ließ mich einfach stehen und lief ins Wasser.
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Escape to paradise
Romance🌸Flucht nach Florida🌸 Another Lovestory mit Höhen und Tiefen, Überraschungen und Wendungen. Nathan und Jane, die frisch zusammen sind, müssen ihr altes Leben hinter sich lassen und fliehen nach Florida. Es ist nicht notwendig die Vorgeschichte zu...
